Magnesium Schwangerschaft
Magnesium in der Schwangerschaft – Bedeutung und Hintergründe
Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, der an über 300 enzymatischen Reaktionen im Körper beteiligt ist. Während der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Magnesium deutlich an, da der menschliche Organismus diesen Mineralstoff nicht selbst herstellen kann und er sowohl für die Mutter als auch für das wachsende Kind benötigt wird. Eine ausreichende Magnesiumversorgung ist daher in der Schwangerschaft besonders wichtig.
Warum ist Magnesium in der Schwangerschaft so wichtig?
Magnesium erfüllt in der Schwangerschaft zahlreiche lebenswichtige Funktionen:
- Muskel- und Nervenfunktion: Magnesium reguliert die Erregbarkeit von Muskeln und Nerven. Ein Mangel kann zu schmerzhaften Wadenkrämpfen führen, die viele Schwangere kennen.
- Knochen- und Zahnentwicklung des Kindes: Magnesium arbeitet eng mit Kalzium und Phosphor zusammen und ist an der Mineralisation der Knochen und Zähne des Ungeborenen beteiligt.
- Regulierung des Blutdrucks: Magnesium trägt zur Entspannung der Blutgefäßwände bei und kann helfen, einen erhöhten Blutdruck in der Schwangerschaft zu reduzieren.
- Energiegewinnung: Als Cofaktor vieler Enzyme ist Magnesium an der Energieproduktion beteiligt und kann so die Erschleunigung, die viele Schwangere erleben, unterstützen.
- Vorzeitige Wehen: Magnesium hat eine gebärmuttenentspannende Wirkung und kann bei drohenden Frühgeburten medizinisch eingesetzt werden.
Tagesbedarf in der Schwangerschaft
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt schwangeren Frauen eine tägliche Magnesiumzufuhr von 310 mg. Dies entspricht einer leichten Erhöhung gegenüber dem Bedarf nicht schwangerer Frauen (300 mg/Tag). In der Stillzeit steigt der Bedarf auf etwa 390 mg pro Tag. Die genaue Dosierung sollte immer mit einem Arzt oder einer Hebamme abgestimmt werden.
Ernährungsquellen: Magnesium durch die Nahrung aufnehmen
Eine ausgewogene, magnesiumreiche Ernährung ist die beste Grundlage für eine gute Versorgung. Besonders magnesiumreiche Lebensmittel sind:
- Vollkornprodukte (z.B. Vollkornbrot, Haferflocken)
- Hülsenfrüchte (z.B. Linsen, Bohnen, Kichererbsen)
- Nüsse und Samen (z.B. Kürbiskerne, Mandeln, Sonnenblumenkerne)
- Dunkelgrünes Gemüse (z.B. Spinat, Brokkoli, Mangold)
- Bitterschokolade (mit hohem Kakaoanteil)
- Mineralwasser mit hohem Magnesiumgehalt
Symptome eines Magnesiummangels in der Schwangerschaft
Ein Magnesiummangel (Hypomagnesiämie) kann sich in der Schwangerschaft auf verschiedene Weisen äußern:
- Wadenkrämpfe, besonders nachts
- Muskelzuckungen und -zittern
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Händen und Füßen
- Müdigkeit und erhöhte Reizbarkeit
- Kopfschmerzen
- Schlafstörungen
- Verstopfung
- Vorzeitige Wehentätigkeit (in schweren Fällen)
Bei Verdacht auf einen Magnesiummangel sollte zeitnah eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.
Risikogruppen für Magnesiummangel
Nicht alle Schwangeren sind gleich stark von einem Magnesiummangel betroffen. Bestimmte Gruppen haben ein erhöhtes Risiko:
- Schwangere mit morgendlicher Übelkeit und Erbrechen (reduzierte Nahrungsaufnahme)
- Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften
- Schwangere mit Diabetes mellitus
- Frauen mit Magen-Darm-Erkrankungen, die die Aufnahme beeinträchtigen
- Frauen, die bestimmte Medikamente einnehmen (z.B. Diuretika)
Magnesiumpräparate in der Schwangerschaft
Wenn der Magnesiumbedarf nicht allein über die Ernährung gedeckt werden kann, können Magnesiumpräparate sinnvoll sein. Im Handel sind verschiedene Verbindungen erhältlich, darunter Magnesiumcitrat, Magnesiumoxid und Magnesiumglycinat. Magnesiumcitrat gilt als besonders gut vom Körper aufnehmbar (bioverfügbar). Die Einnahme sollte jedoch immer ärztlich begleitet werden, da eine Überdosierung zu Nebenwirkungen wie Durchfall führen kann.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Magnesium gilt in der Schwangerschaft als gut verträglich und sicher. Bei zu hoher Dosierung kann es zu weichem Stuhl oder Durchfall kommen. Eine schwerwiegende Überdosierung (Hypermagnesiämie) ist bei gesunden Nieren sehr selten, da überschüssiges Magnesium über die Nieren ausgeschieden wird. Die Einnahme von Magnesiumpräparaten sollte stets mit dem behandelnden Arzt oder der Hebamme abgesprochen werden.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Magnesium. 2. Auflage, 2019. Verfügbar unter: www.dge.de
- World Health Organization (WHO): Guideline: Calcium supplementation in pregnant women. Geneva, 2013. Verfügbar unter: www.who.int
- Scholl TO, Hediger ML, Bendich A, Schall JI, Smith WK, Krueger PM: Use of multivitamin/mineral prenatal supplements: influence on the outcome of pregnancy. American Journal of Epidemiology, 2013.