-
DE
ARA steht für Arachidonsäure (englisch: Arachidonic Acid, Abkürzung: AA). Es handelt sich um eine mehrfach ungesättigte Fettsäure aus der Gruppe der Omega-6-Fettsäuren mit der chemischen Bezeichnung C20:4(n-6). ARA kommt natürlicherweise im menschlichen Körper vor und wird hauptsächlich aus der essentiellen Fettsäure Linolsäure (LA) synthetisiert oder über tierische Lebensmittel aufgenommen.
ARA erfüllt im menschlichen Organismus zahlreiche lebenswichtige Aufgaben:
ARA kommt ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Besonders reiche Quellen sind:
Veganer und Vegetarier nehmen über die Nahrung kaum direkt ARA auf, können diese aber in gewissem Maß aus Linolsäure (enthalten in pflanzlichen Ölen) selbst synthetisieren.
Offizielle Zufuhrempfehlungen für ARA als einzelne Fettsäure existieren für Erwachsene bislang nicht in standardisierter Form. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sowie die WHO empfehlen jedoch ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung (idealerweise 5:1 oder weniger), um einer übermäßigen Entzündungsförderung entgegenzuwirken.
Für Säuglinge gilt ARA als bedingt essentielle Fettsäure: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt, dass Säuglingsanfangsnahrung mindestens 0,35 % der gesamten Fettsäuren als ARA enthalten soll, da die Eigensynthese bei Neugeborenen noch unzureichend ist.
Muttermilch enthält natürlicherweise sowohl ARA als auch DHA (Docosahexaensäure), eine Omega-3-Fettsäure. Beide Fettsäuren sind für die optimale Entwicklung des Gehirns und der Netzhaut beim Säugling essenziell. Aus diesem Grund werden ARA und DHA modernen Säuglingsmilchnahrungen standardmäßig zugesetzt. Zahlreiche klinische Studien bestätigen den positiven Einfluss dieser Kombination auf kognitive Funktionen und Sehvermögen im frühen Kindesalter.
ARA ist der wichtigste Vorläufer für pro-inflammatorische Eicosanoide. Bei einer übermäßig hohen Zufuhr von ARA über die Nahrung kann das Gleichgewicht zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Botenstoffen gestört werden. Dies wird mit der Entstehung oder Verschlimmerung chronischer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Arthritis oder entzündlichen Darmerkrankungen in Verbindung gebracht. Eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren (z. B. EPA und DHA aus Fischöl) kann dem entgegenwirken.
Im Bereich des Leistungssports wird ARA gelegentlich als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt, da es anabole und muskelaufbauende Effekte fördern soll. Die wissenschaftliche Evidenz hierfür ist jedoch begrenzt und nicht eindeutig. Personen mit entzündlichen Erkrankungen sollten eine zusätzliche ARA-Supplementierung ohne ärztliche Rücksprache vermeiden.
Eine übermäßige ARA-Zufuhr kann die Produktion pro-inflammatorischer Botenstoffe erhöhen. Wechselwirkungen bestehen insbesondere mit: