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Windpocken (medizinisch: Varizellen) sind eine hochansteckende Viruserkrankung, die durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht wird. Während Windpocken im Kindesalter meist harmlos verlaufen, stellen sie in der Schwangerschaft ein erhöhtes gesundheitliches Risiko dar – sowohl für die werdende Mutter als auch für das ungeborene Kind. Schwangere Frauen, die noch keine Windpocken hatten und nicht geimpft sind, sind besonders gefährdet.
Das Varizella-Zoster-Virus überträgt sich sehr leicht von Mensch zu Mensch. Die wichtigsten Übertragungswege sind:
Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit) beträgt 10 bis 21 Tage. Erkrankte Personen sind bereits ein bis zwei Tage vor dem Auftreten des Hautausschlags ansteckend und bleiben es, bis alle Bläschen verkrustet sind.
In der Schwangerschaft verläuft eine Windpockeninfektion häufig schwerer als bei nicht schwangeren Frauen. Das Immunsystem ist in der Schwangerschaft natürlich verändert, was das Risiko für Komplikationen erhöht. Zu den möglichen Komplikationen gehören:
Je nach Zeitpunkt der Infektion während der Schwangerschaft sind unterschiedliche Risiken für das Kind zu befürchten:
Eine Infektion in den ersten 20 Schwangerschaftswochen kann in seltenen Fällen (etwa 1–2 % der Fälle) zum sogenannten konnatalen Varizellensyndrom führen. Dabei kann es zu schwerwiegenden Fehlbildungen beim Kind kommen, darunter:
Erkrankt die Mutter kurz vor oder nach der Geburt an Windpocken, kann das Neugeborene eine Neugeborenenvarizelleninfektion entwickeln. Da das Neugeborene noch keine schützenden Antikörper von der Mutter erhalten hat, kann diese Infektion sehr schwer und potenziell lebensbedrohlich verlaufen.
Die typischen Symptome einer Windpockeninfektion umfassen:
Bei schwangeren Frauen können zusätzlich Zeichen einer Lungenbeteiligung auftreten, wie Husten und Atemnot, die sofortige ärztliche Behandlung erfordern.
Die Diagnose von Windpocken wird in der Regel klinisch gestellt, das heißt anhand des typischen Hautausschlags und der Krankengeschichte. In unklaren Fällen oder bei schwangeren Frauen können zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden:
Wenn eine nicht immune Schwangere Kontakt zu einer an Windpocken erkrankten Person hatte, muss sie umgehend ärztlichen Rat suchen. In diesem Fall kann innerhalb von 96 Stunden nach dem Kontakt eine passive Immunisierung mit Varizella-Zoster-Immunglobulin (VZIG) verabreicht werden. Diese Behandlung kann die Erkrankung abmildern oder verhindern und ist besonders in der Schwangerschaft empfohlen.
Bei einer manifesten Windpockeninfektion während der Schwangerschaft wird in der Regel das antivirale Medikament Aciclovir eingesetzt. Es hemmt die Vermehrung des Virus und kann den Krankheitsverlauf verkürzen sowie Komplikationen reduzieren. Die Behandlung sollte so früh wie möglich begonnen werden, idealerweise innerhalb der ersten 24 Stunden nach Auftreten des Ausschlags. Die Anwendung erfolgt nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken durch den behandelnden Arzt.
Der beste Schutz vor Windpocken in der Schwangerschaft ist eine bestehende Immunität, die entweder durch eine durchgemachte Erkrankung oder durch Impfung erworben wurde. Folgende Punkte sind wichtig:
Schwangere sollten unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn: