Schluckauf Baby
Was ist Schluckauf beim Baby?
Schluckauf beim Baby ist ein weit verbreitetes Phänomen, das viele Eltern beobachten – manchmal sogar schon vor der Geburt, wenn das Baby im Mutterleib hickst. Medizinisch gesehen entsteht Schluckauf durch plötzliche, unwillkürliche Kontraktionen des Zwerchfells, des großen Muskels unterhalb der Lunge, der die Atmung steuert. Diese Zuckungen führen dazu, dass die Stimmbänder sich schlagartig schließen und das typische "Hick"-Geräusch erzeugen. Bei Neugeborenen und Säuglingen ist Schluckauf besonders häufig und gilt in den meisten Fällen als völlig normal und harmlos.
Ursachen von Schluckauf beim Baby
Die genauen Ursachen für Schluckauf bei Babys sind noch nicht vollständig erforscht, jedoch gibt es mehrere typische Auslöser:
- Luftschlucken beim Trinken: Beim Stillen oder Flaschenfüttern schlucken Babys häufig Luft mit, was den Magen belästet und das Zwerchfell reizt.
- Zu schnelles Trinken: Wenn Babys zu schnell trinken oder zu große Mengen auf einmal aufnehmen, kann dies Schluckauf auslösen.
- Unreifes Nervensystem: Das Nervensystem von Neugeborenen und Säuglingen ist noch in der Entwicklung. Die Kontrolle über das Zwerchfell ist daher noch nicht vollständig ausgereift.
- Gastroösophagealer Reflux: Bei manchen Babys steigt Mageninhalt in die Speiseröhre zurück (Reflux), was die Speiseröhre reizt und Schluckauf verursachen kann.
- Temperatürwechsel: Ein plötzlicher Wechsel der Magentemperatur durch kalte oder warme Nahrung kann das Zwerchfell ebenfalls reizen.
Schluckauf vor der Geburt
Viele Schwangere bemerken regelmäßige rhythmische Bewegungen im Bauch, die durch den Schluckauf des ungeborenen Kindes verursacht werden. Ab etwa dem zweiten Trimester kann das Baby im Mutterleib hicksen. Dieser fetale Schluckauf gilt als Zeichen einer normalen neurologischen Entwicklung und ist harmlos.
Wie lange dauert Schluckauf beim Baby?
Schluckauf bei Babys dauert in der Regel nur wenige Minuten, kann jedoch in manchen Fällen auch länger anhalten. Mit zunehmendem Alter des Kindes tritt Schluckauf immer seltener auf, da sich das Nervensystem und das Zwerchfell weiterentwickeln und kräftigen. Ab dem sechsten Lebensmonat nimmt die Häufigkeit von Schluckauf bei den meisten Babys merklich ab.
Was können Eltern gegen Schluckauf beim Baby tun?
In den meisten Fällen verschwindet Schluckauf bei Babys von selbst und erfordert keine besondere Behandlung. Es gibt jedoch einige bewhrte Maßnahmen, die helfen können, den Schluckauf zu lindern oder zu verkürzen:
- Aufstoppen lassen: Halten Sie das Baby nach dem Füttern aufrecht und klopfen Sie ihm sanft auf den Rücken, damit eingeschlossene Luft entweichen kann.
- Ruhigere Fütterung: Achten Sie darauf, dass das Baby nicht zu hastig trinkt. Bei gestillten Babys kann eine kürzere Saugpause helfen; bei Flaschenkindern empfiehlt sich ein Sauger mit kleinerem Loch.
- Richtige Trinkhaltung: Halten Sie das Baby beim Füttern möglichst aufrecht, damit weniger Luft geschluckt wird.
- Kurze Pause einlegen: Unterbrechen Sie die Fütterung kurz und lassen Sie das Baby eine Weile aufrecht sitzen.
- Schnuller anbieten: Das Saugen an einem Schnuller kann helfen, das Zwerchfell zu entspannen und den Schluckauf zu stoppen.
Wann sollten Eltern einen Arzt aufsuchen?
Schluckauf ist bei Babys in der Regel harmlos. In einigen Fällen sollten Eltern jedoch ärztlichen Rat einholen:
- Wenn der Schluckauf sehr häufig auftritt und das Baby dabei offensichtlich Schmerzen oder Unbehagen zeigt.
- Wenn der Schluckauf immer wieder über mehr als 20 Minuten anhält.
- Wenn der Schluckauf mit häufigem Spucken, schlechter Gewichtszunahme oder anderen Symptomen verbunden ist, die auf einen Reflux hinweisen könnten.
- Wenn das Baby durch den Schluckauf schlecht schläft oder trinkt.
In diesen Fällen kann der Kinderarzt abklären, ob eine Grunderkrankung wie ein gastroösophagealer Reflux vorliegt und entsprechende Maßnahmen einleiten.
Schluckauf beim Baby – Zusammenfassung
Schluckauf beim Baby ist ein normaler Bestandteil der frühkindlichen Entwicklung. Er entsteht durch Zwerchfellkrämpfe, die vor allem nach dem Füttern auftreten. Mit einfachen Maßnahmen wie dem Aufstoppen-Lassen und einer ruhigeren Fütterung lässt sich Schluckauf oft verkürzen oder vermeiden. Mit zunehmendem Alter des Kindes wird Schluckauf seltener und verschwindet in der Regel von selbst.
Quellen
- Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, 267. Auflage, 2017.
- Gondim F.A.A. et al.: Neurological aspects of hiccup. Postgraduate Medical Journal, 2017.
- Tack J. et al.: Gastrointestinal motility disorders in infants and children. Journal of Pediatric Gastroenterology and Nutrition, 2018.