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Der Gebärmutterhals (medizinisch: Zervix uteri) ist der untere, röhrenförmige Teil der Gebärmutter, der in die Scheide mündet. Während einer Schwangerschaft erfüllt er eine wichtige Schutzfunktion: Er hält die Gebärmutter verschlossen und schützt das ungeborene Kind. Unter normalen Umständen misst die Zervix in der Mitte der Schwangerschaft etwa 3 bis 5 Zentimeter.
Spricht man von einem verkürzten Gebärmutterhals (auch Zervixverkürzung genannt), ist die Länge der Zervix auf unter 25 Millimeter gesunken. Dies gilt als klinisch bedeutsam, da eine verkürzte Zervix das Risiko einer Frühgeburt (vor der 37. Schwangerschaftswoche) deutlich erhöht.
Eine Zervixverkürzung kann verschiedene Ursachen haben:
Ein verkürzter Gebärmutterhals verursacht in vielen Fällen keine spürbaren Beschwerden. Die Betroffene bemerkt die Veränderung meist nicht selbst. Erst durch eine Ultraschalluntersuchung wird die verkürzte Zervix entdeckt.
In einigen Fällen können jedoch folgende Zeichen auftreten, die auf eine drohende Frühgeburt hinweisen:
Die Diagnose eines verkürzten Gebärmutterhalses erfolgt in der Regel durch eine transvaginale Ultraschalluntersuchung. Dabei wird ein Ultraschallkopf vorsichtig in die Scheide eingeführt, um die Länge der Zervix präzise zu messen. Diese Methode gilt als Goldstandard und ist sicher sowie schmerzlos.
Eine Messung der Zervixlänge wird besonders bei Schwangeren empfohlen, die bereits eine Frühgeburt hatten oder andere Risikofaktoren aufweisen. In manchen Ländern ist die Zervixlängenmessung Teil des Routine-Screenings zwischen der 18. und 24. Schwangerschaftswoche.
Zusätzlich kann ein Fibronektin-Test aus dem Scheidensekret durchgeführt werden, um das Frühgeburtsrisiko weiter einzuschätzen.
Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Verkürzung, dem Schwangerschaftsalter und dem individuellen Risikoprofil der Patientin.
Vaginal angewendetes Progesteron (ein Schwangerschaftshormon) ist die am besten belegte medikamentöse Maßnahme bei asymptomatischer Zervixverkürzung. Es wirkt entspannend auf die Gebärmuttermuskulatur und kann das Frühgeburtsrisiko signifikant senken. Die Anwendung erfolgt in der Regel ab der 16. bis 24. Schwangerschaftswoche.
Ein Zervixpessar ist ein weicher Silikonring, der in die Scheide eingesetzt wird und den Gebärmutterhals mechanisch unterstützt. Er soll den Druck auf die Zervix reduzieren und deren vorzeitige Eröffnung verlangsamen. Das Pessar wird in der Praxis eingesetzt und bei Bedarf bis zur 37. Schwangerschaftswoche belassen.
Bei besonders hohem Risiko oder bereits weit fortgeschrittener Verkürzung kann eine Cerclage durchgeführt werden: Dabei wird der Gebärmutterhals operativ mit einer Naht verstärkt, um ihn geschlossen zu halten. Dieser Eingriff erfolgt unter Betaubung und ist besonders für Frauen mit einer Vorgeschichte von Zervixinsuffizienz geeignet.
Obwohl wissenschaftliche Belege begrenzt sind, wird betroffenen Schwangeren häufig körperliche Schonung empfohlen. In manchen Fällen kann ein stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig sein, um Mutter und Kind zu überwachen.
Der bedeutendste Risikofaktor einer unbehandelten Zervixverkürzung ist die Frühgeburt. Frühgeborene Kinder haben je nach Gestationsalter unterschiedliche Risiken für Komplikationen wie Atemprobleme, neurologische Entwicklungsstörungen oder Infektionen. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung können das Risiko einer Frühgeburt jedoch deutlich reduzieren.
Schwangere sollten umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen, wenn sie:
Frauen mit bekannten Risikofaktoren sollten bereits vor der Schwangerschaft mit ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen über präventive Maßnahmen sprechen.