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Ringelröteln Baby

Was sind Ringelröteln beim Baby?

Ringelröteln (medizinisch: Erythema infectiosum) sind eine ansteckende Viruserkrankung, die vor allem Kinder im Kleinkind- und Schulalter betrifft, jedoch auch Säuglinge erkranken können. Ausgelöst wird die Krankheit durch das Parvovirus B19, ein weit verbreitetes Virus aus der Familie der Parvoviridae. Bei gesunden Babys verläuft die Infektion in den meisten Fällen mild und ohne Komplikationen.

Ursachen und Übertragung

Das Parvovirus B19 wird hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen, also beim Hüsten, Niesen oder engen Kontakt mit infizierten Personen. Auch eine Übertragung über infizierte Hände ist möglich. Babys können sich vor allem in der Nähe älterer Geschwister oder in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krippen anstecken. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 4 bis 14 Tage, in manchen Fällen bis zu 21 Tage.

Symptome bei Babys

Die Erkrankung verläuft typischerweise in mehreren Phasen:

  • Erste Phase: Leichtes Fieber, Müdigkeit, Schnupfen und allgemeines Unwohlsein – ähnlich wie bei einem einfachen Infekt.
  • Zweite Phase: Charakteristisches Schmetterlingserythem im Gesicht – die Wangen röten sich stark (sogenannte „Ohrfeigenwänge“), während das Munddreieck blass bleibt.
  • Dritte Phase: Ausbreitung eines netzartig-girlandenförmigen Hautausschlags auf Rumpf, Arme und Beine. Der Ausschlag kann durch Wärme, Sonnenlicht oder körperliche Anstrengung vorübergehend verstärkt werden.

Bei Säuglingen kann der klassische Ausschlag weniger deutlich ausgeprägt sein als bei älteren Kindern. Gelegentlich treten auch Bauchschmerzen oder Durchfall auf.

Diagnose

Die Diagnose wird in der Regel durch den Kinderarzt anhand des typischen klinischen Bildes gestellt. Ein charakteristischer Befund ist das auffällige Gesichtserytem in Kombination mit dem netzartigen Körperausschlag. In unklaren Fällen oder bei Risikogruppen kann ein Bluttest auf spezifische Antikörper gegen Parvovirus B19 (IgM- und IgG-Antikörper) durchgeführt werden. Für immungeschwächte Kinder oder bei Verdacht auf Komplikationen kann zusätzlich eine PCR-Untersuchung (Nachweis des Viruserbguts) notwendig sein.

Behandlung

Eine spezifische antivirale Behandlung gegen Parvovirus B19 existiert nicht. Die Therapie ist daher symptomatisch und umfasst:

  • Ausreichend Ruhe und Schonung des Babys
  • Fiebersenkende Maßnahmen bei hohem Fieber (z. B. altersgerechte Dosierung von Paracetamol oder Ibuprofen nach Rücksprache mit dem Arzt)
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Stillen oder Zufüttern von Wasser bzw. Säuglingstee)
  • Beruhigung und Körperkontakt zur Unterstützung des Immunsystems

Der Ausschlag selbst ist in der Regel nicht behandlungsbedürftig und verschwindet nach einigen Tagen bis Wochen von selbst.

Ansteckungsgefahr und Isolierung

Babys mit Ringelröteln sind vor dem Auftreten des Ausschlags am stärksten ansteckend. Sobald der typische Hautausschlag sichtbar ist, besteht in der Regel keine relevante Ansteckungsgefahr mehr. Ein Besuchsverbot in der Krippe ist daher nach dem Erscheinen des Ausschlags gewöhnlich nicht notwendig, sollte jedoch mit dem Kinderarzt abgestimmt werden.

Besondere Risikogruppen

Während Ringelröteln für gesunde Babys harmlos sind, können bestimmte Gruppen ein erhöhtes Risiko aufweisen:

  • Babys mit Hämoglobinopathien (z. B. Sichtelzellenanemia oder Thalassämie): Das Virus kann eine aplastische Krise auslösen, bei der die Blutbildung vorübergehend eingestellt wird.
  • Immungeschwächte Säuglinge: Bei Kindern mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten kann die Infektion schwerer verlaufen und eine ärztliche Behandlung erfordern.
  • Ungeborenene Kinder (bei infizierten Schwangeren): Eine Infektion der Mutter während der Schwangerschaft kann in seltenen Fällen zu Hydrops fetalis (starke Wasseransammlungen beim ungeborenen Kind) führen. Schwangere Frauen sollten engen Kontakt mit erkrankten Kindern vermeiden.

Wann zum Arzt?

Eltern sollten mit ihrem Baby einen Kinderarzt aufsuchen, wenn:

  • das Fieber über 38,5 °C steigt oder länger als drei Tage anhält
  • das Baby sehr schwach, apathisch oder auffällig blass wirkt
  • Atem- oder Trinkschwierigkeiten auftreten
  • das Baby an einer bekannten Bluterkrankung leidet
  • Unsicherheit über die Diagnose besteht

Quellen

  1. Robert Koch-Institut (RKI): Steckbrief Parvovirus B19 / Erythema infectiosum. RKI-Ratgeber, aktuelle Fassung. Verfügbar unter: https://www.rki.de
  2. Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI): Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen, 7. Auflage, Thieme Verlag.
  3. Young NS, Brown KE: Parvovirus B19. New England Journal of Medicine, 2004; 350(6): 586-597. DOI: 10.1056/NEJMra030840
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