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Medikamente zum Abstillen sind verschreibungspflichtige Arzneimittel, die eingesetzt werden, um die Milchproduktion (Laktation) zu hemmen oder vollständig zu unterbinden. Sie kommen zum Einsatz, wenn Stillende die Laktation aus medizinischen oder persönlichen Gründen rasch beenden möchten, oder wenn nach einer Geburt keine Stillzeit gewünscht wird.
Der häufigste Wirkstoff in diesem Bereich ist Cabergolin (Handelsname z.B. Dostinex), ein Dopaminagonist, der die Ausschüttung des Hormons Prolaktin aus der Hirnanhängedruse (Hypophyse) hemmt. Prolaktin ist das zentrale Hormon, das die Milchproduktion steuert. Seltener wird auch Bromocriptin eingesetzt, das ähnlich wirkt, aber häufiger Nebenwirkungen verursacht.
Die Milchproduktion wird hauptsächlich durch das Hormon Prolaktin reguliert, das in der Hypophyse gebildet wird. Dopaminagonisten wie Cabergolin binden an Dopaminrezeptoren in der Hypophyse und hemmen dadurch die Freisetzung von Prolaktin. Ohne ausreichend Prolaktin stellt die Brustdrüse die Milchproduktion ein.
Die genaue Dosierung richtet sich nach dem verwendeten Wirkstoff und dem Anwendungsfall. Cabergolin wird typischerweise als Einmaldosis von 1 mg (zwei Tabletten zu je 0,5 mg) unmittelbar nach der Geburt oder zu Beginn des Abstillens eingenommen. Bei bereits bestehender Laktation kann eine höhere oder geteilte Dosis notwendig sein. Die genaue Dosierung wird immer vom behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin festgelegt.
Bromocriptin wird üblicherweise über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen in aufgeteilten Tagesdosen eingenommen. Aufgrund des höheren Nebenwirkungsprofils wird es jedoch seltener eingesetzt als Cabergolin.
Wie alle Medikamente können auch Mittel zum Abstillen Nebenwirkungen verursachen. Die häufigsten sind:
Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen von Bromocriptin umfassen Krampfanfälle sowie kardiovaskuläre Ereignisse. Aus diesem Grund wird Bromocriptin zur Laktationshemmung in vielen Ländern nicht mehr routinemäßig empfohlen.
Medikamente zum Abstillen dürfen nicht angewendet werden bei:
Eine ärztliche Beratung vor der Einnahme ist zwingend erforderlich.
In vielen Fällen kann das Abstillen auch ohne Medikamente erfolgen. Dabei wird die Stillfrequenz schrittweise reduziert, sodass die Milchproduktion natürlich zurückgeht. Kühlende Umschläge und das Tragen eines gut stützenden BHs können Beschwerden lindern. Bei Bedarf kann eine Hebamme oder eine Stillberaterin unterstützend hinzugezogen werden.
Eine ärztliche Konsultation ist notwendig, wenn: