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Geburt

Was ist eine Geburt?

Die Geburt, medizinisch auch als Partus oder Entbindung bezeichnet, ist der physiologische Prozess, durch den ein Kind nach der Schwangerschaft den Mutterleib verlässt. Eine normale Schwangerschaft dauert etwa 40 Wochen (280 Tage) ab dem ersten Tag der letzten Menstruation. Eine Geburt gilt ab der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche als termingerecht (reif), früher als Frühgeburt und nach der 42. Woche als Übertragung.

Phasen der Geburt

Die Geburt verläuft in der Regel in drei klassischen Phasen:

1. Eröffnungsphase

In der Eröffnungsphase beginnen regelmäßige Wehen (Uteruskontraktionen), die den Muttermund allmählich eröffnen. Diese Phase kann bei Erstgebärenden bis zu 12 Stunden oder länger dauern, bei Mehrfachgebärenden ist sie oft kürzer. Der Muttermund öffnet sich dabei auf etwa 10 Zentimeter.

2. Austreibungsphase

Sobald der Muttermund vollständig geöffnet ist, beginnt die Austreibungsphase. Das Kind wird durch starke Wehen und aktives Mitpressen der Mutter durch den Geburtskanal geführt und schließlich geboren. Diese Phase dauert in der Regel zwischen einigen Minuten und zwei Stunden.

3. Nachgeburtsphase (Plazentaphase)

Nach der Geburt des Kindes wird in der Nachgeburtsphase die Plazenta (Mutterkuchen) ausgestoßen. Dies geschieht meist innerhalb von 30 Minuten nach der Geburt des Kindes und schließt den Geburtsvorgang ab.

Geburtsarten

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Hauptarten der Entbindung:

  • Vaginale Geburt: Die natürliche Geburt durch den Geburtskanal, möglicherweise unterstützt durch Hilfsmittel wie Saugglocke (Vakuumextraktion) oder Geburtszange (Forzeps).
  • Kaiserschnitt (Sectio caesarea): Ein operativer Eingriff, bei dem das Kind durch einen Schnitt in die Bauchdecke und Gebärmutter entbunden wird. Er kann geplant (primär) oder als Notfallmaßnahme (sekundär) durchgeführt werden.

Schmerzmanagement und Unterstützung

Während der Geburt stehen verschiedene Möglichkeiten zur Schmerzlinderung zur Verfügung:

  • Periduralanalgesie (PDA): Eine regionale Betäubung, die Schmerzen im unteren Körperbereich wirksam lindert und weit verbreitet ist.
  • Lachgas (Distickstoffmonoxid): Wird zur leichten Schmerzlinderung und Entspannung eingesetzt.
  • Nicht-medikamentöse Methoden: Dazu gehören Atemtechniken, Wasserbad, Massage, TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation) und die Unterstützung durch eine Hebamme oder Doula.

Komplikationen und Risiken

Während der Geburt können verschiedene Komplikationen auftreten, die eine medizinische Intervention erfordern:

  • Geburtsstillstand: Der Geburtsfortschritt stagniert trotz regelmäßiger Wehen.
  • Nabelschnurvorfall: Die Nabelschnur tritt vor dem Kind in den Geburtskanal, was den Blutfluss gefährden kann.
  • Plazenta prävia: Die Plazenta liegt über dem Muttermund und blockiert den Geburtskanal.
  • Fetale Herztonveränderungen (CTG-Auffälligkeiten): Hinweise auf eine Unterversorgung des Kindes mit Sauerstoff.
  • Postpartale Blutung: Starke Blutung nach der Geburt, die rasch behandelt werden muss.

Nachsorge (Wochenbett)

Nach der Geburt beginnt das sogenannte Wochenbett (Puerperium), eine Erholungsphase von etwa sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit bildet sich die Gebärmutter zurück (Involution), Wunden heilen ab, und der Körper stellt sich auf die Stillzeit ein. Eine regelmäßige Betreuung durch eine Hebamme ist in Deutschland gesetzlich verankert und unterstützt Mutter und Kind in dieser sensiblen Phase.

Quellen

  1. Dudenhausen, J.W. & Obladen, M. (Hrsg.) - Perinatale Medizin, Thieme Verlag, aktuelle Auflage.
  2. World Health Organization (WHO) - WHO recommendations: intrapartum care for a positive childbirth experience. Geneva: WHO; 2018. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789241550215
  3. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) - S3-Leitlinie: Vaginale Geburt am Termin (AWMF-Registernummer 015-083). Verfügbar unter: https://www.awmf.org
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