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Der Kaiserschnitt, medizinisch als Sectio caesarea bezeichnet, ist eine operative Entbindungsmethode, bei der das Kind nicht auf natürlichem Weg durch den Geburtskanal, sondern durch einen chirurgischen Schnitt in die Bauchdecke und die Gebärmutter geboren wird. Der Eingriff gehört zu den häufigsten operativen Eingriffen weltweit und wird sowohl geplant (primäre Sectio) als auch als Notfallmaßnahme unter der Geburt (sekundäre Sectio) durchgeführt.
Es gibt zahlreiche medizinische Gründe, die einen Kaiserschnitt notwendig machen können:
Der Kaiserschnitt wird in der Regel unter Regionalanästhesie (Periduralanästhesie oder Spinalanästhesie) durchgeführt, sodass die Mutter während der Geburt wach bleibt. In Notfällen kann eine Vollnarkose erforderlich sein. Der Chirurg setzt zunächst einen horizontalen Schnitt über dem Schämhaarbereich (sogenannter Pfannenstielschnitt), dann werden Bauchdecke und Gebärmutter schichtweise eröffnet. Das Kind wird entnommen, die Nachgeburt entfernt und alle Schichten werden wieder verschlossen. Der gesamte Eingriff dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten.
Wie jeder operative Eingriff ist auch der Kaiserschnitt mit gewissen Risiken verbunden:
Nach einem Kaiserschnitt bleibt die Mutter in der Regel 3 bis 5 Tage im Krankenhaus. Die vollständige körperliche Erholung dauert mehrere Wochen. Während dieser Zeit sollten schwere körperliche Belastungen vermieden werden. Stillen ist nach einem Kaiserschnitt grundsätzlich möglich, kann jedoch anfänglich etwas länger dauern, bis die Milchproduktion einsetzt. Regelmäßige Nachsorgetermine beim Frauenarzt oder bei der Frauärztin sind wichtig, um die Wundheilung zu überwachen.
Nach einem Kaiserschnitt ist in vielen Fällen eine vaginale Geburt beim nächsten Kind möglich (sogenannte VBAC – Vaginal Birth After Caesarean). Dies hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, wie der Art des Schnitts an der Gebärmutter und dem Verlauf der vorherigen Schwangerschaft. Die Entscheidung wird individuell mit dem behandelnden Geburtsmediziner oder der Geburtsmedizinerin getroffen.
Weltweit hat die Rate an Kaiserschnitten in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen. In Deutschland liegt die Kaiserschnittrate bei etwa 30 Prozent aller Geburten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine Rate von 10 bis 15 Prozent, da ein höherer Anteil nicht mit einer weiteren Verbesserung der mütterlichen oder kindlichen Gesundheit verbunden ist.