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Kassler Schwangerschaft

Was ist Kassler?

Kassler (auch Kasseler geschrieben) ist ein traditionelles deutsches Fleischprodukt, das aus gepökeltem und kaltgeräuchertem Schweinefleisch besteht. Es wird üblicherweise aus dem Rücken, der Schulter oder den Rippchen des Schweins hergestellt. Durch das Pökeln wird das Fleisch mit Nitritplätzchen haltbar gemacht, und das Räuchern verleiht ihm seinen typischen Geschmack. In Deutschland gehört Kassler zu den beliebtesten Fleischgerichten und wird häufig in Kombination mit Sauerkraut oder Erbseneintopf serviert.

Darf man Kassler in der Schwangerschaft essen?

Grundsätzlich ist Kassler in der Schwangerschaft unter bestimmten Bedingungen erlaubt, jedoch sollten Schwangere einige wichtige Punkte beachten:

  • Durchgegart essen: Kassler sollte in der Schwangerschaft stets vollständig durchgegart und heiß serviert werden. Roh oder ungekochtes gepökeltes Fleisch kann Listerien und andere Krankheitserreger enthalten, die für das ungeborene Kind gefährlich sein können.
  • Kein rohes oder kalt geräuchertes Kassler: Kalt geräuchertes Kassler, das nicht erhitzt wurde, sollte in der Schwangerschaft gemieden werden, da es Listerien enthalten kann.
  • Nitritgehalt beachten: Kassler wird mit Nitritplätzchen (Natriumnitrit) gepökelt. Während moderater Konsum als unbedenklich gilt, sollte eine übermäßige Aufnahme von Nitrit vermieden werden.
  • Salzgehalt: Gepökeltes Fleisch enthält viel Salz. Ein hoher Salzkonsum in der Schwangerschaft kann Wassereinlagerungen fördern und sollte daher in Maßen erfolgen.

Risiken durch Listerien

Listerien (Listeria monocytogenes) sind Bakterien, die in rohem oder nicht ausreichend erhitztem Fleisch, aber auch in Rohmilchprodukten und Rauchwaren vorkommen können. Schwangere sind besonders anfällig für eine Listeriose, da das Immunsystem während der Schwangerschaft natürlicherweise geschwächt ist. Eine Listeriose kann zu ernsthaften Komplikationen führen, darunter:

  • Frühgeburt
  • Fehlgeburt
  • Schäden beim Neugeborenen
  • Totgeburt (in schweren Fällen)

Durch vollständiges Erhitzen (mindestens 70 °C Kerntemperatur für zwei Minuten) werden Listerien zuverlässig abgetötet. Vollgekochtes oder durchgebratenes Kassler ist daher sicher.

Nitritpökelsalz und Schwangerschaft

Kassler wird traditionell mit Nitritplätzchen (auch Nitritplätzchen oder Natriumnitrit genannt) haltbar gemacht. Nitrite können im Körper zu Nitrosaminen umgewandelt werden, die in hohen Mengen als potenziell krebserregend gelten. Der gelegentliche Konsum von Kassler in normal üblichen Mengen gilt jedoch laut aktuellem wissenschaftlichem Stand als unbedenklich. Dennoch empfehlen Ernährungsexperten, den Konsum von gepökelten Fleischprodukten während der Schwangerschaft insgesamt zu begrenzen.

Salzkonsum in der Schwangerschaft

Kassler hat aufgrund des Pökelprozesses einen hohen Natriumgehalt. Ein übermäßiger Salzkonsum während der Schwangerschaft kann:

  • Ödeme (Wassereinlagerungen) verstärken
  • Den Blutdruck erhöhen
  • Das Risiko einer Präeklampsie beeinflussen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, den Salzkonsum auf maximal 6 g pro Tag zu begrenzen – für Schwangere gilt diese Empfehlung ebenso.

Empfehlungen für Schwangere

  • Kassler nur in vollständig durchgegarter Form verzehren (heiß zubereitet, nicht kalt).
  • Kalt geräuchertes oder rohes Kassler meiden.
  • Den Konsum auf gelegentliche Portionen begrenzen.
  • Auf eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung achten und magere, frische Fleischsorten bevorzugen.
  • Bei Unsicherheiten den behandelnden Arzt oder eine Hebamme befragen.

Alternativen zu Kassler in der Schwangerschaft

Schwangere, die auf Nummer sicher gehen möchten, können auf folgende Alternativen zurückgreifen:

  • Frisches, vollständig durchgegartes Schweine- oder Hühnerfleisch
  • Gekochter Schinken (ebenfalls erhitzt)
  • Hülsenfrüchte als proteinreiche Alternative
  • Fisch (vollständig gegart, keine Rohmilchprodukte)

Quellen

  1. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Listerien in Lebensmitteln – Risiken für Schwangere. BfR, Berlin, 2022. Verfügbar unter: https://www.bfr.bund.de
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Ernährung in der Schwangerschaft. DGE, Bonn, 2021. Verfügbar unter: https://www.dge.de
  3. World Health Organization (WHO): Listeriosis. WHO Fact Sheet, 2018. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/listeriosis
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