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Während der Schwangerschaft verändern sich die Nährstoffbedürfnisse einer Frau erheblich. Der wachsende Körper des Kindes sowie die physiologischen Veränderungen im mütterlichen Organismus erhöhen den Bedarf an einer Reihe von Vitaminen und Mineralstoffen deutlich. Eine ausreichende Versorgung ist essenziell für die gesunde Entwicklung des Embryos und späteren Säuglings sowie für das Wohlbefinden der Mutter.
Folsäure ist eines der bedeutsamsten Nährstoffe in der frühen Schwangerschaft. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Zellteilung und der Entwicklung des Neuralrohrs des Kindes. Ein Mangel erhöht das Risiko für Neuralrohrdefekte wie Spina bifida erheblich. Empfohlen werden 400–800 Mikrogramm täglich, idealerweise bereits vor der Konzeption bis zum Ende des ersten Trimesters. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Schwangeren eine zusätzliche Supplementierung.
Vitamin D ist entscheidend für den Calciumstoffwechsel, die Knochen- und Zahnentwicklung des Kindes sowie für ein funktionsfähiges Immunsystem. Viele Schwangere in Deutschland sind nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt, da die Sonneneinstrahlung oft nicht ausreicht. Eine Supplementierung von 1.500–2.000 IE täglich wird häufig empfohlen.
Vitamin B12 ist wichtig für die Blutbildung und die Entwicklung des Nervensystems. Besonders Frauen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, haben ein erhöhtes Risiko für einen Mangel und sollten dieses Vitamin gezielt substitutieren.
Vitamin C unterstützt das Immunsystem, fördert die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Quellen und ist an der Kollagenbildung beteiligt. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse deckt den Bedarf bei den meisten Schwangeren ab.
Vitamin A ist für die Entwicklung von Augen, Haut und Immunsystem des Kindes notwendig. Wichtig zu wissen: Eine Überdosierung von Vitamin A (insbesondere als Retinol in Nahrungsergänzungsmitteln) kann teratogen wirken, also die Entwicklung des Kindes schädigen. Schwangere sollten daher auf hochdosierte Präparate verzichten und Leber nur selten konsumieren.
Vitamin B6 ist an der Eiweißverstoffwechselung und der Entwicklung des Gehirns des Kindes beteiligt. Es kann zudem helfen, die in der Frühschwangerschaft häufig auftretende Übelkeit zu lindern.
Vitamin K ist für die Blutgerinnung unverzichtbar. Neugeborene erhalten kurz nach der Geburt standardmäßig Vitamin K, da sie bei der Geburt nur über geringe Vorräte verfügen.
Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung bildet die Grundlage für eine gute Nährstoffversorgung in der Schwangerschaft. Dennoch ist es für viele Schwangere schwierig, allein durch die Ernährung alle erhöhten Bedarfe zu decken. Speziell formulierte Schwangerschaftspräparate (Schwangerschaftsvitamine) können helfen, Lücken zu schließen. Wichtig ist dabei, keine eigenwillige Hochdosierung vorzunehmen, sondern die Präparate in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt zu wählen.
Nicht alle Vitamine sind in jeder Dosis während der Schwangerschaft sicher. Besonders bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K besteht bei Überdosierung ein Gesundheitsrisiko. Schwangere sollten folgende Punkte beachten:
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) empfehlen Schwangeren eine individuelle Beratung zu Nährstoffbedürfnissen. Als gesichert gilt die Empfehlung zur Supplementierung von Folsäure und Jod; bei Vitamin D wird eine individuelle Supplementierung nach Blutwertkontrolle empfohlen.