Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Menü
0-9 A B C D E F G H I K L M N O P R S T U V W Z
Lexikon Navigation

Plazenta

Was ist die Plazenta?

Die Plazenta, auch als Mutterkuchen bekannt, ist ein einzigartiges, vorrübergehendes Organ, das sich während der Schwangerschaft in der Gebärmutter (Uterus) entwickelt. Sie entsteht kurz nach der Einnistung der befruchteten Eizelle und wächst gemeinsam mit dem Embryo bzw. Fötus heran. Die Plazenta ist eng mit der Gebärmutterwand der Mutter verbunden und gleichzeitig über die Nabelschnur mit dem ungeborenen Kind verknüpft. Nach der Geburt des Kindes wird die Plazenta als sogenannte Nachgeburt ausgestoßen.

Aufbau und Struktur

Die Plazenta ist eine scheibenförmige, schwammige Gewebsstruktur, die bei einer ausgetragenen Schwangerschaft einen Durchmesser von etwa 15 bis 20 Zentimetern und ein Gewicht von ungefähr 500 bis 600 Gramm erreicht. Sie besteht aus zwei Hauptanteilen:

  • Mütterlicher Anteil (Decidua basalis): Dieser Teil stammt aus dem Gebärmuttergewebe der Mutter und enthält die mütterlichen Blutgefäße, die das Blut der Mutter in die Plazenta leiten.
  • Kindlicher Anteil (Chorion frondosum): Dieser Teil stammt vom Embryo ab und besteht aus sogenannten Chorionzotten, die in den mütterlichen Blutkreislauf eintauchen und den Austausch von Stoffen ermöglichen.

Obwohl die Blutkreisläufe von Mutter und Kind in der Plazenta eng beieinander liegen, vermischen sie sich in der Regel nicht direkt. Der Stoffaustausch erfolgt durch eine dünne Gewebsschicht, die als Plazentaschranke bezeichnet wird.

Funktionen der Plazenta

Versorgung des Kindes

Die wichtigste Aufgabe der Plazenta besteht darin, das ungeborene Kind mit allem Notwendigen zu versorgen. Über die Nabelschnur und die Plazenta werden folgende Stoffe vom mütterlichen Blut an das Kind übertragen:

  • Sauerstoff für die Zellatmung und das Wachstum
  • Nährstoffe wie Glucose (Traubenzucker), Aminosäuren, Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe
  • Antikörper der Mutter, die dem Kind einen angeborenen Nestschutz geben

Entsorgung von Abfallstoffen

Gleichzeitig transportiert die Plazenta Abbauprodukte des kindlichen Stoffwechsels, wie Kohlendioxid und Harnstoff, zurück in den mütterlichen Blutkreislauf, damit diese über Lunge und Nieren der Mutter ausgeschieden werden können.

Hormonproduktion

Die Plazenta ist außerdem ein aktives Hormonorgan. Sie produziert eine Reihe wichtiger Hormone, die für den Erhalt der Schwangerschaft unentbehrlich sind:

  • Humanes Choriongonadotropin (hCG): Dieses Hormon wird früh in der Schwangerschaft gebildet und ist die Grundlage für den Schwangerschaftstest. Es erhält den Gelbkörper und verhindert die Menstruation.
  • Progesteron: Hält die Gebärmutterschleimhaut stabil und verhindert vorzeitige Wehen.
  • Humanes Plazentalaktogen (hPL): Fördert das Wachstum des Kindes und bereitet die mütterliche Brust auf die Stillzeit vor.
  • Östrogene: Unterstützen das Wachstum der Gebärmutter und bereiten den Körper auf die Geburt vor.

Schutzfunktion (Plazentaschranke)

Die Plazentaschranke schützt das ungeborene Kind vor vielen schädlichen Substanzen und Krankheitserregern. Allerdings ist diese Barriere nicht vollständig: Bestimmte Viren (z. B. Röteln-Virus, Cytomegalievirus), Medikamente, Alkohol, Nikotin und andere Schadstoffe können die Schranke überwinden und das Kind schädigen.

