Nabelstein
Was ist ein Nabelstein?
Ein Nabelstein, medizinisch auch Omphalolith oder Nabelkonkrement genannt, ist eine feste, meist dunkle Masse, die sich im Bauchnabel ansammeln kann. Er besteht aus einer Mischung aus abgestorbenen Hautzellen (Korneozyten), Talg (Sebum), Schweiß, Fasern aus Kleidung, Schmutz und Bakterien. Diese Substanzen verdichten sich über einen langen Zeitraum zu einer härteren Masse, die dem Nabel ein dunkles, verfestigtes Aussehen verleiht.
Nabelsteine sind zwar selten, aber durchaus bekannte Befunde in der dermatologischen und chirurgischen Praxis. Sie werden häufig zufällig entdeckt, etwa bei einer körperlichen Untersuchung.
Ursachen
Die Entstehung eines Nabelsteins ist in erster Linie auf unzureichende Reinigung des Bauchnabels zurückzuführen. Bestimmte Faktoren können die Bildung begünstigen:
- Mangelnde Hygiene: Der Bauchnabel, insbesondere bei tiefer, eingestülpter Form (Nabelgrube), ist schwer zu reinigen und häufig vernachlässigt.
- Starke Behäarung: Bauchbehaarung kann dazu beitragen, dass Partikel im Nabelbereich zurückgehalten werden.
- Übergewicht: Bei adipösen Personen ist der Nabel oft tiefer und feuchter, was die Ansammlung von organischem Material fördert.
- Anatomie des Nabels: Ein tief eingestülpter Nabel hat eine größere Oberfläche, auf der sich Substanzen ablagern können.
- Langer Zeitraum ohne Reinigung: Nabelsteine entstehen meist über viele Jahre hinweg.
Symptome
In vielen Fällen verursacht ein Nabelstein zunächst keine Beschwerden. Dennoch können folgende Zeichen auftreten:
- Sichtbare, harte, dunkle oder schwarze Masse im Nabel
- Unangenehmer Geruch durch bakterielle Besiedelung
- Juckreiz oder Brennen im Nabelbereich
- Rötung, Schwellung oder Entzündung (Omphalitis)
- Sekretbildung oder Ausfluss aus dem Nabel
- In seltenen Fällen Schmerzen, vor allem bei Infektion
Wird der Nabelstein nicht behandelt, kann es zu einer bakteriellen Infektion kommen, die ärztliche Behandlung erfordert.
Diagnose
Die Diagnose eines Nabelsteins erfolgt in der Regel durch klinische Untersuchung. Der Arzt oder die Ärztin inspiziert den Bauchnabel und kann die Masse tastbar oder sichtbar feststellen. In seltenen Fällen, wenn eine Infektion oder eine tiefere Ausdehnung vermutet wird, kann eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) oder eine Computertomographie (CT) durchgeführt werden, um das Ausmaß der Ansammlung besser zu beurteilen.
Behandlung
Die Behandlung eines Nabelsteins ist in den meisten Fällen unkompliziert und kann ambulant erfolgen:
- Aufweichen und Entfernen: Der Nabelstein wird zunächst mit Öl (z. B. Baböl, Mandelöl oder Olivenöl) oder einer physiologischen Kochsalzlösung über mehrere Stunden oder Tage aufgeweicht. Anschließend kann er vorsichtig mit einem Wattestäbchen oder durch den Arzt mit einer Pinzette entfernt werden.
- Ärztliche Entfernung: Bei größeren oder fest haftenden Steinen ist eine Entfernung durch medizinisches Fachpersonal empfehlenswert, um Verletzungen der empfindlichen Nabelregion zu vermeiden.
- Behandlung einer Infektion: Liegt eine bakterielle Infektion (Omphalitis) vor, werden Antibiotika – topisch oder systemisch – eingesetzt.
- Chirurgische Entfernung: In sehr seltenen Fällen, wenn der Stein sehr groß ist oder Komplikationen aufgetreten sind, kann ein kleiner chirurgischer Eingriff notwendig sein.
Vorbeugung
Die beste Vorbeugung gegen einen Nabelstein ist eine regelmäßige und sorgfältige Nabelhygiene. Folgende Maßnahmen werden empfohlen:
- Den Bauchnabel beim Duschen oder Baden mit lauwarmem Wasser und milder Seife reinigen.
- Den Nabel nach dem Waschen gut trockentupfen, um Feuchtigkeit und damit Bakterienwachstum zu vermeiden.
- Gelegentlich mit einem sauberen Wattestäbchen den Nabel vorsichtig reinigen.
- Keine scharfen Gegenstände verwenden, um Verletzungen zu vermeiden.
Quellen
- Akkus G., Inan I. - Omphalolith: A Rare Cause of Umbilical Mass. Turkish Journal of Surgery, 2017.
- Yildiz S. et al. - Omphalolith Causing Umbilical Hernia. Annals of Saudi Medicine, 2009.
- Stulberg D.L. et al. - Common Bacterial Skin Infections. American Family Physician, 2002.