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Windpocken (medizinisch: Varizellen) sind eine hochansteckende Viruserkrankung, die durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht wird. Während die Erkrankung bei älteren Kindern und Erwachsenen oft mild verläuft, können Babys im ersten Lebensjahr besonders empfindlich reagieren. Neugeborene und Säuglinge unter drei Monaten haben noch ein unreifes Immunsystem und tragen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe.
Das Varizella-Zoster-Virus wird auf zwei Wegen übertragen:
Windpocken sind bereits 1 bis 2 Tage vor dem Hautausschlag ansteckend und bleiben es, bis alle Bläschen vollständig verkrustet sind. Babys, deren Mutter während der Schwangerschaft keine Windpocken hatte und nicht geimpft ist, sind besonders gefährdet, da ihnen der Nestschutz fehlt.
Die typischen Anzeichen von Windpocken beim Baby umfassen:
Die Diagnose wird in der Regel durch den typischen Hautausschlag und die klinischen Symptome gestellt. Ein Arzt kann die Erkrankung meist auf den ersten Blick erkennen. In unklaren Fällen oder bei Komplikationen kann ein Labortest (z.B. Bluttest auf Antikörper oder PCR-Abstrich vom Bläscheninhalt) durchgeführt werden.
Wichtig: Bei Babys unter 3 Monaten oder bei schwerer Erkrankung sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Bei schweren Verläufen, Neugeborenen oder immungeschwächten Säuglingen kann der Arzt das antivirale Medikament Aciclovir verschreiben. Dieses hemmt die Vermehrung des Virus und kann den Krankheitsverlauf verkürzen. Die Gabe sollte so früh wie möglich nach dem Auftreten der ersten Symptome erfolgen.
Die Windpocken-Impfung ist die effektivste Vorbeugemaßnahme. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für Kinder ab dem vollendeten 11. Lebensmonat. Da Babys unter 11 Monaten noch nicht geimpft werden können, ist der beste Schutz für sie, dass alle engen Kontaktpersonen (Eltern, Geschwister) geimpft sind.
Schwangere Frauen ohne Immunschutz sollten vor einer Schwangerschaft geimpft werden, um ihrem Kind einen natürlichen Nestschutz zu geben.