Entwicklung der Plazenta in der Schwangerschaft

Die Plazenta beginnt sich bereits kurz nach der Befruchtung zu entwickeln. Schon etwa ab der 4. Schwangerschaftswoche nimmt sie ihre Versorgungsfunktion auf. Bis zur 12. bis 14. Schwangerschaftswoche ist sie vollständig ausgebildet und übernimmt ab diesem Zeitpunkt vollständig die Hormonproduktion vom Gelbkörper. Im Laufe der Schwangerschaft wächst die Plazenta kontinuierlich, um den steigenden Bedürfnissen des Kindes gerecht zu werden.

Häufige Erkrankungen und Komplikationen der Plazenta

Placenta praevia

Bei einer Placenta praevia liegt die Plazenta abnorm tief in der Gebärmutter und bedeckt teilweise oder vollständig den Gebärmutterhals. Dies kann zu gefährlichen Blutungen in der Spätschwangerschaft und zu Komplikationen bei der Geburt führen. Häufig ist ein Kaiserschnitt notwendig.

Vorzeitige Plazentaablösung

Bei einer vorzeitigen Plazentablösung löst sich die Plazenta vor der Geburt des Kindes von der Gebärmutterwand. Dies ist ein medizinischer Notfall, der starke Blutungen und eine gefährliche Unterversorgung des Kindes verursachen kann.

Plazentainsuffizienz

Von einer Plazentainsuffizienz spricht man, wenn die Plazenta ihre Versorgungsfunktion nicht ausreichend erfüllen kann. Das Kind erhält dann nicht genügend Nährstoffe und Sauerstoff, was zu einer Wachstumsverzögerung oder in schweren Fällen zu einem lebensbedrohlichen Zustand führen kann.

Präeklampsie

Die Präeklampsie ist eine schwere Schwangerschaftserkrankung, die eng mit einer Fehlfunktion der Plazenta zusammenhängt. Sie äußert sich durch Bluthochdruck und Eiweißausscheidung im Urin und kann Mutter und Kind gefährden.

Untersuchung der Plazenta

Während der Schwangerschaft wird die Plazenta regelmäßig mittels Ultraschall untersucht. Dabei werden Lage, Größe, Struktur und Blutversorgung beurteilt. Auffälligkeiten können frühzeitig erkannt und behandelt werden. Nach der Geburt wird die Plazenta von medizinischem Fachpersonal auf Vollständigkeit und Gesundheitszustand untersucht, um sicherzustellen, dass keine Gewebeteile in der Gebärmutter verblieben sind.

Die Plazenta nach der Geburt

Kurz nach der Geburt des Kindes wird die Plazenta als Nachgeburt ausgestoßen. Dieser Vorgang dauert in der Regel 15 bis 30 Minuten und kann durch leichtes Drücken auf den Bauch oder das Stillen unterstützt werden, da das Stillen die Ausschüttung von Oxytocin anregt, das Gebärmutterkontraktionen fördert. In manchen Kulturen wird der Plazenta eine besondere Bedeutung beigemessen; einige Eltern entscheiden sich dafür, sie zu begraben oder anderweitig zu ehren.

Quellen

  1. Moore, K. L., Persaud, T. V. N., Torchia, M. G. - The Developing Human: Clinically Oriented Embryology (11. Auflage, 2019). Elsevier.
  2. Sadler, T. W. - Langman's Medical Embryology (15. Auflage, 2023). Wolters Kluwer.
  3. Cunningham, F. G. et al. - Williams Obstetrics (26. Auflage, 2022). McGraw-Hill Education.
Produktgalerie überspringen
Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM Pre | Säuglingsanfangsnahrung ab Geburt

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 2 | Folgemilch ab dem 6 Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €
Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Durchschnittliche Bewertung von 0 von 5 Sternen

Mamilac Lactoferrin + MFGM 3 | Folgemilch ab dem 10. Monat

Inhalt: 0.4 kg (37,38 € / 1 kg)

Regulärer Preis: 14,95 €

Geprüfte Qualität & Reinheit

Entwickelt in Deutschland
Laboranalytisch geprüft
Laktose
Mit MFGM
Milchfett aus Sahne
Mit Lactoferrin
Ohne Zusatzstoffe
Ohne Palmöl, Fischöl und Maltodextrin