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Hämatom Gebärmutter

Was ist ein Hämatom der Gebärmutter?

Ein Hämatom der Gebärmutter (auch uterines Hämatom oder intrauterines Hämatom genannt) bezeichnet eine umschriebene Blutansammlung im Bereich der Gebärmutter. Am häufigsten tritt es während der Schwangerschaft auf, wenn sich Blut zwischen der Fruchtanlage und der Gebärmutterwand oder unter der Plazenta (Mutterkuchen) ansammelt. Je nach Lage unterscheidet man zwischen einem subchorialen Hämatom (zwischen Chorion und Gebärmutterwand), einem retroplazentaren Hämatom (hinter der Plazenta) und einem subamnialen Hämatom (unterhalb der Fruchthülle).

Ursachen

Die genauen Ursachen eines uterinen Hämatoms sind nicht immer eindeutig feststellbar. Häufige Auslöser und begünstigende Faktoren sind:

  • Störungen bei der Einnistung des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut
  • Vorzeitige Plazentaablösung (Ablatio placentae)
  • Vorausgegangene Eingriffe an der Gebärmutter (z. B. Kaiserschnitt, Ausschabung)
  • Gerinnungsstörungen oder Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten
  • Hormonelle Ungleichgewichte in der Frühschwangerschaft
  • Myome (gutartige Muskelknoten) der Gebärmutter
  • Multiplegeburten oder wiederholte Fehlgeburten in der Vorgeschichte

Symptome

Ein Hämatom der Gebärmutter kann symptomlos verlaufen und wird oft zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Mögliche Beschwerden umfassen:

  • Vaginale Blutungen, oft hellrot bis dunkelrot, gelegentlich schmerzlos
  • Ziehende oder krampfartige Unterleibsschmerzen
  • Druckgefühl im Unterbauch
  • In schweren Fällen: Anzeichen einer drohenden Fehlgeburt

Insbesondere im ersten Schwangerschaftsdrittel sind vaginale Blutungen ein Warnsignal und sollten umgehend ärztlich untersucht werden.

Diagnose

Die wichtigste diagnostische Methode ist der transvaginale oder abdominale Ultraschall. Dabei kann der Arzt oder die Ärztin die Lage, Größe und Ausdehnung des Hämatoms beurteilen. Zusätzlich werden folgende Maßnahmen eingesetzt:

  • Bluttests zur Kontrolle der Blutgerinnung und des Beta-hCG-Spiegels (Schwangerschaftshormon)
  • Vaginalabstrich zum Ausschluss von Infektionen
  • Engmaschige Ultraschallkontrollen zur Verlaufsbeobachtung
  • In unklaren Fällen: MRT (Magnetresonanztomographie) zur genauen Lagebestimmung

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach Größe des Hämatoms, dem Schwangerschaftsalter und den Beschwerden der Patientin. In vielen Fällen bildet sich ein kleines Hämatom von selbst zurück. Mögliche Maßnahmen sind:

Konservative Therapie

  • Körperliche Schonung und Bettruhe, Vermeidung von schwerem Heben und Sport
  • Verzicht auf Geschlechtsverkehr bis zur Rückbildung des Hämatoms
  • Engmaschige ärztliche Kontrollen (Ultraschall, Blutbild)
  • Verabreichung von Progesteron (Gelbkörperhormon) zur Stabilisierung der Schwangerschaft, wenn hormonelle Schwäche vorliegt

Medikamentöse Therapie

  • Gerinnungsfördernde Mittel bei Blutungsneigung
  • Tokolytika (wehenhemmende Medikamente) bei vorzeitigen Wehen
  • Antibiotika bei Infektionsverdacht

Operative Therapie

Große, anhaltende oder klinisch bedrohliche Hämatome können in seltenen Fällen eine operative Intervention erfordern, etwa eine Ausschabung (Küréttage) oder in schwerwiegenden Fällen weiterführende chirurgische Maßnahmen.

Prognose und Verlauf

Die Prognose hängt stark von der Größe und Lage des Hämatoms sowie vom Zeitpunkt der Diagnose ab. Kleine subchorial gelegene Hämatome bilden sich häufig vollständig zurück und gefährden die Schwangerschaft nicht. Größere Hämatome, insbesondere retroplazentare, sind mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburt, Frühgeburt oder Plazentaablösung verbunden. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Betreuung verbessern die Aussichten erheblich.

Wann zum Arzt?

Schwangere Frauen sollten bei folgenden Zeichen sofort ärztliche Hilfe aufsuchen:

  • Vaginale Blutungen jeglicher Stärke in der Schwangerschaft
  • Starke oder zunehmende Unterleibsschmerzen
  • Fieber in Verbindung mit Unterleibsschmerzen
  • Gefühl von Druckschmerz oder Verhärtung im Bauch

Quellen

  1. Pearlstone M, Baxi L. Subchorial hematoma: a review. Obstetrical and Gynecological Survey. 1993;48(2):65-68. Verfügbar über PubMed.
  2. Weltgesundheitsorganisation (WHO). Empfehlungen zur Betreuung von Schwangerschaften mit Komplikationen. Genf: WHO Press; 2016.
  3. Schneider H, Husslein P, Schneider KTM. Die Geburtshilfe. 5. Auflage. Berlin: Springer Medizin; 2016.
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