-
DE
Moxen, auch Moxibustion genannt, ist eine traditionelle Behandlungsmethode aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Dabei wird getrocknetes Kraut der Pflanze Beifuss (Artemisia vulgaris) verbrannt und die dabei entstehende Wärme gezielt auf bestimmte Akupunkturpunkte des Körpers angewendet. In der Schwangerschaft wird Moxen vor allem eingesetzt, um ein Kind aus der Steisslage (Beckenendlage) in die für die Geburt optimale Kopflage zu drehen. Die Behandlung gilt in vielen Ländern als sanfte, nichtinvasive Ergänzung zur schulmedizinischen Geburtsvorbereitug.
Die bekannteste Anwendung des Moxens während der Schwangerschaft ist die Behandlung der Beckenendlage (Steisslage). Das Kind liegt dabei mit dem Po oder den Füßen nach unten, anstatt mit dem Kopf in Richtung Geburtskanal. Eine Spontangeburt ist in dieser Lage erschwert und erhöht das Risiko eines Kaiserschnitts.
In der TCM wird für die Lagekorrektur des Kindes der Akupunkturpunkt Blase 67 (Bl 67) verwendet. Dieser Punkt befindet sich am äußeren Rand des kleinen Zehs, an der Basis des Nagelwinkels. Durch die Wärmestimulation dieses Punktes soll laut TCM-Theorie die Bewegungsaktivität des Kindes im Mutterleib angeregt werden, sodass es sich eigenständig in die Kopflage dreht.
Die Behandlung wird typischerweise ab der 34. bis 36. Schwangerschaftswoche durchgeführt, da das Kind in diesem Zeitraum noch ausreichend Platz zur Drehbewegung hat. Eine Moxarolle (ein aus Beifuss gepresster Zylinder) wird angezündet und in einem Abstand von etwa 2–3 cm über dem Punkt Bl 67 gehalten, ohne die Haut zu berühren. Die Wärme wird für etwa 15–20 Minuten pro Seite angewendet. Die Behandlung kann in der Praxis durch eine Fachperson oder nach Einweisung zu Hause durchgeführt werden. Meistens werden mehrere Sitzungen über einen Zeitraum von 1–2 Wochen empfohlen.
Aus wissenschaftlicher Sicht ist der genaue Wirkmechanismus des Moxens noch nicht vollständig geklärt. Es gibt verschiedene Erklärungsansätze:
Die wissenschaftliche Studienlage zur Wirksamkeit von Moxibustion bei Steisslage ist gemischt. Einige randomisierte kontrollierte Studien, darunter eine bekannte Studie aus dem Journal of the American Medical Association (JAMA), zeigten, dass Moxen in Kombination mit Akupunktur die Rate der Kopflagen-Drehung im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant erhöhen konnte. Andere Studien und systematische Übersichtsarbeiten kommen jedoch zu dem Schluss, dass die Evidenz nicht ausreichend ist, um eine eindeutige Empfehlung auszusprechen. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) betrachtet Moxibustion derzeit als mögliche ergänzende Maßnahme, jedoch nicht als Standardtherapie.
Moxen gilt bei korrekter Anwendung als weitgehend sicher für Mutter und Kind. Dennoch gibt es wichtige Sicherheitshinweise und Gegenanzeigen:
Neben dem Moxen gibt es weitere Methoden, die versuchen, ein Kind aus der Steisslage zu drehen:
Moxen kann als ergänzende Methode neben diesen Ansätzen eingesetzt werden, ersetzt jedoch keine ärztlich begleitete Behandlung.