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Weinsauerkraut ist eine Variante des klassischen Sauerkrauts, bei der während der Zubereitung oder kurz vor dem Servieren Wein – meist Weißwein – hinzugefügt wird. Das Grundprodukt, fermentierter Weißkohl, ist reich an Milchssäurebakterien, Vitamin C, Vitamin K und Ballaststoffen. Durch die Zugabe von Wein erhält das Gericht ein besonderes Aroma. In der Schwangerschaft stellt sich jedoch die Frage, ob Weinsauerkraut unbedenklich ist.
Die Antwort hängt maßgeblich davon ab, wie das Weinsauerkraut zubereitet wurde und ob der Alkohol vollständig verkocht ist.
Wird Weinsauerkraut länger gekocht, verflüchtigt sich der größte Teil des Alkohols. Nach etwa 30 Minuten Garzeit sind gemäß Studiendaten noch rund 35 % des ursprünglichen Alkohols im Gericht enthalten. Nach 2,5 Stunden Kochzeit reduziert sich der Alkoholgehalt auf ca. 5 %. Für schwangere Frauen gilt dennoch: Kein Alkohol ist in der Schwangerschaft vollständig sicher. Selbst geringe Restmengen sollten nach Möglichkeit vermieden werden.
Wenn Wein nur kurz untergerührt oder kalt mariniert wurde, ist der Alkohol nicht verdunstet. In diesem Fall sollte Weinsauerkraut in der Schwangerschaft nicht verzehrt werden, da der Alkohol direkt über die Plazenta in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes übergehen kann.
Alkohol gilt in der Schwangerschaft als eines der stärksten bekannten Teratogene – also Substanzen, die die Entwicklung des Ungeborenen schädigen können. Selbst kleine Mengen können potenziell Auswirkungen haben, da der fetale Stoffwechsel Alkohol nicht effizient abbauen kann.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen, während der gesamten Schwangerschaft vollständig auf Alkohol zu verzichten.
Wird Sauerkraut ohne Weinzusatz verzehrt, ist es ein sehr nützliches Lebensmittel in der Schwangerschaft:
Schwangere Frauen können klassisches Sauerkraut ohne Weinzusatz bedenkenlos in ihre Ernährung integrieren. Weinsauerkraut hingegen sollte nur dann gegessen werden, wenn sichergestellt ist, dass der Wein während eines langen Kochvorgangs vollständig verkocht ist. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, auf weinfreies Sauerkraut zurückzugreifen und die behandelnde Hebamme oder Ärztin zu befragen.