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FSME Impfung Kinder

Was ist die FSME-Impfung für Kinder?

Die FSME-Impfung schützt Kinder vor der Frühsommermeningoenzephalitis (FSME), einer durch Zecken übertragenen Viruserkrankung, die das Gehirn und die Hirnhaut befallen kann. Das FSME-Virus wird hauptsächlich durch den Biss der Gemeinen Holzbocke (Ixodes ricinus) übertragen und kommt vor allem in bestimmten Risikogebieten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz vor. Da es gegen FSME keine spezifische Behandlung gibt, ist die Impfung die wichtigste vorsorgende Maßnahme für Kinder, die in oder in der Nähe dieser Gebiete leben oder dort Urlaub machen.

Wann wird die FSME-Impfung für Kinder empfohlen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die FSME-Impfung für alle Personen, die in offiziell ausgewiesenen FSME-Risikogebieten wohnen oder diese Regionen besuchen. Für Kinder gilt folgendes:

  • Die Impfung ist ab einem Alter von 1 Jahr zugelassen und empfohlen.
  • Besonders wichtig für Kinder, die viel Zeit im Freien verbringen, z. B. beim Spielen im Wald oder auf Wiesen.
  • Auch bei Reisen in FSME-Risikogebiete innerhalb Europas (z. B. Süddeutschland, Österreich, Tschechien, Baltikum) wird die Impfung empfohlen.

Welche Impfstoffe stehen für Kinder zur Verfügung?

Für Kinder gibt es spezielle Kinderformulierungen der FSME-Impfstoffe, die eine niedrigere Antigenkonzentration als die Erwachsenenversion enthalten:

  • FSME-IMMUN Junior: Zugelassen für Kinder von 1 bis 15 Jahren.
  • Encepur Kinder: Zugelassen für Kinder von 1 bis 11 Jahren.

Ab einem bestimmten Alter (je nach Präparat ab 12 oder 16 Jahren) wird auf die Erwachsenenformulierung umgestellt.

Impfschema: Wie wird die FSME-Impfung bei Kindern durchgeführt?

Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen:

  • 1. Dosis: Erster Impftermin.
  • 2. Dosis: 1 bis 3 Monate nach der ersten Impfung.
  • 3. Dosis: 5 bis 12 Monate nach der zweiten Impfung (vollständiger Grundschutz).

Ein Schnellschema ist ebenfalls möglich, wenn ein rascher Schutz erforderlich ist (z. B. bei kurzfristiger Reise in ein Risikogebiet). Nach der Grundimmunisierung sind regelmäßige Auffrischungsimpfungen notwendig, in der Regel alle 3 bis 5 Jahre, je nach Impfstoff und Alter des Kindes.

Wie wirkt der FSME-Impfstoff?

Der FSME-Impfstoff enthält inaktivierte (abgetötete) FSME-Viren. Nach der Impfung bildet das Immunsystem des Kindes spezifische Antikörper gegen das FSME-Virus. Diese Antikörper schützen das Kind im Falle eines späteren Viruskontakts vor einer schweren Erkrankung. Da der Impfstoff keine lebenden Viren enthält, kann die Impfung selbst keine FSME auslösen.

Nebenwirkungen der FSME-Impfung bei Kindern

Die FSME-Impfung gilt als gut verträglich. Häufige, in der Regel mild verlaufende Nebenwirkungen sind:

  • Lokale Reaktionen: Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle.
  • Allgemeinsymptome: Kurzfristiges Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Reizbarkeit, insbesondere bei Kleinkindern.

Schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie) sind sehr selten. Die Impfung sollte daher immer in einer ärztlichen Praxis durchgeführt werden, wo das Kind nach der Impfung kurz beobachtet werden kann.

Wann sollte die FSME-Impfung bei Kindern nicht gegeben werden?

Es gibt einige Situationen, in denen die Impfung vorläufig aufgeschoben oder mit dem Arzt besprochen werden sollte:

  • Bei einer bekannten Allergie gegen Bestandteile des Impfstoffs (z. B. Hühnereiweiß).
  • Bei akuten fieberhaften Erkrankungen sollte die Impfung bis zur vollständigen Genesung verschoben werden.
  • Bei bestimmten Erkrankungen des Immunsystems ist eine individuelle ärztliche Beurteilung notwendig.

Schutzwirkung der FSME-Impfung

Die FSME-Impfung bietet nach vollständiger Grundimmunisierung einen sehr hohen Schutz von über 95 %. Dieser Schutz hält jedoch nicht lebenslang an, weshalb regelmäßige Auffrischungen wichtig sind. Zusätzlich zur Impfung sollten Kinder in Risikogebieten weiterhin zeckensichere Kleidung tragen und nach Aufenthalten im Freien auf Zecken abgesucht werden, da die Impfung nicht vor anderen durch Zecken übertragenen Erkrankungen wie Lyme-Borreliose schützt.

Quellen

  1. Robert Koch-Institut (RKI): FSME-Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Epidemiologisches Bulletin. Aktuellste Fassung verfügbar unter: www.rki.de
  2. World Health Organization (WHO): Vaccines and vaccination against tick-borne encephalitis. WHO position paper, 2011. Weekly Epidemiological Record, 86(24), 241-256.
  3. Heinz FX, Stiasny K: Flaviviruses and flavivirus vaccines. Vaccine. 2012;30(29):4301-4306. PubMed PMID: 22682286.
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