Vitamin C Schwangerschaft
Vitamin C in der Schwangerschaft – Bedeutung und Empfehlungen
Vitamin C (Ascorbinsäure) ist ein wassserlösliches Vitamin, das der Körper nicht selbst herstellen kann. Es muss daher täglich über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Während der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Vitamin C leicht an, da es sowohl für die Gesundheit der Mutter als auch für die Entwicklung des ungeborenen Kindes eine wichtige Rolle spielt.
Biologische Funktionen von Vitamin C in der Schwangerschaft
Vitamin C erfüllt in der Schwangerschaft mehrere lebenswichtige Aufgaben:
- Kollagenbildung: Vitamin C ist unentbehrlich für die Bildung von Kollagen, einem strukturellen Protein, das für die Entwicklung von Haut, Knochen, Knorpel und Blutgefäßen des Kindes benötigt wird.
- Stärkung des Immunsystems: Es unterstützt die Abwehrkräfte der Mutter und schützt vor Infektionen während der Schwangerschaft.
- Verbesserung der Eisenaufnahme: Vitamin C erhöht die Aufnahme von nicht-hämarem Eisen (pflanzliches Eisen) aus der Nahrung erheblich – besonders wichtig bei einem erhöhten Eisenbedarf in der Schwangerschaft.
- Antioxidativer Schutz: Als starkes Antioxidans schützt Vitamin C Zellen vor oxidativem Stress und Schäden durch freie Radikale.
- Gewebeaufbau der Plazenta: Vitamin C ist am Aufbau und der Funktion der Plazenta beteiligt, die das Kind mit Nährstoffen versorgt.
Empfohlene Tagesdosis in der Schwangerschaft
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt schwangeren Frauen eine tägliche Zufuhr von 110 mg Vitamin C pro Tag – gegenüber 95 mg für nicht schwangere Frauen. Stillende Frauen haben mit 150 mg pro Tag einen noch höheren Bedarf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt während der Schwangerschaft mindestens 55 mg pro Tag, wobei die tatsächlichen Empfehlungen je nach Land variieren können.
Nahrungsquellen
Vitamin C kommt in vielen Obst- und Gemüsesorten vor. Besonders gute Quellen sind:
- Acerola-Kirschen
- Paprika (besonders rote Paprika)
- Hagebutten
- Brokkoli und Rosenkohl
- Zitrusfrüchte wie Orangen, Zitronen und Grapefruits
- Erdbeeren und Kiwis
Da Vitamin C hitzeempfindlich ist, empfiehlt es sich, Obst und Gemüse möglichst frisch und schonend zubereitet zu verzehren.
Mangelerscheinungen in der Schwangerschaft
Ein Vitamin-C-Mangel während der Schwangerschaft ist in Industrieländern selten, kann jedoch bei ungenügender Ernährung, Rauchen oder bestimmten Erkrankungen auftreten. Mögliche Folgen eines Mangels sind:
- Schwächung des Immunsystems
- Erhöhte Anfälligkeit für Infektionen
- Schlechtere Wundheilung
- Müdigkeit und allgemeine Schwäche
- Im schweren Fall: Skorbut (sehr seltene, fortgeschrittene Mangeler scheinung)
- Mögliche negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes
Supplementierung – Wann ist sie sinnvoll?
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse deckt den Vitamin-C-Bedarf in der Schwangerschaft in der Regel ab. Eine zusätzliche Supplementierung kann jedoch sinnvoll sein bei:
- Ungenügender Obst- und Gemüsezufuhr
- Raucherinnen, da Rauchen den Vitamin-C-Bedarf erhöht
- Bestimmten Magen-Darm-Erkrankungen mit Resorptionsstörungen
- Starker Übelkeit oder Erbrechen (Hyperemesis gravidarum), das die Nahrungsaufnahme stark einschränkt
Vor der Einnahme von Vitamin-C-Präparaten in hohen Dosen sollte stets eine Rücksprache mit einem Arzt oder einer Hebamme erfolgen.
Sicherheit und Dosierung – Zu viel Vitamin C in der Schwangerschaft
Vitamin C gilt auch in der Schwangerschaft als sehr sicher. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) legt den tolerierbaren Ober wert für Erwachsene bei 2.000 mg pro Tag fest. Sehr hohe Dosen können jedoch zu:
- Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Übelkeit führen
- Die Bildung von Nierensteinen fördern (bei gen etischer Veranlagung)
Sehr hohe Vitamin-C-Dosen (weit über 1.000 mg/Tag) sollten in der Schwangerschaft ohne ärztliche Empfehlung vermieden werden. Marktübliche Schwangerschaftsvitamine enthalten in der Regel sichere Dosierungen.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Vitamin C. DGE, Bonn (2022). Verfügbar unter: www.dge.de
- World Health Organization (WHO): Vitamin C supplementation in pregnancy. WHO Reproductive Health Library, Genf (2016). Verfügbar unter: www.who.int
- European Food Safety Authority (EFSA): Dietary Reference Values for Vitamin C. EFSA Journal 11(11):3418 (2013). Verfügbar unter: www.efsa.europa.eu