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Wochenfluss nach Kaiserschnitt

Was ist der Wochenfluss nach Kaiserschnitt?

Der Wochenfluss, medizinisch als Lochien bezeichnet, ist ein natürlicher Ausfluss aus der Gebärmutter, der nach jeder Geburt auftritt – also sowohl nach einer vaginalen Geburt als auch nach einem Kaiserschnitt (Sectio caesarea). Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Blut, Gewebeteilen und Sekret aus der Gebärmutterschleimhaut, die sich während der Schwangerschaft aufgebaut hat und sich nach der Geburt zurückbildet.

Auch wenn bei einem Kaiserschnitt das Kind nicht durch den Geburtskanal zur Welt kommt, bleibt der Wochenfluss nicht aus. Die Gebärmutter muss sich in jedem Fall zurückbilden und reinigen. Der Verlauf der Lochien kann nach einem Kaiserschnitt jedoch leicht von dem nach einer vaginalen Geburt abweichen.

Verlauf und Phasen des Wochenflusses

Der Wochenfluss durchläuft typischerweise mehrere Phasen, die sich in Menge, Farbe und Konsistenz unterscheiden:

  • Lochia rubra (Tag 1–4): Der Ausfluss ist hellrot bis dunkelrot gefärbt und relativ stark. Er besteht hauptsächlich aus Blut, Gewebsfragmenten und Resten der Gebärmutterschleimhaut.
  • Lochia serosa (Tag 5–12): Die Farbe wechselt zu Rosa bis Bräunlich. Die Menge nimmt deutlich ab. Der Ausfluss enthält nun mehr Sekret und weniger Blut.
  • Lochia alba (ab Tag 13): Der Ausfluss wird gelblich-weißlich und nimmt weiter ab. Diese Phase kann sich bis zu sechs Wochen nach der Geburt erstrecken.

Nach einem Kaiserschnitt kann der Wochenfluss anfangs etwas schwächer ausfallen als nach einer vaginalen Geburt, da die Gebärmutter während der Operation teilweise manuell gesäubert wird. Der Gesamtverlauf über mehrere Wochen bleibt jedoch ähnlich.

Besonderheiten nach Kaiserschnitt

Frauen nach einem Kaiserschnitt sollten einige spezifische Aspekte beachten:

  • Die Wundnaht am Unterbauch muss sauber und trocken gehalten werden. Sekret oder Blut aus dem Wochenfluss sollte keinen Kontakt mit der Wunde haben.
  • Die Rückbildung der Gebärmutter kann nach einem Kaiserschnitt etwas länger dauern, da die natürlichen Wehen, die zur Rückbildung beitragen, nicht in gleicher Weise stattgefunden haben.
  • Wehenartige Unterleibsschmerzen (sogenannte Nachwehen) können auch nach einem Kaiserschnitt auftreten und helfen dabei, die Gebärmutter zurückzubilden.
  • Das Stillen unterstützt die Ausschüttung von Oxytocin, das die Gebärmutterrückbildung und damit den Wochenfluss fördert.

Was ist normal – was ist besorgniserregend?

Während der Wochenfluss in den ersten Tagen verhältnismäßig stark sein kann, sollte er insgesamt mit der Zeit abnehmen. Folgende Anzeichen gelten als normal:

  • Rotgefärbter Ausfluss in den ersten Tagen
  • Leichte Zunahme des Flusses bei körperlicher Aktivität oder beim Stillen
  • Leichter, nicht unangenehmer Geruch

Folgende Symptome sollten umgehend ärztlich abgeklärt werden:

  • Starke Blutungen (mehr als eine Damenbinde pro Stunde vollständig durchgetränkt)
  • Unangenehm riechender oder eitriger Ausfluss (möglicher Hinweis auf eine Infektion)
  • Fieber über 38 °C
  • Starke Unterleibsschmerzen
  • Plötzliche Zunahme der Blutmenge nach bereits nachlassendem Fluss
  • Ausfluss der länger als 6–8 Wochen andauert

Hygiene und Pflege während des Wochenflusses

Während des Wochenflusses sind einige Hygieneregeln besonders wichtig, um Infektionen zu vermeiden:

  • Ausschließlich Vorlagen oder Damenbinden verwenden – keine Tampons, da diese das Infektionsrisiko erhöhen.
  • Regelmäßiger Wechsel der Vorlagen, mindestens alle 4 Stunden.
  • Intimpflege mit lauwarmem Wasser, keine aggressiven Reinigungsprodukte.
  • Baden und Schwimmen sollte in den ersten Wochen vermieden werden.
  • Auf Geschlechtsverkehr sollte bis zum Ende des Wochenflusses verzichtet werden.

Wann ist der Wochenfluss beendet?

In der Regel endet der Wochenfluss nach vier bis sechs Wochen nach der Geburt. Bei stillenden Müttern kann er aufgrund des höheren Oxytocinspiegels etwas kürzer dauern. Bleibt der Fluss länger als acht Wochen bestehen oder setzt er nach einer Pause wieder ein, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Quellen

  1. Stiefel, A., Geist, C., Harder, U. (Hrsg.) – Hebammenkunde. Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. Hippokrates Verlag, 5. Auflage (2013).
  2. Weltgesundheitsorganisation (WHO) – Postnatal care for mothers and newborns: Highlights from the World Health Organization 2013 guidelines. WHO Press (2015). Verfügbar unter: https://www.who.int
  3. Camann, W., Alexander, K. – Easy Labor: Every Woman's Guide to Choosing Less Pain and More Joy During Childbirth. Ballantine Books (2006). Referenz für postoperative Wochenbettversorgung nach Sectio.
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