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Magnesiumsalze der Zitronensäure

Was sind Magnesiumsalze der Zitronsäure?

Magnesiumsalze der Zitronsäure, wissenschaftlich als Magnesiumcitrat bezeichnet, entstehen durch die Verbindung von Magnesium mit Zitronsäure. Sie gehören zur Gruppe der organischen Magnesiumverbindungen und werden sowohl als Nahrungsergänzungsmittel als auch als zugelassener Lebensmittelzusatzstoff (E 345) in der Lebensmittelindustrie verwendet. Im Vergleich zu anorganischen Magnesiumverbindungen wie Magnesiumoxid oder Magnesiumsulfat zeichnet sich Magnesiumcitrat durch eine besonders hohe Bioverfügbarkeit aus, das heißt, der Körper kann es effizient aufnehmen und verwerten.

Biologische Funktionen von Magnesium

Magnesium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der an über 300 enzymatischen Reaktionen im menschlichen Körper beteiligt ist. Die wichtigsten Funktionen umfassen:

  • Muskelfunktion: Magnesium reguliert die Muskelkontraktion und -entspannung und beugt so Krämpfen vor.
  • Nervensystem: Es unterstützt die Reizweiterleitung zwischen Nervenzellen und trägt zur normalen psychischen Funktion bei.
  • Energiestoffwechsel: Magnesium ist essenziell für die Produktion von ATP (Adenosintriphosphat), dem wichtigsten Energieträger der Zellen.
  • Knochen und Zähne: Es trägt zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne bei.
  • Eiweißsynthese: Magnesium ist an der Herstellung von Proteinen beteiligt.
  • Elektrolythaushalt: Es hilft, den Elektrolythaushalt des Körpers aufrechtzuerhalten.

Anwendungsgebiete

Als Nahrungsergänzungsmittel

Magnesiumcitrat wird häufig zur Vorbeugung und Behandlung von Magnesiummangel eingesetzt. Typische Anwendungsbereiche sind:

  • Muskelkrämpfe und Wadenkrämpfe
  • Erhöhter Magnesiumbedarf in der Schwangerschaft
  • Unterstützung bei sportlicher Belastung
  • Stressbedingte Erschöpfung und Schlafstörungen
  • Migräneprophylaxe (vorbeugende Behandlung)

Als Lebensmittelzusatzstoff (E 345)

In der Lebensmittelindustrie dient Magnesiumcitrat als Säureregulator und Stabilisator. Es wird unter der EU-Zusatzstoffnummer E 345 geführt und ist in verschiedenen verarbeiteten Lebensmitteln zugelassen, um den pH-Wert zu regulieren und die Haltbarkeit zu verbessern.

Bioverfügbarkeit und Wirkmechanismus

Die hohe Bioverfügbarkeit von Magnesiumcitrat beruht auf seiner guten Wasserlöslichkeit. Im sauren Milieu des Magens löst sich das Salz gut auf und wird im Dünndarm effizient resorbiert. Studien zeigen, dass organische Magnesiumverbindungen wie Citrat im Vergleich zu anorganischen Verbindungen eine deutlich höhere Absorptionsrate aufweisen. Die Zitronsäure selbst ist ein Zwischenprodukt des Citratzyklus, eines zentralen Stoffwechselweges zur Energiegewinnung in den Zellen, was die gute Verträglichkeit und Verwertbarkeit erklärt.

Dosierungsempfehlungen

Die empfohlene tägliche Magnesiumzufuhr variiert je nach Alter und Geschlecht. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gelten folgende Richtwerte:

  • Erwachsene Männer: 350–400 mg Magnesium pro Tag
  • Erwachsene Frauen: 300–350 mg Magnesium pro Tag
  • Schwangere: 310 mg Magnesium pro Tag
  • Stillende: 390 mg Magnesium pro Tag

Bei der Einnahme von Magnesiumcitrat als Nahrungsergänzungsmittel sollte die tolerable Tagesdosis von 250 mg zusätzlichem Magnesium aus Ergänzungsmitteln (gemäß EFSA-Empfehlung) nicht überschritten werden.

Nahrungsquellen

Magnesium kommt natürlicherweise in zahlreichen Lebensmitteln vor. Gute Quellen sind:

  • Grünes Blattgemüse (z. B. Spinat, Mangold)
  • Nüsse und Samen (z. B. Kürbiskerne, Mandeln, Cashews)
  • Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte
  • Dunkle Schokolade
  • Fisch (z. B. Makrele, Lachs)
  • Mineralwasser mit hohem Magnesiumgehalt

Mangelsymptome

Ein Magnesiummangel (Hypomagnesiemämie) kann sich durch verschiedene Beschwerden äußern:

  • Muskelkrämpfe und Zuckungen
  • Erhöhte Reizbarkeit und Nervosität
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Schlafstörungen
  • Herzrhythmusstörungen (in schweren Fällen)
  • Taubheitsgefühle und Kribbeln

Nebenwirkungen und Sicherheit

Magnesiumcitrat gilt bei empfohlener Dosierung als gut verträglich. Bei Überdosierung können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Durchfall und weicher Stuhlgang (häufigste Nebenwirkung)
  • Bauchkrämpfe und Übelkeit
  • Bei sehr hohen Dosen: Blutdruckabfall, Muskelschwäche (sehr selten)

Personen mit schwerer Niereninsuffizienz sollten Magnesiumpräparate nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen, da die Nieren für die Ausscheidung von überschüssigem Magnesium zuständig sind.

Wechselwirkungen

Magnesiumcitrat kann die Aufnahme oder Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen:

  • Antibiotika (z. B. Tetracycline, Fluorchinolone): Magnesium kann deren Absorption vermindern. Ein zeitlicher Abstand von mindestens 2 Stunden wird empfohlen.
  • Biphosphonate (bei Osteoporose): ähnliche Wechselwirkungen wie bei Antibiotika möglich.
  • Diuretika: Bestimmte Diuretika (Entwässerungsmittel) können den Magnesiumverlust erhöhen.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Magnesium. www.dge.de (2024).
  2. European Food Safety Authority (EFSA): Scientific Opinion on Dietary Reference Values for Magnesium. EFSA Journal, 2015;13(7):4186.
  3. Schüchardt, J.P. & Hahn, A.: Intestinal Absorption and Factors Influencing Bioavailability of Magnesium. Current Nutrition and Food Science, 2017;13(4):260–278.
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