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Casein (auch: Kasein) ist das Hauptprotein der Kuhmilch und macht etwa 80 % des Gesamtproteingehalts aus. Es gehört zur Gruppe der Phosphoproteine und ist für seine langsame Verdaulichkeit bekannt. In der Säuglingsnahrung spielt Casein eine wichtige Rolle als Nährstoffquelle, da es essenzielle Aminosäuren liefert, die für das Wachstum und die Entwicklung des Kindes notwendig sind.
Muttermilch enthält im Vergleich zu Kuhmilch deutlich weniger Casein. Während Kuhmilch ein Verhältnis von etwa 80 % Casein zu 20 % Molkenprotein aufweist, liegt das Verhältnis in der Muttermilch umgekehrt: etwa 20–40 % Casein zu 60–80 % Molkenprotein. Hersteller von Säuglingsnahrung passen dieses Verhältnis an, um die Zusammensetzung der Muttermilch möglichst genau nachzuahmen und die Verdauung für das Kind zu erleichtern.
Casein erfüllt in der Ernährung von Säuglingen mehrere wichtige Aufgaben:
Casein ist eines der häufigsten Allergene in der Säuglingsnahrung. Eine Kuhmilchallergie tritt bei etwa 2–3 % der Säuglinge auf und richtet sich häufig gegen Casein oder Molkenproteine. Typische Symptome einer Kuhmilchallergie sind:
Bei Verdacht auf eine Kuhmilchallergie sollte umgehend ein Kinderarzt aufgesucht werden. Als Alternative stehen extensiv hydrolysierte Säuglingsnahrung (bei der das Protein stark aufgespalten ist) oder aminosaurebasäierte Formula zur Verfügung.
Casein-Unverträglichkeit und Laktoseintoleranz werden häufig verwechselt, sind jedoch grundlegend verschieden. Während die Laktoseintoleranz auf einem Mangel des Enzyms Laktase beruht und den Milchzucker betrifft, handelt es sich bei der Casein-Unverträglichkeit um eine Reaktion des Immunsystems auf das Milchprotein. Eltern sollten die Symptome genau beobachten und ärztlichen Rat einholen, um die richtige Diagnose zu erhalten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt ausschließliches Stillen für die ersten sechs Lebensmonate. Wenn Stillen nicht möglich ist, sollte eine industriell hergestellte Säuglingsnahrung verwendet werden, die den gesetzlichen Nährstoffstandards entspricht. Eltern, die sich Sorgen über den Caseingehalt der Nahrung ihres Kindes machen oder Symptome einer Unverträglichkeit beobachten, sollten stets einen Kinderarzt oder eine Kinderfachärztin konsultieren.