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Während der Schwangerschaft leiden viele Frauen unter verschiedenen Schmerzformen wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder Zahnschmerzen. Die Wahl des richtigen Schmerzmittels in der Schwangerschaft ist dabei besonders wichtig, da viele Wirkstoffe die Plazentaschranke passieren und das ungeborene Kind beeinflussen können. Eine eigenständige Einnahme ohne ärztlichen Rat sollte unbedingt vermieden werden.
Der Stoffwechsel einer schwangeren Frau verändert sich erheblich. Viele Wirkstoffe werden anders abgebaut und können in den Blutkreislauf des Kindes übergehen. Je nach Trimester (Schwangerschaftsdrittel) kann die Einnahme bestimmter Schmerzmittel unterschiedliche Risiken mit sich bringen – von Fehlbildungen im ersten Trimester bis hin zu Komplikationen bei der Geburt im dritten Trimester.
Paracetamol gilt traditionell als das Schmerzmittel der ersten Wahl in der Schwangerschaft und wird von vielen Leitlinien als das am besten verträgliche Mittel eingestuft. Es kann in der empfohlenen Dosierung bei kurzfristiger Anwendung eingesetzt werden. Neuere Studien deuten jedoch darauf hin, dass eine häufige oder langfristige Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft möglicherweise mit einem erhöhten Risiko für Entwicklungsstörungen beim Kind verbunden sein könnte. Daher empfehlen Fachärzte, Paracetamol auch in der Schwangerschaft nur so kurz und niedrig dosiert wie nötig einzunehmen.
NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen sind im ersten und dritten Trimester kontraindiziert (nicht empfohlen). Im ersten Trimester erhöhen sie das Risiko von Fehlgeburten und Fehlbildungen. Im dritten Trimester können sie den vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus (einer wichtigen Blutgefäßverbindung beim Ungeborenen) verursachen sowie die Nierenfunktion des Kindes beeinträchtigen und die Wehen hemmen.
Aspirin in normaler Schmerzmitteldosis sollte in der Schwangerschaft, besonders im dritten Trimester, nicht eingenommen werden, da es die Blutungsneigung erhöht und den Geburtsprozess verzögern kann. In niedriger Dosierung (z. B. 100 mg) wird Aspirin jedoch unter ärztlicher Aufsicht bei bestimmten Schwangerschaftsrisiken gezielt eingesetzt.
Opioide wie Codein, Tramadol oder Morphin sollten in der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen und unter strenger ärztlicher Kontrolle eingesetzt werden. Ihre Einnahme kann beim Neugeborenen zu einem neonatalen Entzugssyndrom führen, das intensivmedizinische Behandlung erfordert.
Im ersten Trimester werden alle wichtigen Organe des Kindes angelegt. Daher ist die Vorsicht bei der Medikamenteneinnahme besonders hoch. Paracetamol gilt als Option, NSAR und Aspirin sollten jedoch vermieden werden.
Das zweite Trimester gilt als das relativ sicherste für die gelegentliche Einnahme von Paracetamol. NSAR sollten weiterhin nur nach Rücksprache mit dem Arzt und kurzfristig eingenommen werden.
Im dritten Trimester sind NSAR streng kontraindiziert. Auch die Einnahme von Aspirin in höherer Dosierung und Opioiden ist mit erhöhten Risiken verbunden. Paracetamol bleibt die einzige Option, sollte aber so selten wie möglich eingesetzt werden.
Vor dem Griff zu einem Schmerzmittel empfehlen Gynäkologen und Hebammen häufig nicht-medikamentöse Methoden zur Schmerzlinderung:
Starke oder anhaltende Schmerzen in der Schwangerschaft sind immer ein Grund für einen Arztbesuch. Insbesondere bei folgenden Beschwerden sollte sofort medizinische Hilfe gesucht werden: