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Die allergische Proktokolitis (auch: nahrungsmittelinduzierte Proktokolitis) ist eine nicht-IgE-vermittelte Immunreaktion des Dickdarms und Enddarms auf bestimmte Nahrungsproteine. Sie gehört zur Gruppe der nahrungsmittelinduzierten gastrointestinalen Allergien und tritt vorwiegend bei Säuglingen im ersten Lebensjahr auf, kann aber selten auch ältere Kinder und Erwachsene betreffen. Die Entzündung beschränkt sich typischerweise auf die Schleimhaut des Rektums und des Sigmas (unterer Dickdarm), weshalb der Verlauf meist mild ist.
Die häufigste Ursache der allergischen Proktokolitis ist eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen Kuhmilchproteine, insbesondere gegen Kasein und Molkenproteine. Weitere auslösende Nahrungsmittel können sein:
Bei gestillten Säuglingen gelangen die Allergene über die Muttermilch in den Darm des Kindes. Bei formula-gefütterten Säuglingen sind es die Proteine in der Säuglingsnahrung selbst. Die genaue immunologische Ursache ist noch nicht vollständig geklärt, es wird eine überschåießende T-Zell-vermittelte Immunantwort auf die Nahrungsproteine angenommen.
Die Symptome der allergischen Proktokolitis sind in der Regel mild bis mäßig und umfassen:
Anders als bei anderen nahrungsmittelinduzierten Erkrankungen wie der FPIES (Food Protein-Induced Enterocolitis Syndrome) zeigen betroffene Säuglinge meist ein gutes Gedeihen und einen insgesamt guten Allgemeinzustand.
Die Diagnose der allergischen Proktokolitis wird in erster Linie klinisch gestellt. Es gibt keinen spezifischen Labortest, der die Erkrankung eindeutig bestätigt. Die Diagnose basiert auf:
Eine Rektoskopie (Spiegelung des Enddarms) mit Gewebeprobe kann in un eindeutigen Fällen durchgeführt werden und zeigt typischerweise eine Schleimhautentзündung mit vermehrten eosinophilen Granulozyten.
Die wichtigste Behandlung ist die Eliminationsdiät, also das konsequente Meiden des auslösenden Nahrungsmittels:
In den meisten Fällen verbessern sich die Symptome innerhalb von 72 Stunden bis 2 Wochen nach Beginn der Eliminationsdiät deutlich. Eine medikamentöse Therapie ist in der Regel nicht erforderlich. Stillen wird weiterhin empfohlen, sofern die Mutter die notwendige Diät einhält. Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle des Gedeihens ist wichtig.
Die Prognose der allergischen Proktokolitis ist überwiegend sehr gut. Die meisten Säuglinge entwickeln im Laufe des zweiten oder dritten Lebensjahres eine Toleranz gegenüber dem auslösenden Protein. Eine kontrollierte Wiedereinführung des Nahrungsmittels unter ärztlicher Aufsicht wird empfohlen, um den Zeitpunkt der Toleranzentwicklung zu ermitteln.
Eltern sollten umgehend einen Arzt aufsuchen, wenn ihr Kind: