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Zahnungsgel Baby

Was ist Zahnungsgel für Babys?

Zahnungsgel ist ein speziell für Säuglinge und Kleinkinder entwickeltes Präparat, das lokal auf das Zahnfleisch aufgetragen wird, um Schmerzen und Unwohlsein beim Zahnen zu lindern. Das Zahnen – also das Durchbrechen der ersten Milchzähne – beginnt meist zwischen dem 4. und 7. Lebensmonat und kann für das Baby unangenehm bis schmerzhaft sein. Zahnungsgele sind in Apotheken rezeptfrei erhältlich und werden von vielen Eltern als erste Hilfsmaßnahme eingesetzt.

Wirkmechanismus

Die meisten Zahnungsgele enthalten einen oder mehrere der folgenden Wirkstoffe:

  • Lokalanästhetika wie Lidocain oder Benzocain: Diese betäuben das Zahnfleisch vorübergehend und dämpfen den Schmerzreiz. Allerdings werden Präparate mit Benzocain für Kinder unter 2 Jahren von Gesundheitsbehörden wie der US-amerikanischen FDA nicht mehr empfohlen, da seltene, aber ernsthafte Nebenwirkungen (Methhämoglobinämie) auftreten können.
  • Pflanzliche Wirkstoffe wie Kamillenextrakt, Nelkenextrakt oder Malvenblütenextrakt: Diese wirken mild antientzündlich und können das gereizte Zahnfleisch beruhigen. Solche natürlicheren Formulas werden häufig als sanftere Alternative bevorzugt.
  • Kühlende Substanzen wie Menthol in sehr geringer Konzentration können zusätzliche Linderung verschaffen, obwohl diese bei Säuglingen mit Vorsicht einzusetzen sind.

Anwendung

Zahnungsgel wird in der Regel direkt auf das gereizte Zahnfleisch des Babys aufgetragen. Dies geschieht entweder mit einem sauberen Finger oder mit einem speziellen Applikator. Folgende Punkte sind bei der Anwendung zu beachten:

  • Die Dosierungsempfehlung des Herstellers strikt einhalten und das Gel nicht häufiger als empfohlen anwenden.
  • Das Gel nicht auf eine zu große Fläche auftragen, da Lokalbetäubungsmittel auch die Schluckmuskulatur beeinflussen können.
  • Das Präparat stets außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Zahnungsgele sind für Babys unter 4 Monaten in der Regel nicht geeignet – im Zweifel immer den Kinderarzt oder die Kinderärztin befragen.

Sicherheit und Risiken

Die Sicherheit von Zahnungsgelen wird von Gesundheitsbehörden weltweit unterschiedlich bewertet. Einige wichtige Punkte:

  • Benzocain-haltige Gele: Die FDA warnt ausdrücklich vor der Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren. In seltenen Fällen kann Benzocain eine gefährliche Veränderung des Blutes (Methhämoglobinämie) auslösen, bei der weniger Sauerstoff transportiert wird.
  • Lidocain-haltige Gele: Auch diese sollten bei Babys sehr vorsichtig und nur nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden, da eine Überdosierung zu ernsthaften Nebenwirkungen führen kann.
  • Homöopathische Zahnungsgele: Diese enthalten keine klassischen pharmazeutischen Wirkstoffe in messbarer Konzentration. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht belegt.
  • Zahnungsgele können den Zahnschmelz der ersten Milchzähne beeinflussen, wenn sie zuckerhaltige Zusatzstoffe enthalten – auf zuckerfreie Formulas achten.

Alternativen zum Zahnungsgel

Viele Kinderärzte empfehlen, Zahnungsgele nur als ergänzende Maßnahme einzusetzen. Folgende Alternativen können ebenfalls helfen:

  • Gekühlte Beissringe: Ein im Kühlschrank (nicht im Gefriergerät) gekühlter Beissring kann das gereizte Zahnfleisch durch Kälte betäuben und das Baby ablenken.
  • Massieren des Zahnfleisches: Sanfter Druck mit einem sauberen Finger auf das Zahnfleisch kann vorrübergehend Linderung verschaffen.
  • Gekühlte Nahrungsmittel: Bei Babys, die bereits Beikost erhalten, können gekühlte Lebensmittel wie Karottensticks (unter Aufsicht) helfen.
  • Ablenkung und Trost: Körperköntakt, Stillen oder das Anbieten einer Flasche können das Wohlbefinden des Babys deutlich verbessern.
  • Schmerzmittel: Bei starken Beschwerden können kindgerechte Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol in alters- und gewichtsgerechter Dosierung nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden.

Wann zum Arzt?

Zahnen ist ein natürlicher Prozess, kann aber manchmal mit Stärkerem Unwohlsein verbunden sein. Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn:

  • das Baby hohes Fieber über 38,5°C entwickelt (Fieber ist kein typisches Zahnsymptom und kann auf eine Infektion hinweisen),
  • die Beschwerden trotz Behandlung sehr stark sind oder länger als einige Tage anhalten,
  • Zeichen einer Infektion am Zahnfleisch sichtbar sind (Schwellung, Eiterbildung),
  • das Baby sehr viel weint und nicht beruhigt werden kann.

Quellen

  1. U.S. Food and Drug Administration (FDA): Risk of serious and potentially fatal blood disorder prompts FDA action on oral over-the-counter benzocaine products used for teething and mouth pain and prescription local anesthetics (2018). Verfügbar unter: https://www.fda.gov
  2. American Academy of Pediatrics (AAP): Teething: 4 to 7 Months. HealthyChildren.org. Verfügbar unter: https://www.healthychildren.org
  3. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (DGKJ): Empfehlungen zur Zahngesundheit im Säuglings- und Kleinkindalter. Verfügbar unter: https://www.dgkj.de
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