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Aminosäurenbasierte Säuglingsnahrung, auch als Elementarnahrung oder Aminosäurenformel bezeichnet, ist eine hochspezialisierte Form der Flaschennahrung für Säuglinge. Im Gegensatz zu herkömmlicher Säuglingsnahrung oder stark hydrolysierter Nahrung enthält sie keine intakten Proteine und keine Peptide, sondern ausschließlich freie Aminosäuren als Stickstoffquelle. Diese können vom körper ohne weitere Verdauungsschritte direkt aufgenommen werden und lösen daher keine Immunreaktion auf Nahrungsproteine aus.
Aminosäurenbasierte Nahrung wird vor allem dann eingesetzt, wenn andere Säuglingsnahrungen nicht vertragen werden. Die häufigsten Anwendungsgebiete sind:
Die Besonderheit aminosäurenbasierter Nahrung liegt in ihrer Proteinkomponente: Statt ganzer Proteine oder größerer Peptide werden ausschließlich einzelne freie Aminosäuren verwendet. Da Allergien gegen Nahrungsproteine durch bestimmte Proteinstrukturen (sogenannte Epitope) ausgelöst werden, können freie Aminosäuren das Immunsystem nicht mehr in gleicher Weise aktivieren. Damit ist das allergene Potenzial nahezu null.
Die weiteren Bestandteile der Nahrung, also Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralien, sind so zusammengestellt, dass sie den Nährstoffbedarf von Säuglingen vollständig decken und den internationalen Empfehlungen für die Säuglingsernährung entsprechen. In der Regel sind diese Nahrungen auch mit langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren (LCPUFAs) wie DHA und ARA angereichert, die für die Gehirnentwicklung wichtig sind.
Es gibt verschiedene Stufen der Proteinaufspaltung in Säuglingsnahrungen:
Die Entscheidung für eine aminosäurenbasierte Säuglingsnahrung sollte immer durch einen Kinderarzt oder einen pädiatrischen Allergologen getroffen werden. Vorausgehen sollte eine sorgfältige Diagnose, die folgende Schritte umfassen kann:
Aminosäurenbasierte Nahrung wird als vollständiger Nahrungsersatz für Säuglinge verwendet, wenn das Stillen nicht möglich ist oder wenn eine strenge Eliminationsdiät der stillenden Mutter nicht ausreicht. Sie wird nach den Anweisungen des Herstellers und des behandelnden Arztes zubereitet und verabreicht. Die Menge richtet sich nach dem Alter, dem Gewicht und dem Nährstoffbedarf des Kindes.
Bei älteren Säuglingen und Kleinkindern, die bereits Beikost erhalten, kann aminosäurenbasierte Nahrung auch als Trinknahrung oder Zusatznahrung eingesetzt werden, um die Nährstoffversorgung sicherzustellen.
Ein bekanntes Merkmal von Aminosäurennahrungen ist ihr bitterer oder unangenehmer Eigengeschmack, der durch die freien Aminosäuren bedingt ist. Manche Säuglinge und Kleinkinder lehnen die Nahrung zunächst ab. In solchen Fällen empfehlen Fachleute eine schrittweise Umstellung sowie gelegentlich den Einsatz von Geschmacksverstärkern, sofern diese verträglich sind. Bei sehr jungen Säuglingen ist die Akzeptanz in der Regel höher als bei älteren Kindern.
Aminosäurenbasierte Säuglingsnahrungen sind so konzipiert, dass sie alle notwendigen Nährstoffe für eine gesunde Entwicklung liefern. Studien belegen, dass Kinder, die ausschließlich mit solchen Nahrungen ernährt werden, ein normales Wachstum und eine normale Entwicklung aufweisen können. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Kinderarzt sind jedoch wichtig, um Wachstum, Nährstoffstatus und allgemeines Wohlbefinden zu überwachen.