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Mundfäule, medizinisch als Gingivostomatitis herpetica bezeichnet, ist eine Erstinfektion mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1). Sie tritt besonders häufig bei Säuglingen und Kleinkindern zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 5. Lebensjahr auf. Die Erkrankung verläuft bei Babys oft intensiver als bei älteren Kindern und kann sehr schmerzhaft sein, was das Trinken und Essen stark beeinträchtigt.
Auslöser der Mundfäule ist das Herpes-simplex-Virus Typ 1. Die Übertragung erfolgt über direkten Kontakt mit infiziertem Speichel, beispielsweise durch:
Viele Erwachsene tragen HSV-1 in sich, ohne es zu wissen, da die Erstinfektion häufig unbemerkt verläuft. Das Virus ist hochansteckend, solange Bläschen vorhanden sind.
Die Symptome der Mundfäule beim Baby entwickeln sich meist innerhalb weniger Tage und können sehr ausgeprägt sein:
Die akute Phase dauert in der Regel 7 bis 14 Tage. In dieser Zeit besteht das Risiko einer Austrocknungszeit (Dehydration), insbesondere wenn das Baby zu wenig trinkt.
Die Diagnose wird in der Regel durch den Kinderarzt anhand des typischen klinischen Bildes gestellt. Charakteristisch sind die schmerzhaften Bläschen im gesamten Mundbereich in Kombination mit hohem Fieber. In unklaren Fällen kann ein Abstrich aus den Bläschen entnommen und auf HSV-1 untersucht werden. Eine Blutuntersuchung auf Antikörper ist ebenfalls möglich, in der Praxis aber selten notwendig.
Eine kausale Behandlung, die das Virus direkt bekämpft, ist bei Babys nur in schweren Fällen notwendig. Im Vordergrund steht die unterstützende Therapie:
In schweren Fällen oder bei immungeschwächten Säuglingen kann der Kinderarzt das antivirale Medikament Aciclovir verschreiben. Es hemmt die Vermehrung des Herpesvirus und verkürzt den Krankheitsverlauf, wenn es frühzeitig eingesetzt wird.
Eltern sollten umgehend einen Kinderarzt aufsuchen oder die Notaufnahme aufsuchen, wenn:
Da HSV-1 sehr ansteckend ist, sind hygienische Maßnahmen wichtig:
Das Herpesvirus verbleibt nach der Erstinfektion lebenslang im Körper und kann später als Lippenherpess reaktiviert werden, meist ausgelöst durch Stress, Sonneneinstrahlung oder eine Schwächung des Immunsystems.