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Gebärmutterhals

Was ist der Gebärmutterhals?

Der Gebärmutterhals, medizinisch als Zervix uteri oder kurz Zervix bezeichnet, ist der untere, röhrenförmige Abschnitt der Gebärmutter. Er verbindet den Körper der Gebärmutter mit der Scheide (Vagina) und übernimmt wichtige Funktionen im weiblichen Fortpflanzungssystem. Der unterste Anteil des Gebärmutterhalses, der in die Scheide hineinragt, wird als Muttermund (Portio vaginalis) bezeichnet.

Anatomisch ist der Gebärmutterhals etwa 3 bis 4 Zentimeter lang und besteht hauptsächlich aus Bindegewebe und glatter Muskulatur. Im Inneren befindet sich der sogenannte Zervikalkanal, durch den Menstruationsblut abfließt, Spermien zur Eizelle gelangen und während der Geburt das Kind den Mutterleib verlässt.

Aufbau und Struktur

Der Gebärmutterhals besteht aus zwei anatomischen Bereichen:

  • Ektozervix: Der außen liegende Teil, der in die Scheide ragt und mit mehrschichtigem Plattenepithel bedeckt ist.
  • Endozervix: Der innere Kanal, der mit Zylinderepithel ausgekleidet ist und Zervixschleim produziert.

Die Grenzzone zwischen diesen beiden Epitheltypen wird als Transformationszone bezeichnet. Sie ist medizinisch besonders bedeutsam, da hier die meisten Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs entstehen.

Funktionen des Gebärmutterhalses

Der Gebärmutterhals erfüllt mehrere lebenswichtige Aufgaben:

  • Schutzbarriere: Er schützt die Gebärmutter vor aufsteigenden Infektionen durch die Produktion von spezifischem Zervixschleim.
  • Spermientransport: In der fruchtbaren Phase des Zyklus verändert sich der Zervixschleim, um Spermien den Aufstieg zur Eizelle zu ermöglichen.
  • Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft bleibt der Gebärmutterhals fest verschlossen und schützt das Kind im Mutterleib.
  • Geburt: Kurz vor und während der Geburt weicht der Gebärmutterhals auf, verknöchert sich nicht, sondern wird weicher (Reifung), und öffnet sich (Dilatation) für die Passage des Kindes.

Häufige Erkrankungen des Gebärmutterhalses

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

Das Zervixkarzinom ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen weltweit. Es entsteht meist durch eine dauerhafte Infektion mit bestimmten Typen des Humanen Papillomavirus (HPV), insbesondere HPV 16 und HPV 18. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (PAP-Abstrich) und die HPV-Schutzimpfung sind entscheidend für die Prävention.

Zervizitis (Entzündung des Gebärmutterhalses)

Eine Zervizitis ist eine Entzündung des Gebärmutterhalses, die häufig durch Bakterien (z.B. Chlamydien, Gonokokken) oder Viren verursacht wird. Symptome können Ausfluss, Schmerzen und Blutungen außerhalb der Menstruation sein.

Zervikale Dysplasie (CIN)

Als zervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN) werden Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs bezeichnet. Sie werden in drei Schweregrade (CIN I, II, III) eingeteilt und können im Rahmen der Krebsvorsorge frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Zervixinsuffizienz

Bei einer Zervixinsuffizienz öffnet sich der Gebärmutterhals vorzeitig während der Schwangerschaft, was zu Frühgeburten oder Fehlgeburten führen kann. Die Behandlung erfolgt durch eine Cerclage (chirurgische Naht zur Stabilisierung).

Vorsorge und Diagnose

Zur regelmäßigen Gesundheitsvorsorge des Gebärmutterhalses gehören:

  • PAP-Abstrich: Ein Abstrich von der Oberfläche des Gebärmutterhalses zur frühzeitigen Erkennung von Zellveränderungen.
  • HPV-Test: Nachweis einer Infektion mit Hochrisiko-HPV-Typen.
  • Kolposkopie: Eine vergrößernde Untersuchung des Gebärmutterhalses mit einem speziellen Gerät (Kolposkop).
  • HPV-Impfung: Empfohlen für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren zur Vorbeugung von HPV-bedingten Erkrankungen.

Gebärmutterhals in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft verändert sich der Gebärmutterhals erheblich. Ein Schleimpfropf verschließt den Zervikalkanal und schützt das Ungeborene vor Infektionen. Gegen Ende der Schwangerschaft beginnt der Gebärmutterhals sich vorzubereiten: Er wird weicher, kürzer und öffnet sich schließlich für die Geburt. Ärztinnen und Ärzte beurteilen den Reifezustand des Gebärmutterhalses mit dem sogenannten Bishop-Score.

Quellen

  1. Robert Koch-Institut (RKI): Epidemiologisches Bulletin zu HPV und Gebärmutterhalskrebs. Berlin, 2023.
  2. World Health Organization (WHO): Cervical Cancer. Global Strategy to Accelerate the Elimination of Cervical Cancer as a Public Health Problem. Genf, 2020.
  3. Stauber, M. & Weyerstahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme Verlag, Stuttgart, 4. Auflage, 2013.
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