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AR-Nahrung steht für Anti-Reflux-Nahrung und ist eine spezielle Säuglingsmilch, die für Babys mit gastroösophagealem Reflux (GER) entwickelt wurde. Beim Reflux fließt Mageninhalt zurück in die Speiseröhre, was bei Säuglingen häufig zu Spucken, Unruhe und Schmerzen führen kann. AR-Nahrung ist so formuliert, dass sie im Magen eindickt und dadurch das Rückfließen von Milch reduziert.
AR-Nahrung unterscheidet sich von herkömmlicher Säuglingsmilch durch den Zusatz von natürlichen Verdickungsmitteln. Diese Zutaten sorgen dafür, dass die Nahrung nach der Aufnahme im Magen andickt und schwerer zurückfließen kann.
Die Nahrung ist so formuliert, dass sie im Flaschensauger noch flüssig genug ist, um gut zu fließen, sich aber im sauren Magen verdickt. Dafür sind oft Sauger mit größeren Öffnungen notwendig.
AR-Nahrung wird empfohlen bei Säuglingen, die unter gastroösophagealem Reflux (GER) leiden. Zu den typischen Beschwerden gehören:
AR-Nahrung ist nicht geeignet als allgemeine Prophylaxe oder für gesunde Säuglinge ohne Refluxproblematik. Der Einsatz sollte immer in Absprache mit einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin erfolgen.
Herkömmliche Säuglingsmilch (Pre- oder 1er-Nahrung) ist dünnflüssig und kann bei Reflux leichter zurückfließen. AR-Nahrung hingegen bildet nach dem Schlucken eine dickere Konsistenz im Magen. Dies mindert das Volumen des zurückfließenden Mageninhalts, reduziert das Spucken und kann die Beschwerden des Kindes lindern. Der Nährwert ist dabei dem einer normalen Säuglingsmilch angepasst und erfüllt alle Anforderungen der europäischen Lebensmittelvorschriften für Säuglingsnahrung.
AR-Nahrung wird wie normale Säuglingsmilch zubereitet, jedoch sollte der Sauger eine etwas größere Öffnung haben, damit die etwas dickere Nahrung besser fließt. Die Zubereitung erfolgt gemäß den Herstellerangaben auf der Verpackung:
AR-Nahrungen sind als Säuglingsnahrung zugelassen und müssen die gesetzlichen Anforderungen der EU-Verordnung 2016/127 erfüllen. Studien zeigen, dass AR-Nahrung das sichtbare Spucken bei Säuglingen mit Reflux wirksam reduzieren kann. Die Europäische Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung (ESPGHAN) erkennt AR-Nahrung als eine von mehreren Behandlungsoptionen bei mildem bis moderatem Reflux an. Bei schwerem gastroösophagealen Reflux oder der Refluxkrankheit (GERD) kann zusätzlich eine medikamentöse Therapie notwendig sein.