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Bonding bezeichnet den Prozess der frühzeitigen emotionalen und körperlichen Bindung zwischen Eltern – insbesondere der Mutter – und dem Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „Bindung“ oder „Verbindung aufbauen“. In der modernen Geburtshilfe und Pädiatrie gilt Bonding als wichtiger Bestandteil der postnatalen Versorgung, da es die Grundlage für eine stabile Eltern-Kind-Beziehung legt.
Unmittelbar nach der Geburt wird das Neugeborene, wenn möglich, direkt auf die nackte Brust der Mutter gelegt. Dieser Haut-zu-Haut-Kontakt (auch als „Skin-to-Skin-Kontakt“ bezeichnet) löst eine Reihe von biologischen und hormonellen Reaktionen aus:
Auch Väter und andere Bezugspersonen können aktiv am Bondingprozess teilnehmen, indem sie das Neugeborene halten, streicheln und mit ihm sprechen.
Der frühzeitige Bindungsaufbau hat nachweislich positive Auswirkungen auf die Entwicklung des Kindes sowie auf das Wohlbefinden der Eltern:
Nicht immer ist Bonding direkt nach der Geburt möglich – etwa bei einem Kaiserschnitt, Frühgeburt oder medizinischen Komplikationen. In diesen Fällen kann der Haut-zu-Haut-Kontakt so früh wie möglich nachgeholt werden, ohne dass langfristige negative Auswirkungen entstehen müssen. Viele Kliniken unterstützen heute aktiv das sogenannte Kangüruhing (Kangürupflege) für Frühgeborene, bei dem das Kind auf der Brust der Eltern gehalten wird.
Bonding ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein fortlaufender Prozess. Die Bindung zwischen Eltern und Kind vertieft sich über Wochen, Monate und Jahre durch:
Eltern, die sich Sorgen um die Qualität ihrer Bindung machen, können professionelle Unterstützung durch Hebammen, Kinderarztpraxen oder Familienberatungsstellen in Anspruch nehmen.