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Zahnpasta für Babys

Was ist Zahnpasta für Babys?

Zahnpasta für Babys ist ein speziell entwickeltes Zahnpflegeprodukt für Säuglinge und Kleinkinder. Im Unterschied zu herkömmlicher Erwachsenenzahnpasta enthält sie deutlich weniger oder gar kein Fluorid und ist frei von scharfen Reinigungsmitteln wie Natriumlaurylsulfat (SLS). Da Babys und Kleinkinder die Zahnpasta oft verschlucken, müssen alle Inhaltsstoffe sicher und unbedenklich sein. Die Zahnpasta ist meist mild im Geschmack – zum Beispiel in Frucht- oder milden Minzaromen – um die Akzeptanz beim Kind zu fördern.

Ab wann sollte Zahnpasta verwendet werden?

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) sowie die Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Prävention (DGZMK) empfehlen, sobald der erste Milchzahn durchbricht – in der Regel zwischen dem 6. und 10. Lebensmonat – mit dem Zähneputzen zu beginnen. Dafür wird eine reiskorngroße Menge Zahnpasta verwendet.

  • 0–2 Jahre: Eine reiskornsgroße Menge Babyzahnpasta mit maximal 1.000 ppm Fluorid oder fluoridfreie Variante nach Rücksprache mit dem Zahnarzt oder der Zahnärztin
  • 2–6 Jahre: Eine erbsengroße Menge Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid
  • Ab 6 Jahre: Kinderzahnpasta mit 1.000–1.450 ppm Fluorid

Fluorid in Babyzahnpasta: Warum und wie viel?

Fluorid ist ein wichtiger Wirkstoff zum Schutz der Zähne vor Karies. Es stärkt den Zahnschmelz und hemmt das Wachstum von kariesverursachenden Bakterien. Da Babys und Kleinkinder die Zahnpasta noch nicht ausreichend ausspucken können, ist es wichtig, nur eine sehr kleine Menge zu verwenden, um eine Überdosierung zu vermeiden. Eine übermäßige Fluoridaufnahme in der frühen Kindheit kann zu Dentalfluorose führen – einer Veränderung des Zahnschmelzes, die sich als weiße Flecken oder Streifen auf den Zähnen zeigt. Daher ist die richtige Dosierung entscheidend.

Inhaltsstoffe: Worauf sollte man achten?

Bei der Auswahl einer Babyzahnpasta sollten Eltern auf folgende Punkte achten:

  • Kein Natriumlaurylsulfat (SLS): Dieses Schaummittel kann die empfindliche Mundschleimhaut von Säuglingen reizen.
  • Kein künstlicher Süßstoff: Produkte ohne Zucker oder zuckerartige Süßungsmittel sind bevorzugt.
  • Kein starkes Minzaroma: Intensiver Mentholgeschmack kann für Babys unängenehm oder sogar überwältigend sein.
  • Dermatologisch und zahnmedizinisch geprüft: Produkte mit entsprechenden Zertifizierungen bieten zusätzliche Sicherheit.
  • Xylitol: Manche Babyzahnpasten enthalten Xylitol, einen natürlichen Zuckeralkohol, dem eine karieshemmende Wirkung zugeschrieben wird.

Richtige Putztechnik für Babyzähne

Das Zähneputzen bei Babys erfordert besondere Sorgfalt und Geduld. Folgende Tipps helfen dabei:

  • Verwenden Sie eine weiche, altersgerechte Babyzahnbürste mit kleinem Putzkopf.
  • Legen Sie das Baby auf den Rücken oder halten Sie es auf dem Schoß, um einen guten Überblick über den Mund zu haben.
  • Putzen Sie die Zähne zweimal täglich – morgens und besonders abends vor dem Schlafengehen.
  • Reinigen Sie alle Zahnflächen sanft und gründlich – Außen-, Innen- und Kauflächen.
  • Machen Sie das Zähneputzen zu einem positiven Erlebnis durch Lieder, Rituale oder spielerische Elemente.

Häufige Fragen zur Babyzahnpasta

Ist fluoridfreie Zahnpasta für Babys sinnvoll?

Fluoridfreie Babyzahnpasten sind auf dem Markt erhältlich und können eine Option sein, wenn das Kind bereits über Nahrungsmittel oder Fluoridtabletten genügend Fluorid aufnimmt. Die individuelle Entscheidung sollte jedoch immer in Absprache mit dem Kinderarzt oder der Kinder-Zahnärztin getroffen werden.

Was tun, wenn das Baby die Zahnpasta verschluckt?

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch – also einer reiskornsgroßen Menge – ist das gelegentliche Verschlucken von Babyzahnpasta in der Regel unbedenklich. Werden größere Mengen verschluckt, sollte umgehend der ärztliche Bereitschaftsdienst oder ein Giftnotruf kontaktiert werden.

Ab wann kann mein Kind auf Kinderzahnpasta umsteigen?

Der Übergang von Babyzahnpasta auf Kinderzahnpasta erfolgt in der Regel ab dem 2. Lebensjahr. Ab diesem Zeitpunkt kann eine erbsengroße Menge Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid verwendet werden.

Empfehlungen zur Vorbeugung von Milchzahnkaries

Milchzähne sind wichtig für die Sprachentwicklung, das Kauen und als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Daher sollte ihre Pflege ernst genommen werden. Zusätzlich zum regelmäßigen Zähneputzen empfehlen Zahnmediziner:

  • Zuckerhaltige Getränke wie Säfte oder Süßigkeiten möglichst meiden
  • Kein Süßes in der Saugerflasche beim Einschlafen (sogenannte Nuckelflaschenkaries vermeiden)
  • Regelmäßige Zahnarztbesuche ab dem ersten Zahn oder spätestens ab dem ersten Lebensjahr
  • Elterliche Vorbildfunktion beim Zähneputzen nutzen

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Prävention (DGZMK): Empfehlungen zur Fluoridierung zur Kariesprävention, 2021. Verfügbar unter: www.dgzmk.de
  2. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Zahn- und Mundgesundheit bei Kleinkindern. Köln, 2022. Verfügbar unter: www.bzga.de
  3. American Academy of Pediatric Dentistry (AAPD): Guideline on Fluoride Therapy. Pediatric Dentistry, 2020; 42(6): 315–322. Verfügbar unter: www.aapd.org
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