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Das Drehen ist einer der ersten großen motorischen Meilensteine im Leben eines Säuglings. Es bezeichnet die Fähigkeit, den Körper aus der Rückenlage in die Bauchlage zu rollen und umgekehrt. Diese Bewegung erfordert die koordinierte Zusammenarbeit von Muskulatur, Gleichgewichtssinn und Wahrnehmung und ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Sitzen, Krabbeln und letztlich Laufen.
Die meisten Säuglinge beginnen damit, sich zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat zu drehen. Typischerweise gelingt das Drehen von der Bauch- in die Rückenlage zuerst, da die Armmuskulatur hierbei eine größere Unterstützung bietet. Das Drehen von der Rückenlage in die Bauchlage folgt meist etwas später, oft zwischen dem 4. und 6. Monat.
Das Drehen entwickelt sich durch das zunehmende Kräftigen der Rumpf-, Hals- und Armmuskulatur. In der Bauchlage übt das Baby, den Kopf anzuheben und die Arme zu stützen. Diese sogenannte Tummy Time (Bauchlage im Wachzustand) ist daher ein wesentlicher Förderfaktor. Die vestibuläre Wahrnehmung (Gleichgewichtssinn) und die Propriozeption (Körperwahrnehmung) reifen parallel zur Muskulatur heran und ermöglichen gemeinsam die koordinierte Drehbewegung.
Legen Sie Ihr Baby im Wachzustand und unter Aufsicht regelmäßig auf den Bauch. Dies stärkt die Nacken-, Schulter- und Rumpfmuskulatur und schafft die Grundlage für das spätere Drehen. Beginnen Sie mit kurzen Einheiten von 1 bis 2 Minuten und steigern Sie die Dauer schrittweise.
Halten Sie ein buntes Spielzeug oder ein Gesicht seitlich vor das Baby, um seinen Blick und damit die Drehbewegung anzuregen. Geräusche und Farben motivieren das Kind, sich in Richtung des Reizes zu bewegen.
Eltern können das Drehen sanft unterstützen, indem sie ein Bein des Babys behutsam zur Gegenseite führen und so die Drehbewegung einleiten. Wichtig ist dabei, keine Kraft aufzuwenden und das Baby nie zu zwingen.
Eine feste, ebene Unterlage wie eine Spielmatte auf dem Boden eignet sich besser als eine weiche Matratze, da das Baby auf einem festen Untergrund leichter Halt findet und die Muskeln gezielter einsetzen kann.
Jedes Baby entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Dennoch gibt es Hinweise, bei denen eine kinderpädiatrische Einschätzung sinnvoll ist:
In solchen Fällen kann eine Physiotherapie oder Ergotherapie für Säuglinge hilfreich sein, um die motorische Entwicklung gezielt zu unterstützen.
Sobald ein Baby sich drehen kann, verändert sich das Sicherheitsbewusstsein im Alltag. Lassen Sie das Baby niemals unbeaufsichtigt auf erhöhten Flächen wie Wickeltischen oder Sofas liegen, da es sich unerwartet rollen und herunterfallen kann. Die Schlafposition sollte laut Empfehlung der American Academy of Pediatrics (AAP) und des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) weiterhin auf dem Rücken sein, bis das Kind sich selbst in beide Richtungen drehen kann.