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Zervixschleim vor Eisprung

Was ist Zervixschleim?

Zervixschleim, auch als Gebärmutterhalsschleim oder Zervixmukus bekannt, ist eine Flüssigkeit, die von Drüsenzellen im Gebärmutterhals (Zervix) produziert wird. Seine Konsistenz, Farbe und Menge verändern sich im Verlauf des weiblichen Zyklus unter dem Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone – insbesondere Östrogen und Progesteron. Die Beobachtung des Zervixschleims ist eine anerkannte Methode zur natürlichen Familienplanung und zur Bestimmung der fruchtbaren Tage.

Veränderungen des Zervixschleims im Zyklusverlauf

Im Laufe des Menstruationszyklus durchläuft der Zervixschleim typische Veränderungsphasen:

  • Nach der Menstruation: In den ersten Tagen nach der Periode ist meist wenig oder kein Schleim vorhanden. Viele Frauen empfinden diese Phase als trocken.
  • Aufbauphase: Mit steigendem Östrogenspiegel beginnt der Schleim zuzunehmen. Er erscheint zunächst weißlich, cremig oder trüb und hat eine dickere Konsistenz.
  • Unmittelbar vor dem Eisprung: Kurz vor dem Eisprung (Ovulation) erreicht der Zervixschleim seine fruchtbarste Form: Er wird klar, glänzend, sehr flüssig und fadenziehend – ähnlich wie rohes Eiweiß. Diese Konsistenz wird als Spinnbarkeit bezeichnet und ist ein starkes Anzeichen für die bevorstehende Ovulation.
  • Nach dem Eisprung: Nach der Ovulation steigt der Progesteronspiegel, der Schleim wird wieder dicker, trüber und spärlicher, bis er vor der nächsten Periode weitgehend verschwindet.

Warum verändert sich der Zervixschleim vor dem Eisprung?

Der Anstieg des Östrogens in der ersten Zyklusphäse (Follikelphase) stimuliert die Drüsenzellen im Gebärmutterhals zur verstärkten Schleimproduktion. Der typische, fadenziehende Schleim kurz vor dem Eisprung erfüllt eine wichtige biologische Funktion: Er erleichtert Spermien das Eindringen in die Gebärmutter, indem er die Passage durch den Gebärmutterhals vereinfacht und Spermien bis zu 72 Stunden überleben lässt. Gleichzeitig schützt er Spermien vor dem sauren Milieu der Scheide.

Zervixschleim als Zeichen der fruchtbaren Tage

Die Beobachtung des Zervixschleims ist ein zentrales Element natürlicher Verhütungs- und Kinderwunschmethoden. Zu den gängigen Methoden gehören:

  • Billings-Ovulationsmethode: Bei dieser Methode wird ausschließlich der Zervixschleim beobachtet und dokumentiert, um fruchtbare und unfruchtbare Phasen zu identifizieren.
  • Symptothermale Methode: Kombiniert die Beobachtung des Zervixschleims mit der täglichen Messung der Basaltemperatur, um die Ovulation noch genauer zu bestimmen.

Der Peaktag bezeichnet den letzten Tag, an dem der Schleim die typische, klare und fadenziehende Eigenschaft aufweist. Dieser Tag liegt sehr nah am Zeitpunkt des Eisprungs und gilt als der fruchtbarste Tag des Zyklus.

Wie beobachtet man den Zervixschleim richtig?

Die Beurteilung des Zervixschleims erfolgt durch Eigenbeobachtung:

  • Den Schleim mit sauberen Fingern oder einem Taschentuch am Scheidenausgang entnehmen.
  • Konsistenz, Farbe und Spinnbarkeit täglich dokumentieren.
  • Eine gute Möglichkeit der Prüfung der Spinnbarkeit ist das Auseinanderziehen des Schleims zwischen Daumen und Zeigefinger: Fruchtbarer Schleim lässt sich mehrere Zentimeter weit ziehen, ohne zu reißen.
  • Ideale Beobachtungszeit ist abends oder nach dem Toilettengang.

Wichtig: Faktoren wie Infektionen, Medikamente (z. B. Antibiotika, hormonelle Verhütungsmittel) oder Gleitgel können die Schleimqualität beeinflussen und die Beobachtung verfälschen.

Wann sollte man ärztlichen Rat suchen?

Veränderungen des Zervixschleims können auch auf gesundheitliche Probleme hinweisen. Ärztlicher Rat ist empfohlen, wenn:

  • der Schleim einen unangenehmen Geruch, eine ungewöhnliche Farbe (grünlich, gelblich) oder eine sehr dickflüssige, käseartige Konsistenz aufweist – mögliche Hinweise auf eine Infektion (z. B. Vaginose oder Pilzinfektion),
  • keine fruchtbaren Schleimphasen beobachtbar sind, was auf einen ausbleibenden Eisprung (Anovulation) hindeuten kann,
  • der Zervixschleim im Rahmen eines ungefüllten Kinderwunsches untersucht werden soll.

Quellen

  1. World Health Organization (WHO): Medical Eligibility Criteria for Contraceptive Use, 5th edition, 2015. Verfügbar unter: https://www.who.int
  2. Gnoth, C. et al.: Cycle characteristics after discontinuation of oral contraceptives. Gynecological Endocrinology, 2002.
  3. Billings, E. L. & Westmore, A.: The Billings Ovulation Method. Anne O'Donovan Publishers, 2011.
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