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Die U3 ist die dritte Früherkennungsuntersuchung im Rahmen des gesetzlichen Kindervorsorge-Programms in Deutschland. Sie findet in der Regel zwischen der 4. und 5. Lebenswoche des Säuglings statt und wird vom Kinder- und Jugendarzt durchgeführt. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Untersuchung ist ein wichtiger Bestandteil der frühkindlichen Gesundheitsversorgung und dient dazu, mögliche Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln.
Das zentrale Ziel der U3 ist die Früherkennung von gesundheitlichen Auffälligkeiten beim Neugeborenen. Dazu gehören:
Die U3 umfasst eine systematische körperliche Untersuchung des Säuglings. Der Kinderarzt oder die Kinderärztin prüft dabei verschiedene Körpersysteme und Funktionen:
Der Arzt untersucht den gesamten Körper des Kindes, einschließlich Herz und Lunge (Abhören), Bauch (Abtasten der inneren Organe), Genitale sowie Skelett und Muskulatur. Besonderes Augenmerk gilt der Hüftentwicklung, da eine Hüftdysplasie bei frühzeitiger Erkennung sehr gut behandelt werden kann.
Der Arzt überprüft angeborene Reflexe wie den Saugreflex, den Moro-Reflex und den Greifreflex. Diese Reflexe geben wichtige Hinweise auf die neurologische Reife des Kindes.
Die Sehfähigkeit des Kindes wird durch einfache Tests beurteilt, z.B. ob das Kind einem Lichtreiz folgt. Die Ohren werden auf äußere Auffälligkeiten untersucht, und das Ergebnis des Neugeborenen-Hörscreenings (U2) wird besprochen.
Im Rahmen der U3 erhält die Familie eine Impfberatung. Der Arzt informiert über die ersten empfohlenen Schutzimpfungen gemäß dem Impfkalender der Ständigen Impfkommission (STIKO), die ab der 6. Lebenswoche gegeben werden können.
Die U3 ist nicht nur eine medizinische Untersuchung, sondern bietet auch Raum für ein Elterngespräch. Typische Themen sind:
Ein wichtiges Thema bei der U3 ist die Vitamin-D-Prophylaxe. Da Säuglinge in den ersten Lebensmonaten nicht ausreichend Sonnenlicht ausgesetzt werden sollten und Muttermilch nur wenig Vitamin D enthält, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) die tägliche Gabe von 400–500 I.E. Vitamin D ab der ersten Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres. Zusätzlich wird ab der U3 die Gabe von Fluorid zur Kariesvorbeugung besprochen.
Alle Befunde der U3 werden im Gelben Untersuchungsheft (Kinderuntersuchungsheft) dokumentiert. Dieses Heft begleitet das Kind durch alle weiteren Vorsorgeuntersuchungen (U4 bis U9 und J1) und dient als wichtiges Dokument für alle an der Behandlung beteiligten Ärzte.
Eltern sollten sofort einen Arzt aufsuchen, wenn ihr Säugling in den Wochen rund um die U3 folgende Zeichen zeigt: