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Als Zwillinge bezeichnet man zwei Kinder, die gleichzeitig in einer Schwangerschaft heranwachsen und zur Welt kommen. Man unterscheidet zwischen eineiigen Zwillingen (monozygot), die aus einer einzigen befruchteten Eizelle entstehen und genetisch identisch sind, und zweieiigen Zwillingen (dizygot), die aus zwei separat befruchteten Eizellen entstehen und sich genetisch wie normale Geschwister unterscheiden.
Die natürliche Wahrscheinlichkeit, Zwillinge zu bekommen, beträgt weltweit im Durchschnitt etwa 1 bis 2 Prozent aller Schwangerschaften. Genauer gesagt kommt es bei etwa 1 von 80 bis 1 von 90 Geburten zu einer Zwillingsschwangerschaft. Dabei sind zweieiige Zwillinge deutlich häufiger als eineiige.
Eine familiäre Vorgeschichte von zweieiigen Zwillingen auf mütterlicher Seite erhöht die Wahrscheinlichkeit erheblich. Dies liegt daran, dass die Neigung zur Mehrfachovulation (mehrere Eizellen pro Zyklus) vererbt werden kann.
Frauen zwischen 35 und 40 Jahren haben eine erhöhte Chance auf zweieiige Zwillinge. Mit zunehmendem Alter steigt der FSH-Spiegel (follikelstimulierendes Hormon), was dazu führen kann, dass mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen.
Frauen, die bereits mehrere Schwangerschaften hatten (Multipara), haben statistisch häufiger Zwillingsschwangerschaften als Erstgebärende.
Studien zeigen, dass größere Frauen sowie Frauen mit einem höheren Body-Mass-Index (BMI) etwas häufiger Zwillinge bekommen, möglicherweise aufgrund von höheren IGF-Spiegeln (Insulin-like Growth Factor).
Die Häufigkeit von Zwillingsgeburten variiert je nach ethnischer Gruppe. In Westafrika sind Zwillingsschwangerschaften besonders häufig (bis zu 1 von 22 Geburten), während sie in Asien seltener sind.
Der größte Faktor für den modernen Anstieg von Zwillingsgeburten sind Fruchtbarkeitsbehandlungen. Dazu gehören:
Eineiige Zwillinge entstehen, wenn sich eine einzige befruchtete Eizelle in den ersten Tagen nach der Befruchtung in zwei separate Embryonen aufteilt. Der genaue Auslöser für diese Teilung ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Diese Art der Zwillingsentstehung ist weitgehend zufällig und wird kaum von genetischen Faktoren beeinflusst.
Zweieiige Zwillinge entstehen, wenn im selben Zyklus zwei Eizellen heranreifen und beide befruchtet werden. Dies wird als Hyperovulation bezeichnet und ist der Grund, warum zweieiige Zwillinge familiär gehäuft auftreten können.
In den letzten Jahrzehnten ist die Rate an Zwillingsgeburten in vielen Industrieländern deutlich gestiegen. In Deutschland beispielsweise hat sich die Zwillingsgeburtenrate seit den 1970er Jahren nahezu verdoppelt. Als Hauptursachen gelten:
Zwillingsschwangerschaften gelten medizinisch als Risikoschwangerschaften. Das Risiko für Komplikationen wie Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht, Präeklampsie und andere Schwangerschaftskomplikationen ist bei Mehrlingsschwangerschaften deutlich erhöht. Schwangere mit Zwillingen werden daher engmaschiger medizinisch betreut.