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Die Louwen Diät ist ein Ernährungskonzept, das von dem deutschen Gynäkologen und Geburtsmediziner Prof. Dr. Frank Louwen von der Goethe-Universität Frankfurt entwickelt wurde. Das Konzept basiert auf der Annahme, dass bestimmte Lebensmittel den Geburtsprozess beeinflussen können – insbesondere die Wehentätigkeit und die Weichheit des Muttermunds. Die Diät wird in der Regel ab der 36. bis 37. Schwangerschaftswoche empfohlen und soll die Geburt vorbereiten sowie verkürzen.
Die theoretische Grundlage der Louwen Diät liegt im Arachidonsäure-Stoffwechsel. Arachidonsäure ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die im Körper zu sogenannten Prostaglandinen umgewandelt wird. Prostaglandine spielen eine wichtige Rolle bei der Einleitung und Aufrechterhaltung von Wehen sowie bei der Reifung des Muttermunds. Prof. Louwen und sein Team untersuchten, ob eine Ernährung, die arm an Arachidonsäure ist, den Gehalt dieser Substanz im Körper senken und damit den Geburtsverlauf positiv beeinflussen kann. Erste klinische Untersuchungen lieferten vielversprechende Hinweise, jedoch ist die wissenschaftliche Evidenz noch begrenzt und weitere große Studien sind notwendig.
Die Louwen Diät beruht auf zwei zentralen Säulen: dem Meiden von Lebensmitteln mit hohem Arachidonsäuregehalt und dem vermehrten Konsum von Lebensmitteln, die Arachidonsäure hemmen oder alternative Fettsäuren liefern.
Datteln nehmen in der Louwen Diät eine besondere Rolle ein. Mehrere kleinere klinische Studien, darunter eine Untersuchung aus Jordanien (Al-Kuran et al., 2011), zeigten, dass Frauen, die in den letzten vier Wochen der Schwangerschaft täglich ca. 60–70 Gramm Datteln (etwa 6 Datteln) konsumierten, einen höheren Bishop-Score (Reifegrad des Muttermunds) bei der Aufnahme zur Geburt aufwiesen, seltener eine künstliche Geburtseinleitung benötigten und kürzere Latenzphasen der Geburt hatten. Die genauen Wirkmechanismen sind noch nicht vollständig geklärt, werden jedoch mit den in Datteln enthaltenen Oxytocin-ähnlichen Verbindungen sowie dem hohen Gehalt an Ballaststoffen, Mineralstoffen und natürlichem Zucker in Verbindung gebracht.
Die Louwen Diät richtet sich speziell an Schwangere im letzten Schwangerschaftsdrittel, typischerweise ab der 36. Schwangerschaftswoche (SSW). Sie stellt keine strenge therapeutische Diät dar, sondern eher eine ernährungsbewusste Anpassung des Speiseplans. Wichtige Hinweise für die Anwendung:
Generell gilt die Louwen Diät als sicher, da sie hauptsächlich auf einer ausgewogenen, pflanzlich betonten Ernährung mit Fisch basiert. Dennoch sind folgende Aspekte zu beachten:
Prof. Louwen und sein Team an der Goethe-Universität Frankfurt führten mehrere Beobachtungsstudien und kleinere kontrollierte Studien durch. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Louwen Diät den Geburtsverlauf positiv beeinflussen kann, jedoch fehlen bislang großangelegte, randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), die eine eindeutige klinische Empfehlung rechtfertigen würden. Die Forschung in diesem Bereich ist weiterhin aktiv.