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Ein Blutschwamm (medizinisch: infantiles Hämangiom) ist eine gutartige Wucherung von Blutgefäßen in der Haut oder im Unterhautgewebe. Er gehört zu den häufigsten Gutartigentumoren im Säuglingsalter und tritt bei etwa 4 bis 10 von 100 Neugeborenen auf. Der Blutschwamm erscheint meist als rötliche, weiche Erhöhung auf der Haut und ist in der Regel vollkommen harmlos. Er wird nicht als erbliche Erkrankung übertragen und ist kein Zeichen einer schwerwiegenden Grunderkrankung.
Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Blutschwamms beim Baby sind noch nicht vollständig geklärt. Folgende Faktoren werden als begünstigend diskutiert:
Es wird angenommen, dass eine gestörte Entwicklung von Blutgefäßzellen während der Schwangerschaft eine zentrale Rolle spielt.
Ein Blutschwamm beim Baby zeigt ein typisches Erscheinungsbild, das sich im Verlauf verändert:
Blutschwamm beim Baby kann überall am Körper auftreten, häufig im Gesicht, am Hals oder am Rumpf. Je nach Lage spricht man von einem oberflächlichen Hämangiom (an der Hautoberffläche), einem tiefen Hämangiom (unter der Haut) oder einem gemischten Hämangiom.
Die meisten Blutschwamme beim Baby sind harmlos. In bestimmten Fällen kann jedoch eine ärztliche Behandlung notwendig sein:
Die Diagnose eines Blutschwamms beim Baby erfolgt in den meisten Fällen durch eine klinische Untersuchung durch den Kinderarzt oder einen Hautarzt. Das typische Erscheinungsbild und der charakteristische Verlauf sind meist ausreichend für eine sichere Diagnose. In unklaren Fällen oder bei Verdacht auf tiefe oder innere Hämangiome kommen zusätzliche Untersuchungen zum Einsatz:
Viele Blutschwamme beim Baby bedürfen keiner spezifischen Behandlung, da sie sich von selbst zurückbilden. Wenn eine Therapie notwendig ist, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:
Propranolol ist derzeit das Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von behandlungsbedürftigen infantilen Hämangiomen. Es handelt sich um einen Betablocker, der das Wachstum des Blutschwamms hemmt und seine Rückbildung fördert. Die Behandlung erfolgt in der Regel über mehrere Monate unter ärztlicher Aufsicht. Alternativ kann bei kleinen, oberflächlichen Hämangiomen Timolol-Gel (ein topischer Betablocker) angewendet werden.
Der Pulsfarbstofflaser kann bei oberflächlichen Blutschwammen eingesetzt werden, insbesondere bei Ulzerationen oder nach der Rückbildungsphase verbleibenden Hautveränderungen.
Eine chirurgische Entfernung ist selten notwendig und wird nur bei bestimmten Komplikationen oder Lagebesonderheiten in Erwägung gezogen.
Kortikoide (Kortison) wurden früher häufig eingesetzt, sind heute aber durch Propranolol weitgehend abgelöst worden.
Die Prognose eines Blutschwamms beim Baby ist in den meisten Fällen sehr gut. Etwa 50 bis 70 Prozent der Hämangiome bilden sich bis zum 5. Lebensjahr vollständig zurück, bei den meisten Kindern ist bis zum Schulalter keine sichtbare Veränderung mehr zu erkennen. In manchen Fällen können nach der Rückbildung leichte Hautveränderungen wie eine blassere oder leicht veränderte Haut verbleiben.
Eltern sollten mit ihrem Baby den Kinderarzt aufsuchen, wenn: