Mayonnaise in der Schwangerschaft
Mayonnaise in der Schwangerschaft – Sicher oder riskant?
Mayonnaise gehört zu den beliebtesten Beilagen und Zutaten in der Küche – doch in der Schwangerschaft stellen sich viele werdende Mütter die Frage, ob der Genuss unbedenklich ist. Die Antwort hängt vor allem davon ab, ob die Mayonnaise rohe oder pasteurisierte Eier enthält. Während industriell hergestellte Mayonnaise in der Regel sicher ist, kann selbst gemachte Mayonnaise ein gesundheitliches Risiko darstellen.
Warum ist rohe Mayonnaise in der Schwangerschaft problematisch?
Herkömmliche, selbst zubereitete Mayonnaise wird aus rohen Eiern hergestellt. Rohe Eier können mit Salmonellen (Salmonella spp.) kontaminiert sein – Bakterien, die eine lebensmittelbedingte Infektion auslösen können. In der Schwangerschaft ist das Immunsystem verändert, wodurch das Risiko für schwerwiegendere Verläufe einer Salmonelleninfektion erhöht ist.
- Salmonellose: Eine Infektion mit Salmonellen kann Durchfall, Erbrechen, Fieber und Bauchkrämpfe verursachen. In schweren Fällen kann sie zu Dehydratation und in sehr seltenen Fällen zu Komplikationen für das ungeborene Kind führen.
- Verändertes Immunsystem: Während der Schwangerschaft ist das Immunsystem der Mutter angepasst, um das Kind nicht abzustoßen. Dies kann dazu führen, dass Infektionskrankheiten stärker verlaufen als außerhalb der Schwangerschaft.
Welche Mayonnaise ist in der Schwangerschaft sicher?
Nicht alle Mayonnaise ist gleich. Es kommt auf die Zubereitung und Herkunft an:
Industriell hergestellte Mayonnaise
Im Supermarkt erhältliche Mayonnaise wird in Deutschland und der EU in der Regel aus pasteurisierten Eiern hergestellt oder während des Herstellungsprozesses erhitzt. Pasteurisierung tötet Krankheitserreger wie Salmonellen ab. Zusätzlich haben diese Produkte einen niedrigen pH-Wert durch den Zusatz von Essig oder Zitronensäure, was das Wachstum von Bakterien hemmt. Industriell hergestellte Mayonnaise aus dem Supermarkt gilt daher für Schwangere als unbedenklich.
Selbst gemachte Mayonnaise
Selbst zubereitete Mayonnaise aus rohen, nicht pasteurisierten Eiern sollte in der Schwangerschaft vermieden werden. Wer selbst Mayonnaise herstellen möchte, kann auf pasteurisierte Eier (im Handel erhältlich) oder auf pasteurisiertes flüssiges Eigelb zurückgreifen, um das Risiko zu minimieren.
Mayonnaise in Restaurants und Imbissen
Bei Mayonnaise außer Haus ist Vorsicht geboten: In manchen Restaurants, Imbissen oder bei selbst hergestellten Produkten auf Märkten kann es sich um hausgemachte Varianten mit rohen Eiern handeln. Im Zweifel sollte nachgefragt werden, ob pasteurisierte Eier verwendet wurden.
Weitere Inhaltsstoffe: Worauf sollten Schwangere achten?
Neben der Eifrage gibt es weitere Aspekte, die Schwangere beim Konsum von Mayonnaise berücksichtigen sollten:
- Kaloriengehalt: Mayonnaise ist sehr kalorienreich und fetthaltig. Ein mäßiger Konsum ist empfehlenswert, um eine übermäßige Gewichtszunahme während der Schwangerschaft zu vermeiden.
- Salz- und Zuckergehalt: Viele industrielle Mayonnaisen enthalten zusätzlich Salz und Zucker. Schwangere mit Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck sollten den Konsum entsprechend einschränken.
- Allergene: Mayonnaise enthält Eier und oft auch Senf – beides sind deklarationspflichtige Allergene. Frauen mit bekannten Allergien sollten die Zutatenliste sorgfältig prüfen.
- Konservierungsstoffe und Zusatzstoffe: Industrielle Produkte können Konservierungsstoffe, Stabilisatoren und künstliche Aromen enthalten. Wer diese vermeiden möchte, sollte auf Produkte mit möglichst kurzer Zutatenliste achten.
Vegane Mayonnaise in der Schwangerschaft
Vegane Mayonnaise wird ohne Eier hergestellt – häufig auf Basis von Soja, Erbsenprotein oder anderen pflanzlichen Emulgatoren. Diese Produkte enthalten keine rohen Eier und sind daher bezüglich des Salmonellenrisikos unbedenklich. Auch vegane Mayonnaise sollte jedoch wegen des Fett- und Kaloriengehalts mäßig konsumiert werden.
Praktische Empfehlungen für Schwangere
- Kaufen Sie industriell hergestellte Mayonnaise aus dem Supermarkt – diese ist in der Regel sicher.
- Vermeiden Sie selbst gemachte Mayonnaise mit rohen, nicht pasteurisierten Eiern.
- Fragen Sie in Restaurants nach, ob pasteurisierte Eier verwendet werden.
- Achten Sie auf eine kühle Lagerung (Kühlschrank) und verbrauchen Sie geöffnete Gläser zeitnah.
- Konsumieren Sie Mayonnaise aufgrund des hohen Fettgehalts nur in maßvollen Mengen.
Quellen
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Ernährung in der Schwangerschaft – Was darf ich essen? (2023). Verfügbar unter: https://www.bzfe.de
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Lebensmittelhygiene und Salmonellen – Empfehlungen für Risikogruppen (2022). Verfügbar unter: https://www.bfr.bund.de
- World Health Organization (WHO): Food Safety for Pregnant Women (2021). Verfügbar unter: https://www.who.int