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Eileiterschwangerschaft

Was ist eine Eileiterschwangerschaft?

Eine Eileiterschwangerschaft (medizinisch: Extrauteringravidät oder Tubargravidität) liegt vor, wenn sich eine befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutterschleimhaut einnistet, sondern an einer anderen Stelle des Körpers. In etwa 95 % der Fälle geschieht dies im Eileiter (Tuba uterina). Seltener nistet sich die Eizelle in den Eiern, im Bauchraum oder am Gebärmutterhals ein. Da der Eileiter nicht genügend Platz für ein wachsendes Ei bietet, kann es ohne Behandlung zu einem lebensbedrohlichen Riss des Eileiters kommen.

Ursachen und Risikofaktoren

Eine Eileiterschwangerschaft entsteht, wenn der Transport der befruchteten Eizelle zur Gebärmutter gestört ist. Zu den häufigsten Ursachen und Risikofaktoren gehören:

  • Vorherige Entzündungen der Eileiter (z. B. durch Chlamydien oder andere sexuell übertragbare Infektionen)
  • Vorausgegangene Eileiterschwangerschaften (erhöhtes Wiederholungsrisiko)
  • Chirurgische Eingriffe im Beckenbereich oder an den Eileitern
  • Endometriose (Auftreten von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter)
  • Assistierte Reproduktionstechniken wie In-vitro-Fertilisation (IVF)
  • Rauchen, da es die Beweglichkeit der Flimmerhaarchen im Eileiter beeinträchtigt
  • Intrauterinpessare (IUPs), die bei Versagen das Risiko einer ektopen Einnistung erhöhen können

Symptome

Die Symptome einer Eileiterschwangerschaft treten meist zwischen der 4. und 8. Schwangerschaftswoche auf. Typische Anzeichen sind:

  • Einseitige Unterbauchschmerzen, oft krampfartig oder stechend
  • Ausbleiben der Menstruation (wie bei einer normalen Schwangerschaft)
  • Vaginale Blutungen oder unregelmäßige Schmierblutungen
  • Schulter- oder Rückenschmerzen (bei innerem Blutungsverlust durch Reizung des Zwerchfells)
  • Schwindel, Übelkeit und Kreislaufprobleme als Zeichen eines möglichen Schocks

Bei einem Riss des Eileiters (Tubarruptur) kann es zu einem lebensbedrohlichen inneren Blutungsverlust kommen. Dies ist ein medizinischer Notfall, der sofortige ärztliche Hilfe erfordert.

Diagnose

Zur Diagnose einer Eileiterschwangerschaft werden verschiedene Untersuchungen eingesetzt:

  • Schwangerschaftstest: Nachweis des Schwangerschaftshormons hCG (humanes Choriongonadotropin) im Blut oder Urin
  • Transvaginaler Ultraschall: Bildgebung zur Lokalisation der Einnistung; bei einer Eileiterschwangerschaft ist in der Gebärmutter kein Embryo sichtbar
  • Serielle hCG-Messungen: Ein untypisch langsamer Anstieg des hCG-Spiegels kann auf eine Eileiterschwangerschaft hinweisen
  • Laparoskopie: Minimal-invasive Bauchspiegelung zur direkten Beurteilung und gleichzeitigen Behandlung, wenn andere Methoden keine eindeutige Diagnose erbringen

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung, dem Zustand der Patientin und dem Wunsch nach künftiger Schwangerschaft. Es gibt drei Hauptsäulen der Therapie:

Medikamentöse Behandlung

Bei früh erkannten, unkomplizierten Fällen kann Methotrexat eingesetzt werden. Dieses Medikament hemmt die Zellteilung des Trophoblasten (Vorläufer der Plazenta) und führt dazu, dass das Schwangerschaftsgewebe aufgelöst wird. Es ist nur geeignet, wenn der Eileiter noch nicht gerissen ist und der hCG-Wert nicht zu hoch ist.

Operative Behandlung

In den meisten Fällen ist ein operativer Eingriff notwendig. Dabei wird in der Regel eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) durchgeführt:

  • Salpingotomie: Schlitzung des Eileiters und Entfernung des Schwangerschaftsgewebes unter Erhalt des Eileiters
  • Salpingektomie: Vollständige Entfernung des betroffenen Eileiters, insbesondere bei starker Schädigung oder Ruptur

Abwartendes Management

In ausgewählten Fällen mit sehr niedrigen und sinkenden hCG-Werten kann eine engmaschige ärztliche Überwachung ohne sofortige Intervention erfolgen. Dies ist jedoch nur unter strengen Voraussetzungen möglich.

Prognose und Folgen

Nach einer Eileiterschwangerschaft ist eine erneute Schwangerschaft in vielen Fällen möglich, insbesondere wenn ein Eileiter erhalten bleibt. Das Risiko einer weiteren Eileiterschwangerschaft ist allerdings erhöht. Psychologische Unterstützung kann nach dem Verlust einer Schwangerschaft wichtig sein, da viele Betroffene emotionalen Stress erleben. Eine gynäkologische Nachsorge und Beratung bezüglich zukünftiger Schwangerschaften ist empfehlenswert.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Extrauteringravidät, aktualisierte Fassung.
  2. ACOG Practice Bulletin No. 193 - Tubal Ectopic Pregnancy. American College of Obstetricians and Gynecologists, 2018.
  3. Taran FA, Kagan KO, Hübner M, et al. - The Diagnosis and Treatment of Ectopic Pregnancy. Deutsches Ärzteblatt International, 2015; 112(41): 693-704.
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