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Zucken im Schlaf

Was ist Zucken im Schlaf?

Zucken im Schlaf, medizinisch als Schlafmyoklonus oder hypnisches Zucken bezeichnet, beschreibt plötzliche, unwillkürliche Muskelzuckungen, die während des Schlafs oder in der Übergangsphase zwischen Wachsein und Schlaf auftreten. Diese Bewegungen können einzelne Muskelgruppen oder den gesamten Körper betreffen und sind in den meisten Fällen völlig harmlos. Betroffen sind Arme, Beine, das Gesicht oder der gesamte Rumpf. Das Zucken kann gelegentlich so stark sein, dass die betroffene Person kurz aufwacht.

Formen des Zuckens im Schlaf

Hypnisches Zucken (Einschlafzucken)

Das hypnische Zucken tritt typischerweise in der Einschlafphase auf. Dabei kommt es zu einem plötzlichen, ruckartigen Zucken des Körpers, das häufig mit einem Fallgefühl oder einem kurzen Aufschrecken verbunden ist. Es handelt sich um ein sehr verbreitetes Phänomen: Schätzungen zufolge erlebt bis zu 70 Prozent der Bevölkerung gelegentlich hypnisches Zucken.

Periodische Gliedmaßenbewegungen im Schlaf (PLMS)

Periodische Gliedmaßenbewegungen im Schlaf (englisch: Periodic Limb Movements in Sleep, kurz PLMS) sind rhythmische, sich wiederholende Bewegungen der Beine oder Arme, die während des Schlafs auftreten. Diese können den Schlaf erheblich stören und häufig mit dem Restless-Legs-Syndrom assoziiert sein.

Epileptischer Myoklonus

In seltenen Fällen können Muskelzuckungen im Schlaf auf eine epileptische Erkrankung hinweisen, insbesondere auf Formen der myoklonischen Epilepsie. Diese Form erfordert eine gezielte neurologische Abklärung und Behandlung.

Ursachen

Die Ursachen für Zucken im Schlaf sind vielschichtig und reichen von harmlosen bis hin zu behandlungsbedürftigen Erkrankungen:

  • Stress und Übermüdung: Psychischer oder körperlicher Stress kann die Häufigkeit von Schlafzuckungen erhöhen.
  • Koffein und Stimulanzien: Übermäßiger Konsum von Koffein oder anderen Stimulanzien kann Muskelzuckungen begünstigen.
  • Schlafentzug: Zu wenig Schlaf erhöht die Anfälligkeit für hypnische Zuckungen.
  • Intensiver Sport: Körperliche Überanstrengung kurz vor dem Schlafengehen kann Einschlafzucken verstärken.
  • Neurologische Erkrankungen: Erkrankungen wie das Restless-Legs-Syndrom, Parkinson oder Epilepsie können mit Schlafzuckungen verbunden sein.
  • Medikamente: Bestimmte Arzneimittel, darunter einige Antidepressiva oder Antipsychotika, können Myoklonien als Nebenwirkung verursachen.
  • Elektrolytmangel: Ein Mangel an Magnesium, Kalium oder Kalzium kann Muskelzuckungen begünstigen.

Symptome

Das Zucken im Schlaf kann sich auf verschiedene Weisen äußern:

  • Plötzliche, ruckartige Bewegungen einzelner Gliedmaßen oder des gesamten Körpers
  • Kurzes Aufschrecken oder Aufwachen aus dem Schlaf
  • Gefühl des Fallens beim Einschlafen
  • Rhythmische Bein- oder Armbewegungen während der Nacht (bei PLMS)
  • Tagesmüdigkeit durch gestörten Schlaf
  • Unruhiger, nicht erholsamer Schlaf

Diagnose

Die Diagnose von Schlafzuckungen erfolgt durch eine gründliche Anamnese (Krankengeschichte) und körperliche Untersuchung. Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende Erkrankung kommen folgende Untersuchungen in Betracht:

  • Polysomnographie: Eine Schlaflaboruntersuchung, bei der Hirnströme, Muskelaktivität, Augenbewegungen und weitere Körperfunktionen während des Schlafs gemessen werden.
  • Elektroenzephalographie (EEG): Messung der elektrischen Hirnaktivität zum Ausschluss epileptischer Ursachen.
  • Blutuntersuchungen: Bestimmung von Elektrolyten, Schilddrüsenwerten und anderen Laborparametern.
  • Neurologische Untersuchung: Prüfung der Reflexe und der neurologischen Funktionen.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache:

Allgemeine Maßnahmen

  • Verbesserung der Schlafhygiene: regelmäßige Schlafzeiten, ruhige Schlafumgebung
  • Reduktion von Stress durch Entspannungsverfahren wie progressive Muskelrelaxation oder Meditation
  • Einschränkung des Koffeinkonsums, besonders am Abend
  • Ausreichende körperliche Bewegung, jedoch nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen
  • Ausgleich von Nährstoffmängeln, insbesondere Magnesium

Medikamentöse Behandlung

Bei behandlungsbedürftigen Ursachen wie PLMS, Restless-Legs-Syndrom oder Epilepsie stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die ein Arzt individuell verordnet. Dazu zählen unter anderem Dopaminagonisten, Antiepileptika oder Benzodiazepine.

Wann zum Arzt?

Gelegentliches Zucken im Schlaf ist in der Regel kein Grund zur Beunruhigung. Ärztlichen Rat sollte man einholen, wenn:

  • die Zuckungen sehr häufig auftreten und den Schlaf erheblich stören,
  • ausgepägte Tagesmüdigkeit oder Konzentrationsprobleme bestehen,
  • die Zuckungen auch im Wachzustand auftreten,
  • zusätzliche neurologische Symptome vorhanden sind (z. B. Kribbeln, Taubheitsgefühle, Schwindel),
  • ein Partner oder eine Partnerin beobachtet, dass die Bewegungen sehr regelmäßig und rhythmisch sind.

Quellen

  1. American Academy of Sleep Medicine (AASM): International Classification of Sleep Disorders, 3rd edition. Darien, IL: AASM, 2014.
  2. Zucconi M, Ferri R. Assessment of sleep disorders and diagnostic procedures. In: Bassetti C, Dogas Z, Peigneux P (Hrsg.): Sleep Medicine Textbook. Regensburg: European Sleep Research Society (ESRS), 2014.
  3. Allen RP et al. Restless legs syndrome/Willis-Ekbom disease diagnostic criteria. Sleep Medicine, 2014; 15(8): 860-873. PubMed PMID: 24894563.
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