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U3 Baby

Was ist die U3?

Die U3 ist die dritte Früherkennungsuntersuchung im Rahmen des gesetzlichen Kindervorsorge-Programms in Deutschland. Sie findet in der Regel zwischen der 4. und 5. Lebenswoche des Säuglings statt und wird vom Kinder- und Jugendarzt durchgeführt. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Untersuchung ist ein wichtiger Bestandteil der frühkindlichen Gesundheitsversorgung und dient dazu, mögliche Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln.

Ziele der U3

Das zentrale Ziel der U3 ist die Früherkennung von gesundheitlichen Auffälligkeiten beim Neugeborenen. Dazu gehören:

  • Erkennung von körperlichen Fehlbildungen oder Entwicklungsauffälligkeiten
  • Überprüfung der Sinnesorgane, insbesondere der Augen und Ohren
  • Beurteilung der neurologischen Entwicklung (Reflexe, Muskeltonus)
  • Kontrolle von Gewicht, Länge und Kopfumfang
  • Erkennung von Hüftdysplasien und orthopädischen Auffälligkeiten
  • Beurteilung der Hautfarbe und des Hautbildes (z.B. Gelbsucht)
  • Kontrolle der Nabelwundheilung

Ablauf der U3-Untersuchung

Die U3 umfasst eine systematische körperliche Untersuchung des Säuglings. Der Kinderarzt oder die Kinderärztin prüft dabei verschiedene Körpersysteme und Funktionen:

Körperliche Untersuchung

Der Arzt untersucht den gesamten Körper des Kindes, einschließlich Herz und Lunge (Abhören), Bauch (Abtasten der inneren Organe), Genitale sowie Skelett und Muskulatur. Besonderes Augenmerk gilt der Hüftentwicklung, da eine Hüftdysplasie bei frühzeitiger Erkennung sehr gut behandelt werden kann.

Neurologische Beurteilung

Der Arzt überprüft angeborene Reflexe wie den Saugreflex, den Moro-Reflex und den Greifreflex. Diese Reflexe geben wichtige Hinweise auf die neurologische Reife des Kindes.

Sinneswahrnehmung

Die Sehfähigkeit des Kindes wird durch einfache Tests beurteilt, z.B. ob das Kind einem Lichtreiz folgt. Die Ohren werden auf äußere Auffälligkeiten untersucht, und das Ergebnis des Neugeborenen-Hörscreenings (U2) wird besprochen.

Impfberatung

Im Rahmen der U3 erhält die Familie eine Impfberatung. Der Arzt informiert über die ersten empfohlenen Schutzimpfungen gemäß dem Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO), die ab der 6. Lebenswoche gegeben werden können.

Entwicklungsberatung für Eltern

Die U3 ist nicht nur eine medizinische Untersuchung, sondern bietet auch Raum für ein Elterngespräch. Typische Themen sind:

  • Ernährung: Stillen oder Flaschenernahrung, Forderungen und Mengen
  • Schlafverhalten und Schlafumgebung (z.B. sicherer Schlafplatz zur Vermeidung des plötzlichen Kindstods)
  • Prophylaxe: Vitamin-D- und Fluoridgabe zur Stärkung von Knochen und Zahnänen
  • Hinweise zur körperlichen und geistigen Förderung des Säuglings
  • Unfallverhütung im Alltag mit einem Neugeborenen

Vitamin-D- und Fluoridprophylaxe

Ein wichtiges Thema bei der U3 ist die Vitamin-D-Prophylaxe. Da Säuglinge in den ersten Lebensmonaten nicht ausreichend Sonnenlicht ausgesetzt werden sollten und Muttermilch nur wenig Vitamin D enthält, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) die tägliche Gabe von 400–500 I.E. Vitamin D ab der ersten Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres. Zusätzlich wird ab der U3 die Gabe von Fluorid zur Kariesvorbeugung besprochen.

Dokumentation im Untersuchungsheft

Alle Befunde der U3 werden im Gelben Untersuchungsheft (Kinderuntersuchungsheft) dokumentiert. Dieses Heft begleitet das Kind durch alle weiteren Vorsorgeuntersuchungen (U4 bis U9 und J1) und dient als wichtiges Dokument für alle an der Behandlung beteiligten Ärzte.

Wann sollten Eltern bei Auffälligkeiten reagieren?

Eltern sollten sofort einen Arzt aufsuchen, wenn ihr Säugling in den Wochen rund um die U3 folgende Zeichen zeigt:

  • Anhaltende Gelbfärbung der Haut oder Augen nach der 2. Lebenswoche
  • Trinkschwierigkeiten oder auffälliger Gewichtsverlust
  • Fieber (ab 38 °C bei Neugeborenen)
  • Veränderte Bewusstseinslage (ungewohnte Schläfrigkeit oder Reizbarkeit)
  • Atemschwierigkeiten

Quellen

  1. Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Kinder-Richtlinie – Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern. www.g-ba.de (abgerufen 2024).
  2. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ): Empfehlungen zur Vitamin-D- und Fluoridprophylaxe im Säuglings- und Kindesalter. www.dgkj.de (abgerufen 2024).
  3. Robert Koch-Institut (RKI): Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) – Impfkalender für Deutschland. www.rki.de (abgerufen 2024).
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