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Die Hüftdysplasie (auch kongenitale Hüftdysplasie oder Entwicklungsdysplasie der Hüfte, kurz DDH) ist eine der häufigsten angeborenen Erkrankungen des Bewegungsapparats bei Säuglingen. Dabei ist die Hüftpfanne zu flach ausgebildet oder der Oberschenkelknochen (Femur) sitzt nicht richtig in der Pfanne. In schweren Fällen kann es zu einer vollständigen Ausrenkung des Hüftgelenks kommen, die als Hüftluxation bezeichnet wird.
In Deutschland wird die Hüftdysplasie im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung U3 (4.–5. Lebenswoche) routinemäßig per Ultraschall untersucht, sodass sie frühzeitig erkannt werden kann.
Die genauen Ursachen der Hüftdysplasie sind vielfältig und nicht immer eindeutig klärbar. Folgende Faktoren erhöhen das Risiko:
Im Säuglingsalter zeigt die Hüftdysplasie oft keine offensichtlichen Beschwerden, was die frühzeitige Vorsorgeuntersuchung besonders wichtig macht. Mögliche Zeichen, die Eltern bemerken können:
Wichtig: Das Fehlen dieser Zeichen schließt eine Hüftdysplasie nicht aus. Nur eine ärztliche Untersuchung kann Sicherheit geben.
Die Diagnose wird in Deutschland standardmäßig durch den Hüftultraschall nach der Methode von Graf gestellt. Diese schmerzlose Untersuchung misst den Winkel der Hüftpfanne und klassifiziert die Hüfte in verschiedene Typen:
Ergänzend kann eine Röntgenuntersuchung ab dem zweiten Lebenshalbjahr eingesetzt werden, wenn der Hüftkopf bereits verknöchert ist.
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Dysplasie und dem Alter des Kindes. Ziel ist es, den Oberschenkelkopf korrekt in der Hüftpfanne zu positionieren, damit sich das Gelenk normal weiterentwickeln kann.
Bei leichten bis mittelschweren Fällen wird eine Spreizhose oder Pavlik-Bandage eingesetzt. Dieses Hilfsmittel hält die Hüften des Babys in einer gebeugten und gespreizten Position, die die optimale Stellung für die Gelenkentwicklung darstellt. Die Tragedauer beträgt in der Regel mehrere Wochen bis Monate und wird regelmäßig durch Ultraschall kontrolliert.
Bei schwereren Fällen oder wenn die Bandagentherapie nicht ausreicht, kann eine stufenweise Einrenkung unter Narkose (geschlossene Reposition) mit anschließender Gipsruhigstellung (Becken-Bein-Gips) notwendig sein.
Wenn konservative Maßnahmen nicht zum Erfolg führen oder die Diagnose spät gestellt wird, kann eine operative Korrektur der Hüftpfanne oder des Oberschenkelknochens erforderlich sein. Solche Eingriffe werden in der Regel ab dem zweiten Lebensjahr durchgeführt.
Bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung ist die Prognose der Hüftdysplasie beim Baby sehr gut. Die meisten Kinder entwickeln ein vollkommen normales Hüftgelenk ohne bleibende Schäden. Unbehandelt kann die Hüftdysplasie jedoch zu ernsthaften Langzeitfolgen wie frühzeitiger Hüftarthrose, chronischen Schmerzen und Gehbeeinträchtigungen führen. Deshalb sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen im ersten Lebensjahr essenziell.