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Als Milcheinschuss bezeichnet man den Zeitpunkt, an dem die Brustdrüse nach der Geburt von der Produktion der nährstoffreichen Erstmilch (Kolostrum) auf die Produktion der reifen Muttermilch umstellt. Dieser Prozess ist hormonell gesteuert und wird durch den Abfall des Hormons Progesteron nach der Entbindung sowie durch den Anstieg von Prolaktin ausgelöst. Die Brust fühlt sich dabei oft prall, warm und schwer an – ein Zeichen, dass die Milchproduktion in vollem Gange ist.
Nach einem Kaiserschnitt (Sectio caesarea) kann der Milcheinschuss häufig später eintreten als nach einer vaginalen Geburt. Während er bei einer natürlichen Geburt in der Regel zwischen dem 2. und 4. Tag nach der Entbindung einsetzt, kann er nach einem Kaiserschnitt um einige Tage verzögert sein. Die Gründe dafür sind vielfältig:
Der Milcheinschuss äußert sich häufig durch folgende Zeichen:
Das frühzeitige Anlegen des Neugeborenen an die Brust – idealerweise bereits im Operationssaal oder im Aufwachraum – ist einer der wichtigsten Faktoren zur Förderung der Milchproduktion. Jedes Anlegen sendet dem Körper das Signal, mehr Prolaktin auszuschütten. Experten empfehlen, das Baby in den ersten Wochen mindestens 8 bis 12 Mal pro Tag anzulegen.
Der direkte Hautkontakt zwischen Mutter und Kind, auch Kangurupflege genannt, fördert die Ausschüttung von Oxytocin und unterstützt so den Milchfluss. Dieser Kontakt kann in vielen Fällen noch im Operationssaal begonnen werden.
Wenn das direkte Stillen unmittelbar nach dem Kaiserschnitt nicht möglich ist, kann das regelmäßige Abpumpen mit einer elektrischen Milchpumpe den Stillreiz aufrechterhalten. Hebammen empfehlen, spätestens 6 Stunden nach der Entbindung mit dem Abpumpen zu beginnen, falls das Anlegen nicht möglich ist.
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2 bis 3 Liter pro Tag) sowie eine nährstoffreiche Ernährung unterstützen die Milchbildung. Bestimmte Lebensmittel wie Haferflöcken, Fenchel und Brähefe werden traditionell als milchfördernd angesehen, wobei die wissenschaftliche Evidenz noch begrenzt ist.
Professionelle Begleitung durch eine erfahrene Hebamme oder eine zertifizierte Stillberaterin (IBCLC) ist besonders nach einem Kaiserschnitt sehr wertvoll. Sie kann beim richtigen Anlegen helfen, Stillprobleme frühzeitig erkennen und individuelle Unterstützung bieten.
In den meisten Fällen setzt der Milcheinschuss auch nach einem Kaiserschnitt innerhalb von 3 bis 5 Tagen ein. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt, wenn: