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Zäpfchen Baby

Was sind Zäpfchen für Babys?

Zäpfchen, medizinisch als Suppositorien bezeichnet, sind feste, torpedoförmige Arzneimittel, die in den After (Rektum) des Babys eingeführt werden. Dort lösen sie sich durch die Körperwärme auf und geben ihren Wirkstoff ab, der über die Darmschleimhaut ins Blut aufgenommen wird. Diese Verabreichungsform ist bei Säuglingen und Kleinkindern besonders verbreitet, da viele Babys Tabletten oder flüssige Medikamente nicht problemlos schlucken können.

Wann werden Zäpfchen bei Babys eingesetzt?

Zäpfchen kommen bei Babys und Kleinkindern in verschiedenen Situationen zum Einsatz:

  • Fieber: Paracetamol- oder Ibuprofen-Zäpfchen sind die häufigste Anwendung bei erhöhter Körpertemperatur.
  • Verstopfung: Glycerin-Zäpfchen regen die Darmperistaltik an und helfen bei Stuhlgang-Problemen.
  • Erbrechen: Wenn ein Baby erbricht und Medikamente nicht im Mund behalten kann, ist die rektale Gabe eine sinnvolle Alternative.
  • Schmerzen: Analgetische Zäpfchen lindern leichte bis mittlere Schmerzen, z. B. nach Impfungen oder bei Zahnungsbeschwerden.

Geeignete Wirkstoffe in Babyzäpfchen

Paracetamol

Paracetamol ist der am häufigsten verwendete Wirkstoff in Zäpfchen für Babys. Er wirkt fiebersenkend und schmerzlindernd. Für Säuglinge ab 3 kg Körpergewicht gibt es speziell dosierte Zäpfchen (z. B. 75 mg oder 125 mg). Die Dosierung richtet sich stets nach dem Körpergewicht des Kindes und sollte mit einem Kinderarzt abgestimmt werden.

Ibuprofen

Ibuprofen wirkt entzündungshemmend, fiebersenkend und schmerzlindernd. Es ist als Zäpfchen für Säuglinge ab einem Alter von 3 Monaten und einem Körpergewicht von mindestens 6 kg zugelassen. Ibuprofen sollte nicht auf nüchternen Magen gegeben werden und ist bei bestimmten Erkrankungen (z. B. Nierenprobleme) kontraindiziert.

Glycerin

Glycerin-Zäpfchen werden bei Verstopfung eingesetzt. Sie wirken lokal im Darm, ziehen Wasser in den Darm und erweichen den Stuhl, was die Darmentleerung erleichtert. Sie gelten als gut verträglich und können bereits bei Neugeborenen angewendet werden, jedoch nur nach Rücksprache mit dem Kinderarzt.

Anwendung: So führen Sie ein Zäpfchen richtig ein

Die korrekte Anwendung von Babyzäpfchen ist wichtig, um die Wirkung sicherzustellen und das Baby so wenig wie möglich zu belasten:

  • Hände gründlich waschen.
  • Das Baby auf den Rücken legen und die Beine sanft anwinkeln (Wickelposition).
  • Das Zäpfchen leicht anfeuchten (z. B. mit etwas Wasser oder Babyoel), um das Einführen zu erleichtern.
  • Das Zäpfchen mit dem spitzen Ende voran vorsichtig in den After einführen, bis es vollständig verschwunden ist.
  • Die Pobacken des Babys für etwa 30 Sekunden sanft zusammenhalten, damit das Zäpfchen nicht herausgedrückt wird.
  • Das Baby danach beruhigen und beobachten.

Falls das Zäpfchen unmittelbar nach dem Einführen wieder herauskommt, kann ein neues Zäpfchen gegeben werden. Bei Unsicherheit sollte immer der Kinderarzt kontaktiert werden.

Sicherheit und wichtige Hinweise

Bei der Anwendung von Zäpfchen bei Babys sind folgende Punkte zu beachten:

  • Dosierung: Immer die empfohlene Dosierung nach Körpergewicht einhalten. Eine Überdosierung, besonders bei Paracetamol, kann gefährlich sein.
  • Wiederholung: Nicht häufiger als empfohlen anwenden. Zwischen zwei Gaben sollte ein Mindestabstand eingehalten werden (bei Paracetamol in der Regel 6 Stunden).
  • Kombination: Paracetamol und Ibuprofen nicht gleichzeitig geben, außer auf ausdrückliche ärztliche Empfehlung.
  • Lagerung: Zäpfchen kühl lagern, damit sie ihre Form behalten.
  • Arzt konsultieren: Bei Fieber bei Säuglingen unter 3 Monaten immer sofort einen Arzt aufsuchen, Zäpfchen nie ohne ärztlichen Rat geben.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Eltern sollten bei folgenden Situationen unverzüglich einen Kinderarzt aufsuchen:

  • Fieber bei Säuglingen unter 3 Monaten.
  • Hohes Fieber über 39 °C, das nicht auf das Zäpfchen anspricht.
  • Fieber, das länger als 2-3 Tage anhält.
  • Zeichen einer schweren Erkrankung wie Krampfanfälle, Bewusstseinsveränderungen oder Hautausschlag.
  • Anhaltende Verstopfung, die auf Glycerin-Zäpfchen nicht anspricht.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ): Empfehlungen zur Fiebertherapie bei Kindern. Berlin, 2022.
  2. European Medicines Agency (EMA): Paracetamol and Ibuprofen in Paediatric Use -- Summary of Product Characteristics. Amsterdam, 2023.
  3. Berthold Koletzko (Hrsg.): Kinder- und Jugendmedizin. 15. Auflage. Springer Medizin Verlag, Berlin, 2022.
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