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Ein Nabelbruch (medizinisch: Umbilikalhernie) in der Schwangerschaft bezeichnet das Austreten von Bauchfell oder Bauchorganen durch eine natürliche oder erworbene Schwächestelle in der Bauchwand im Bereich des Nabels. Während der Schwangerschaft wächst die Gebärmutter stetig und erhöht den Druck auf die Bauchwand. Dadurch können bestehende Schwachstellen am Nabel aufbrechen oder sich vergrößern. Der Nabelbruch zeigt sich typischerweise als sichtbare Vorwölbung oder Beule am Nabel.
In der Schwangerschaft entstehen Nabelhüche durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren:
Die Symptome eines Nabelbruchs während der Schwangerschaft können von leicht bis ausgeprägt variieren:
Die Diagnose eines Nabelbruchs in der Schwangerschaft erfolgt in der Regel klinisch, das heißt durch eine körperliche Untersuchung durch den Arzt oder die Ärztin. Dabei wird die Vorwölbung am Nabel ertastet und beurteilt, ob der Bruchinhalt zurückgeschoben werden kann (reponibel) oder nicht (irreponibel). In bestimmten Fällen kann ein Ultraschall eingesetzt werden, um den Bruch genauer zu beurteilen und gleichzeitig das ungeborene Kind zu kontrollieren. Eine Strahlenbelastung durch Röntgen oder CT wird in der Schwangerschaft vermieden.
In den meisten Fällen wird ein Nabelbruch in der Schwangerschaft zunächst konservativ behandelt, da eine Operation während der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen notwendig ist:
Eine Operation während der Schwangerschaft wird nur dann durchgeführt, wenn eine Inkarzeration (Einschnürung des Bruchinhalts mit Durchblutungsunterbrechung) vorliegt, da dies einen medizinischen Notfall darstellt. In diesem Fall müssen Arzt und Patientin die Risiken für Mutter und Kind sorgfältig abwägen. Nach der Geburt, insbesondere wenn kein weiterer Kinderwunsch besteht, kann der Nabelbruch operativ versorgt werden. Der Eingriff erfolgt in der Regel durch Reposition des Bruchinhalts und Verschluss der Bruchpforte, gegebenenfalls mit Unterstützung durch ein Kunststoffnetz.
Die gefährlichste Komplikation eines Nabelbruchs ist die Inkarzeration: Der Bruchinhalt (zum Beispiel ein Teil des Darms) wird eingeklemmt und nicht mehr ausreichend durchblutet. Zeichen hierfür sind plötzlich starke Schmerzen, eine harte, nicht zurückdrückbare Vorwölbung, Übelkeit und Erbrechen. In diesem Fall ist sofortiges ärztliches Handeln erforderlich. Ohne Behandlung kann es zu einem Darmverschluss oder einer Gewebsnekrose kommen.
Nach der Geburt verringert sich der Druck auf die Bauchwand wieder. Kleine Nabelhüche können sich spontan zurückbilden, insbesondere wenn die Bauchwandmuskulatur durch gezieltes Training gestärkt wird. Größere Brüche oder solche, die Beschwerden verursachen, werden in der Regel einige Monate nach der Entbindung operativ versorgt. Frauen, die einen weiteren Kinderwunsch haben, wird häufig empfohlen, die Operation bis nach dem Abschluss der Familienplanung zu verschieben, um ein Rückfallrisiko zu minimieren.
Schwangere sollten bei folgenden Anzeichen umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen: