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Trinkmenge Baby

Was ist die empfohlene Trinkmenge für Babys?

Die Trinkmenge eines Babys hängt stark vom Alter, Gewicht und der Art der Ernährung ab. In den ersten Lebensmonaten ist Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung die einzige Nahrungsquelle und deckt gleichzeitig den gesamten Flüssigkeitsbedarf ab. Mit der Einführung von Beikost ab etwa dem 6. Lebensmonat ändert sich der Flüssigkeitsbedarf, und zusätzliches Wasser oder ungezuckerter Tee wird empfohlen.

Trinkmenge nach Alter

Neugeborene (0–4 Wochen)

Neugeborene trinken in den ersten Tagen nach der Geburt noch sehr kleine Mengen, da der Magen noch sehr klein ist. Die Trinkmenge steigt jedoch rasch an:

  • Tag 1–2: etwa 5–15 ml pro Mahlzeit
  • Tag 3–4: etwa 20–40 ml pro Mahlzeit
  • Ab der 2. Woche: etwa 60–90 ml pro Mahlzeit, 8–12 Mahlzeiten täglich

Säuglinge (1–6 Monate)

Im Laufe des ersten Halbjahres steigt die Trinkmenge pro Mahlzeit, während die Anzahl der Mahlzeiten abnimmt:

  • 1–2 Monate: etwa 80–120 ml pro Mahlzeit, 6–8 Mahlzeiten täglich
  • 3–4 Monate: etwa 120–180 ml pro Mahlzeit, 5–6 Mahlzeiten täglich
  • 5–6 Monate: etwa 180–210 ml pro Mahlzeit, 4–5 Mahlzeiten täglich

Als Faustregel gilt: Der tägliche Milchbedarf beträgt etwa 150–200 ml pro Kilogramm Körpergewicht, maximal jedoch 900 ml pro Tag.

Säuglinge ab 6 Monaten (mit Beikost)

Mit Einführung der Beikost ab dem 6. Monat wird zusätzlich Flüssigkeit in Form von Wasser oder ungezuckertem Tee empfohlen. Die Milchmenge reduziert sich schrittweise:

  • Etwa 400–600 ml Milch täglich zusätzlich zur Beikost
  • Zusätzlich 100–200 ml Wasser oder Tee zu den Mahlzeiten

Stillen versus Fläschennahrung

Beim Stillen ist die exakte Trinkmenge schwer messbar. Als Orientierung gilt, dass das Baby ausreichend trinkt, wenn es regelmäßig nasse Windeln produziert (mindestens 6–8 pro Tag) und stetig zunimmt. Beim Fläschchen lässt sich die Menge genau ablesen und kontrollieren. Wichtig ist, das Baby niemals zur Flasche zu zwingen, wenn es satt ist.

Zeichen für ausreichende Flüssigkeitsaufnahme

Eltern können an folgenden Anzeichen erkennen, dass ihr Baby genügend trinkt:

  • Regelmäßige, nasse Windeln (mindestens 6 pro Tag)
  • Gelblicher bis hellgelber Urin
  • Regelmäßige Gewichtszunahme (nach dem 5. Tag etwa 150–200 g pro Woche im ersten Monat)
  • Baby wirkt zufrieden und ruhig nach dem Trinken
  • Gesunde Haut ohne Anzeichen von Austrocknung

Warnsignale für zu wenig Flüssigkeit (Dehydration)

Dehydration (Austrocknung) beim Baby ist ein medizinischer Notfall. Folgende Zeichen sollten sofort ärztlich abgeklärt werden:

  • Sehr wenige oder keine nassen Windeln
  • Dunkelgelber oder brauner Urin
  • Eingesunkene Fontanelle (die weiche Stelle am Kopf)
  • Trockene Lippen und Mundschleimhäute
  • Ungewollter Gewichtsverlust
  • Extreme Müdigkeit oder Teilnahmslosigkeit

Wann darf das Baby Wasser trinken?

In den ersten 6 Lebensmonaten benötigt ein gestilltes oder mit Fläschennahrung ernährtes Baby kein zusätzliches Wasser, da Muttermilch und Säuglingsnahrung den Flüssigkeitsbedarf vollständig decken. Ab dem 6. Monat mit Einführung der Beikost kann stilles, gefiltertes Leitungswasser oder abgekochtes Wasser in kleinen Mengen gegeben werden. Unge­zuckerter Kamillen- oder Fencheltee ist ebenfalls geeignet. Säfte, Limonaden oder Kuhmilch sollten im ersten Lebensjahr vermieden werden.

Tipps für Eltern

  • Regelmäßige Gewichtskontrollen beim Kinderarzt helfen, die ausreichende Flüssigkeitsversorgung sicherzustellen.
  • Das Baby nach Bedarf füttern (sogenannte bedarfsorientierte Fütterung) und nicht nach festem Zeitplan.
  • Hungersignale erkennen: Suchbewegungen mit dem Mund, Saugen an Händen, Unruhe.
  • Bei Unsicherheiten stets den Kinderarzt oder eine Still- und Laktationsberaterin hinzuziehen.

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): Infant and young child feeding. Geneva: WHO, 2009. Verfügbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789241597494
  2. Koletzko B et al.: Ernährung und Fütterung von Säuglingen und Kleinkindern. Monatsschrift Kinderheilkunde, Springer Medizin, 2016.
  3. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Ernährung im 1. Lebensjahr. Verfügbar unter: https://www.bzga.de
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