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Zufüttern Babys

Was bedeutet Zufüttern bei Babys?

Zufüttern bezeichnet den Übergang von ausschließlicher Milchernährung – also Muttermilch oder Säuglingsnahrung – zur zusätzlichen Gabe von fester oder breiartiger Nahrung. Dieser Schritt wird auch als Beikosteinführung bezeichnet und ist ein entscheidender Meilenstein in der Entwicklung eines Babys. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Babys in den ersten sechs Monaten ausschließlich zu stillen und anschließend mit der Einführung von Beikost zu beginnen, während das Stillen fortgesetzt werden kann.

Ab wann sollte man mit dem Zufüttern beginnen?

Die meisten Fachgesellschaften, darunter das Netzwerk Gesund ins Leben und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), empfehlen den Beginn der Beikost im Alter von 5 bis 7 Monaten. Entscheidend sind dabei weniger das genaue Alter als vielmehr die Entwicklungszeichen des Kindes:

  • Das Baby kann den Kopf selbstständig halten.
  • Es zeigt Interesse an Essen und beobachtet das Essen der Eltern aufmerksam.
  • Der Zungenstoreflex (das automatische Herausschieben von Fremdsubstanzen aus dem Mund) hat sich zurückgebildet.
  • Das Baby kann aufrecht sitzen, zumindest mit Unterstützung.

Zu frühes Zufüttern vor dem vollendeten 4. Lebensmonat wird nicht empfohlen, da das Verdauungssystem und das Immunsystem des Kindes noch nicht ausreichend gereift sind.

Welche Lebensmittel eignen sich für den Beginn?

Die Beikosteinführung sollte schrittweise und mit einfachen, gut verträglichen Lebensmitteln beginnen. Bewährt hat sich das Konzept der Breimahlzeiten, bei dem eine Milchmahlzeit nach und nach durch einen Brei ersetzt wird.

Empfohlene erste Beikost

  • Gemüsebrei: z. B. Karotten, Pastinaken, Süßkartoffeln oder Zucchini – mild im Geschmack und gut verträglich.
  • Getreidebrei: z. B. Reisbrei oder Haferbrei – liefert Energie und Kohlenhydrate.
  • Obstbrei: z. B. Apfel, Birne oder Banane – kann als süße Komponente hinzugefügt werden.
  • Fleisch: in kleinen Mengen ab dem ersten Brei empfohlen, da es wichtiges Eisen und Zink liefert.

Was sollte vermieden werden?

  • Honig (wegen des Risikos von Botulismus beim Säugling)
  • Salz und Zucker sollten nicht zugesetzt werden.
  • Kuhmilch als Hauptgetränk ist vor dem 12. Lebensmonat nicht geeignet.
  • Ganze Nüsse, harte Rohkost oder andere Erstickungsrisiken vermeiden.

Wie wird Beikost eingeführt?

Die Einführung von Beikost sollte schrittweise und geduldig erfolgen. Experten empfehlen folgendes Vorgehen:

  • Mit einem neuen Lebensmittel beginnen und es 3 bis 5 Tage lang anbieten, bevor ein weiteres eingeführt wird – so können Unverträglichkeiten oder Allergien leichter erkannt werden.
  • Kleine Mengen (1 bis 2 Teelöffel) zu Beginn anbieten und die Menge langsam steigern.
  • Die Mahlzeit in entspannter Atmosphäre und zu einem Zeitpunkt anbieten, an dem das Baby wach und gut gelaunt ist.
  • Das Baby sollte selbst entscheiden dürfen, wie viel es essen möchte – kein Zwang zum Aufessen.

Nährstoffbedarf beim Zufüttern

Mit dem Beginn der Beikost steigt der Nährstoffbedarf des Babys, der durch Muttermilch allein nicht mehr vollständig gedeckt werden kann. Besonders wichtig sind:

  • Eisen: Ab dem 6. Monat sind die nätlichen Eisenspeicher des Babys aufgebraucht. Fleisch, insbesondere rotes Fleisch, ist eine gute Eisenquelle. Auch eisenangereicherter Getreidebrei ist geeignet.
  • Zink: Unterstützt das Immunsystem und das Wachstum.
  • Vitamin D: Sollte weiterhin als Supplement (Tropfen) gegeben werden, da weder Muttermilch noch Beikost ausreichend Vitamin D liefern.
  • Omega-3-Fettsäuren: Fördern die Gehirnentwicklung; Quellen sind z. B. fettreicher Fisch.

Baby-led Weaning als Alternative

Eine alternative oder ergänzende Methode zur klassischen Breikost ist das sogenannte Baby-led Weaning (BLW). Dabei werden dem Baby von Anfang an weiche Fingerfoodstücke angeboten, die es selbst greifen und in den Mund nehmen kann. Dies fördert die Selbstregulation beim Essen und die motorische Entwicklung. Wichtig ist dabei, dass die Lebensmittel keine Erstickungsgefahr darstellen und das Baby motorisch dazu bereit ist.

Häufige Fragen beim Zufüttern

Muss ich beim Zufüttern aufhören zu stillen?

Nein. Stillen kann und sollte nach Möglichkeit neben der Beikost fortgesetzt werden. Die WHO empfiehlt, bis mindestens zum 2. Lebensjahr zu stillen, wenn es Mutter und Kind gut tut. Beikost ergänzt – sie ersetzt nicht – die Muttermilch.

Was tun, wenn das Baby die Beikost ablehnt?

Es ist normal, dass Babys neue Lebensmittel zunächst ablehnen. Studien zeigen, dass ein Lebensmittel bis zu 10 bis 15 Mal angeboten werden muss, bevor ein Baby es akzeptiert. Geduld und Ausdauer sind wichtig. Kein Druck ausüben.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Bei folgenden Anzeichen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden:

  • Zeichen einer allergischen Reaktion (Hautausschlag, Schwellung, Erbrechen nach einer neuen Speise)
  • Anhaltende Verweigerung von Nahrung und mangelnde Gewichtszunahme
  • Verdauungsprobleme wie starker Durchfall oder Blut im Stuhl

Quellen

  1. Weltgesundheitsorganisation (WHO): Infant and young child feeding. Fact sheet. Genf, 2021. Verfügbar unter: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/infant-and-young-child-feeding
  2. Netzwerk Gesund ins Leben (BZfE): Empfehlungen zur Beikosteinführung. Bonn, 2022. Verfügbar unter: https://www.gesund-ins-leben.de
  3. Koletzko B. et al.: Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen. Monatsschrift Kinderheilkunde, 2016; 164(9): 771–798.
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