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Der Gebärmutterhals, medizinisch als Zervix uteri oder kurz Zervix bezeichnet, ist der untere, röhrenförmige Abschnitt der Gebärmutter. Er verbindet den Körper der Gebärmutter mit der Scheide (Vagina) und übernimmt wichtige Funktionen im weiblichen Fortpflanzungssystem. Der unterste Anteil des Gebärmutterhalses, der in die Scheide hineinragt, wird als Muttermund (Portio vaginalis) bezeichnet.
Anatomisch ist der Gebärmutterhals etwa 3 bis 4 Zentimeter lang und besteht hauptsächlich aus Bindegewebe und glatter Muskulatur. Im Inneren befindet sich der sogenannte Zervikalkanal, durch den Menstruationsblut abfließt, Spermien zur Eizelle gelangen und während der Geburt das Kind den Mutterleib verlässt.
Der Gebärmutterhals besteht aus zwei anatomischen Bereichen:
Die Grenzzone zwischen diesen beiden Epitheltypen wird als Transformationszone bezeichnet. Sie ist medizinisch besonders bedeutsam, da hier die meisten Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs entstehen.
Der Gebärmutterhals erfüllt mehrere lebenswichtige Aufgaben:
Das Zervixkarzinom ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen weltweit. Es entsteht meist durch eine dauerhafte Infektion mit bestimmten Typen des Humanen Papillomavirus (HPV), insbesondere HPV 16 und HPV 18. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (PAP-Abstrich) und die HPV-Schutzimpfung sind entscheidend für die Prävention.
Eine Zervizitis ist eine Entzündung des Gebärmutterhalses, die häufig durch Bakterien (z.B. Chlamydien, Gonokokken) oder Viren verursacht wird. Symptome können Ausfluss, Schmerzen und Blutungen außerhalb der Menstruation sein.
Als zervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN) werden Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs bezeichnet. Sie werden in drei Schweregrade (CIN I, II, III) eingeteilt und können im Rahmen der Krebsvorsorge frühzeitig erkannt und behandelt werden.
Bei einer Zervixinsuffizienz öffnet sich der Gebärmutterhals vorzeitig während der Schwangerschaft, was zu Frühgeburten oder Fehlgeburten führen kann. Die Behandlung erfolgt durch eine Cerclage (chirurgische Naht zur Stabilisierung).
Zur regelmäßigen Gesundheitsvorsorge des Gebärmutterhalses gehören:
Während der Schwangerschaft verändert sich der Gebärmutterhals erheblich. Ein Schleimpfropf verschließt den Zervikalkanal und schützt das Ungeborene vor Infektionen. Gegen Ende der Schwangerschaft beginnt der Gebärmutterhals sich vorzubereiten: Er wird weicher, kürzer und öffnet sich schließlich für die Geburt. Ärztinnen und Ärzte beurteilen den Reifezustand des Gebärmutterhalses mit dem sogenannten Bishop-Score.