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Paracetamol (auch bekannt als Acetaminophen) ist ein weit verbreitetes Schmerz- und Fiebermittel, das weltweit von schwangeren Frauen eingesetzt wird. Es gilt seit Jahrzehnten als das Analgetikum der ersten Wahl während der Schwangerschaft, da es im Vergleich zu anderen Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Aspirin als relativ sicher eingestuft wurde. Dennoch haben neuere wissenschaftliche Studien Fragen zu möglichen Risiken einer längerfristigen Anwendung aufgeworfen, weshalb ein bewusster und gezielter Einsatz empfohlen wird.
Paracetamol wird in der Schwangerschaft häufig eingesetzt bei:
Während andere Schmerzmittel wie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR, z. B. Ibuprofen) im zweiten und dritten Trimester kontraindiziert sind, wird Paracetamol in allen drei Schwangerschaftsphasen grundsätzlich als anwendbar betrachtet – allerdings stets in der niedrigsten wirksamen Dosis und für die kürzestmögliche Zeit.
Paracetamol wirkt durch die Hemmung der Prostaglandinsynthese im zentralen Nervensystem. Es besitzt analgetische (schmerzlindernde) und antipyretische (fiebersenkungs-) Eigenschaften, hat jedoch kaum entzündungshemmende Wirkung. Im Gegensatz zu den NSAR beeinflusst Paracetamol den Prostaglandinhaushalt peripher nur gering, was das Risiko eines vorzeitigen Verschlusses des Ductus arteriosus (eine wichtige Gefäßverbindung beim Fetus) reduziert.
Traditionell galt Paracetamol als sicheres Analgetikum in der Schwangerschaft. Neuere Studien und Übersichtsarbeiten haben jedoch potenzielle Risiken bei einer längerfristigen oder häufigen Einnahme identifiziert:
Es ist wichtig zu betonen, dass es sich bei diesen Befunden überwiegend um Beobachtungsstudien handelt, die keine direkte Kausalität belegen. Regelmäßige, kurzfristige Anwendung in therapeutischen Dosen gilt nach aktuellem Wissenstand weiterhin als vertretbar.
Die meisten europäischen und internationalen Gesundheitsbehörden, darunter die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), empfehlen:
Bevor Paracetamol eingenommen wird, können nicht-medikamentöse Maßnahmen in Betracht gezogen werden:
Bei Fieber in der Schwangerschaft sollte jedoch immer zügig gehandelt werden, da anhaltendes hohes Fieber ernsthafte Risiken für den Fötus darstellt. In diesem Fall ist eine rasche Fiebersenkung mit Paracetamol medizinisch sinnvoll und empfohlen.
Schwangere sollten in folgenden Situationen umgehend eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen: