-
DE
Salicylsäure (chemisch: 2-Hydroxybenzoesäure) ist eine organische Säure, die natürlich in der Weidenrinde vorkommt und heute synthetisch hergestellt wird. Sie gehört zur Gruppe der Beta-Hydroxysäuren (BHA) und wird in der Medizin und Kosmetik vielfältig eingesetzt – unter anderem als keratolytisches Mittel (hauthorn-lösendes Mittel), als Bestandteil von Akne-Präparaten sowie als Ausgangssubstanz für die Synthese von Acetylsalicylsäure (Aspirin). In der Schwangerschaft stellt sich die Frage nach der Sicherheit dieser Substanz sowohl bei innerlicher als auch bei äußerlicher Anwendung.
Salicylsäure wird in unterschiedlichen Konzentrationen und Anwendungsformen eingesetzt:
Grundsätzlich hängt die Sicherheit von Salicylsäure in der Schwangerschaft stark von der Konzentration, der Anwendungsform und dem Schwangerschaftstrimester ab. Es gilt zu unterscheiden zwischen der innerlichen Einnahme und der äußerlichen Anwendung.
Bei der topischen Anwendung in niedrigen Konzentrationen (unter 2 %) – etwa in handtüblichen Akne-Pflegeprodukten – ist die systemische Aufnahme in den Körperkreislauf in der Regel gering. Dennoch empfehlen die meisten Dermatologen und Gynäkologen, Salicylsäure-haltige Produkte während der Schwangerschaft nach Möglichkeit zu vermeiden oder nur sehr begrenzt anzuwenden, da ausreichende Sicherheitsstudien am Menschen fehlen.
Bei der Anwendung auf größeren Hautflächen oder in hohen Konzentrationen (z. B. bei Schuppenflechte-Therapien oder Peelings mit über 2 % Salicylsäure) steigt die systemische Resorption deutlich an, weshalb diese Anwendungen in der Schwangerschaft als kontraindiziert (nicht erlaubt) gelten.
Die orale Einnahme von Salicylsäure-Derivaten – insbesondere Acetylsalicylsäure (ASS/Aspirin) in höheren Dosen – ist im dritten Schwangerschaftstrimester kontraindiziert. Dies liegt daran, dass Salicylate die Synthese von Prostaglandinen hemmen, was zu einem frühzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus Botalli (einem wichtigen Blutgefäß beim ungeborenen Kind) führen kann. Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Blutungsrisiko unter der Geburt.
Eine Ausnahme bildet die niedrig dosierte ASS-Therapie (typischerweise 75–150 mg pro Tag) zur Vorbeugung von Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) bei Risikopatientinnen. Diese wird von medizinischen Leitlinien (z. B. der WHO und der DGGG) ausdrücklich empfohlen und gilt als sicher, wenn sie unter ärztlicher Aufsicht erfolgt.
Bei nicht sachgemäßer Anwendung von Salicylsäure in der Schwangerschaft können folgende Risiken auftreten:
Folgende Empfehlungen helfen dabei, das Risiko durch Salicylsäure in der Schwangerschaft zu minimieren:
Für Schwangere, die unter Akne oder Hautproblemen leiden und auf Salicylsäure verzichten möchten, gibt es geeignetere Alternativen: