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Sprossen sind gekeimte Samen verschiedener Pflanzen wie Linsen, Kichererbsen, Rettich, Alfalfa oder Mungobohnen. Sie gelten als nährstoffreich und werden häufig als Superfood bezeichnet. In der Schwangerschaft ist jedoch besondere Vorsicht geboten, da rohe Sprossen ein erhöhtes Risiko für lebensmittelbedingte Infektionen bergen können.
Sprossen wachsen unter warmen und feuchten Bedingungen – ein ideales Umfeld für die Vermehrung von Bakterien wie Salmonellen, Listerien und Escherichia coli (E. coli). Diese Keime können sich bereits auf den Samen befinden und sich beim Keimvorgang stark vermehren, noch bevor die Sprossen geerntet werden.
Schwangere Frauen haben ein verändertes Immunsystem, das den Körper daran hindert, den Embryo oder Fötus abzustoßen. Diese natürliche Immunveränderung macht schwangere Frauen jedoch empfänglicher für bestimmte Infektionskrankheiten – darunter auch lebensmittelbedingte Erkrankungen. Besonders gefährlich ist in diesem Zusammenhang eine Listeriose, die im schlimmsten Fall zu Fehlgeburt, Frühgeburt oder schwerwiegenden Schäden beim Neugeborenen führen kann.
Grundsätzlich gelten alle rohen Sprossen als potenziell riskant. Dazu gehören unter anderem:
Auch Bio-Sprossen bieten keinen sicheren Schutz vor einer bakteriellen Kontamination, da die Wachstumsbedingungen entscheidend sind und nicht allein die Anbauweise.
Der wirksamste Weg, Sprossen in der Schwangerschaft unbedenklich zu konsumieren, ist das gründliche Erhitzen. Durch ausreichendes Kochen oder Dämpfen werden Bakterien abgetötet. Sprossen sollten dabei auf mindestens 70 °C Kerntemperatur erhitzt werden. Gegarte Sprossen in Suppen, Pfannengerichten oder als Dämpfbeilage sind in der Schwangerschaft in der Regel unbedenklich.
Rohe Sprossen – zum Beispiel als Salatbeilage, auf Sandwiches oder in Smoothies – sollten während der Schwangerschaft vollständig gemieden werden. Dies gilt auch für Sprossen aus dem Supermarkt oder dem Bio-Laden.
Wer Sprossen für den Rest der Familie zubereitet, sollte folgende Hygienemaßnahmen beachten:
Sprossen sind reich an Vitaminen (z. B. Vitamin C, Vitamin K, Folat), Mineralstoffen (z. B. Eisen, Magnesium, Kalzium) und sekundären Pflanzenstoffen. Diese Nährstoffe sind besonders in der Schwangerschaft wertvoll. Wenn Sprossen aufgrund des Infektionsrisikos gemieden werden, können diese Nährstoffe problemlos über andere Lebensmittel aufgenommen werden:
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie internationale Gesundheitsbehörden wie die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) empfehlen schwangeren Frauen ausdrücklich, rohe Sprossen zu meiden. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weist im Rahmen ihrer Empfehlungen zur Schwangerschaftsernährung auf das Risiko durch rohe Sprossen hin.
Wenn eine schwangere Frau versehentlich rohe Sprossen gegessen hat und anschließend Symptome wie Fieber, Durchfall, Erbrechen, Bauchkrämpfe oder ungewöhnliche Müdigkeit entwickelt, sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden. Dies gilt insbesondere, wenn die Symptome über mehr als 24 Stunden anhalten oder sich verschlechtern.