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Eine Eileiterschwangerschaft (medizinisch: Extrauteringravidät oder Tubargravidität) liegt vor, wenn sich eine befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutterschleimhaut einnistet, sondern an einer anderen Stelle des Körpers. In etwa 95 % der Fälle geschieht dies im Eileiter (Tuba uterina). Seltener nistet sich die Eizelle in den Eiern, im Bauchraum oder am Gebärmutterhals ein. Da der Eileiter nicht genügend Platz für ein wachsendes Ei bietet, kann es ohne Behandlung zu einem lebensbedrohlichen Riss des Eileiters kommen.
Eine Eileiterschwangerschaft entsteht, wenn der Transport der befruchteten Eizelle zur Gebärmutter gestört ist. Zu den häufigsten Ursachen und Risikofaktoren gehören:
Die Symptome einer Eileiterschwangerschaft treten meist zwischen der 4. und 8. Schwangerschaftswoche auf. Typische Anzeichen sind:
Bei einem Riss des Eileiters (Tubarruptur) kann es zu einem lebensbedrohlichen inneren Blutungsverlust kommen. Dies ist ein medizinischer Notfall, der sofortige ärztliche Hilfe erfordert.
Zur Diagnose einer Eileiterschwangerschaft werden verschiedene Untersuchungen eingesetzt:
Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung, dem Zustand der Patientin und dem Wunsch nach künftiger Schwangerschaft. Es gibt drei Hauptsäulen der Therapie:
Bei früh erkannten, unkomplizierten Fällen kann Methotrexat eingesetzt werden. Dieses Medikament hemmt die Zellteilung des Trophoblasten (Vorläufer der Plazenta) und führt dazu, dass das Schwangerschaftsgewebe aufgelöst wird. Es ist nur geeignet, wenn der Eileiter noch nicht gerissen ist und der hCG-Wert nicht zu hoch ist.
In den meisten Fällen ist ein operativer Eingriff notwendig. Dabei wird in der Regel eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) durchgeführt:
In ausgewählten Fällen mit sehr niedrigen und sinkenden hCG-Werten kann eine engmaschige ärztliche Überwachung ohne sofortige Intervention erfolgen. Dies ist jedoch nur unter strengen Voraussetzungen möglich.
Nach einer Eileiterschwangerschaft ist eine erneute Schwangerschaft in vielen Fällen möglich, insbesondere wenn ein Eileiter erhalten bleibt. Das Risiko einer weiteren Eileiterschwangerschaft ist allerdings erhöht. Psychologische Unterstützung kann nach dem Verlust einer Schwangerschaft wichtig sein, da viele Betroffene emotionalen Stress erleben. Eine gynäkologische Nachsorge und Beratung bezüglich zukünftiger Schwangerschaften ist empfehlenswert.