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Das Zungenband (medizinisch: Frenulum linguae) ist ein kleines Schleimhautband, das die Unterseite der Zunge mit dem Mundboden verbindet. Bei jedem Menschen ist dieses Band vorhanden und gehört zur normalen Anatomie des Mundes. Bei manchen Babys ist dieses Band jedoch zu kurz, zu dick oder zu weit vorne angesetzt – dies bezeichnet man als Ankyloglossia oder umgangssprachlich als kurzes Zungenband. Die Bewegungsfreiheit der Zunge ist dadurch eingeschränkt, was zu verschiedenen Schwierigkeiten im Alltag des Säuglings führen kann.
Ein zu kurzes Zungenband entsteht während der Schwangerschaft, wenn das Gewebe zwischen Zungenunterseite und Mundboden sich nicht vollständig zurückbildet. Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt, jedoch spielen genetische Faktoren eine Rolle. In manchen Familien tritt das kurze Zungenband gehäuft auf.
Ein zu kurzes Zungenband kann verschiedene Beschwerden beim Baby und bei der stillenden Mutter verursachen. Nicht jedes kurze Zungenband muss behandelt werden – entscheidend ist, ob es zu Problemen führt.
Die Diagnose eines zu kurzen Zungenbands wird in der Regel durch eine körperliche Untersuchung gestellt. Der Kinderarzt, Zahnarzt, Kieferorthopäde oder eine Stillberaterin können das Zungenband beurteilen. Dabei wird die Beweglichkeit der Zunge geprüft – etwa, ob das Baby die Zunge über die Unterlippe hinaus strecken kann oder ob sich die Zungenspitze beim Hochheben herzförmig einzieht. Zur Einschätzung des Schweregrads werden oft standardisierte Bewertungsskalen wie der Hazelbaker Assessment Tool verwendet.
Nicht jedes kurze Zungenband muss behandelt werden. Wenn keine Beschwerden vorliegen, kann abgewartet werden, da sich das Zungenband manchmal im Laufe der ersten Lebensmonate von selbst dehnt. Liegen jedoch deutliche Symptome vor, stehen folgende Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:
Der häufigste Eingriff ist die Frenulotomie: Dabei wird das Zungenband mit einer sterilen Schere oder einem Laser durchtrennt. Der Eingriff ist beim Neugeborenen meist ohne Narkose möglich, da das Gewebe noch sehr dünn und wenig durchblutet ist. Er dauert nur wenige Sekunden, ist kaum schmerzhaft und das Baby kann danach sofort gestillt werden. Bei älteren Säuglingen oder Kleinkindern kann eine kurze Betäubung notwendig sein.
Bei einem breiteren oder dickeren Zungenband wird manchmal eine aufwendigere Operation, die Frenuloplastik, durchgeführt. Dabei wird das Band chirurgisch erweitert und genäht, meist unter Vollnarkose.
Ergänzend zur Behandlung empfiehlt sich die Unterstützung durch eine zertifizierte Stillberaterin (IBCLC), die beim richtigen Anlegen des Babys hilft und den Stillprozess begleitet.
Eltern sollten ärztlichen Rat einholen, wenn: